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(Kapitel 2)

Checkliste

Man muss es nicht übertreiben mit der Organisation eines Jugendgottesdienstes. Hier die wichtigsten Stichworte - es ist alles keine Zauberei.

Grundüberlegungen

Warum soll es Jugendgottesdienst(e) geben?
l Regelmäßig als festes Angebot oder einmalig zum Ausprobieren bzw. zu einem besonderen Anlass?

Wer möchte das?
l Jugendliche, Kirchenvorstand, Pfarrer, Sozialarbeiter
l Soll der Jugendgottesdienst von der Gemeinde, der Jugendarbeit in dieser Gemeinde oder von einer übergemeindlichen Stelle verantwortet werden?

Stimmen die Rahmenbedingungen?
l Wird das Vorhaben von allen »wichtigen« Leuten und Gruppen unterstützt, oder gibt es noch Diskussionsbedarf?
l Steht das Gottesdienst-Angebot für sich alleine oder ist es Teil der Jugendarbeit?
l Bieten bereits Nachbargemeinden Jugendgottesdienste an? Existieren also Erfahrungswerte, kann das Interesse abgeschätzt werden? Bieten sich Kooperationen an?

Wer ist die Zielgruppe? (Alter, Gemeindeverbindung)
l Kennen wir die Jugendlichen?
l Soll nur eine bestimmte Gruppe eingeladen werden.?
l Oder wird offen geworben (wer ist realistisch zu erwarten?)

Welche Art von Jugendgottesdienst soll angeboten werden?
l Schwerpunkt Musik, Mitmach-Aktion, Liturgie?
l Action, Besinnung, Danken - was steht im Mittelpunkt?
l Gibt es konkrete »Vorbilder« ?


Allgemeine Vorbereitungen

Team zusammenstellen
l Wer leitet die Vorbereitungen?
l Sind verschiedene Kompetenzen vorhanden für Text, Musik, Darstellung, ggf. Computer, Grafik usw.?
l Wer hat bereits Erfahrungen mit der Gestaltung von Jugendgottesdiensten? Oder welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es?

Absprache mit der Kirchengemeinde bzw. einem anderen Träger (Jugendpfarramt, Schule, Jugendverband)
l Gestaltungsfreiheit und Vorgaben
l Räume (für den Gottesdienst, evtl. Gruppenarbeit, Fete oder Workshops im Anschluss)
l Personal
l Finanzen (Deckung der Kosten sollte gesichert sein)
l laufen Parallelveranstaltungen (wg. Lautstärke, Räumen)?

Gottesdienst-Vorbereitung

l Thema und einzelne »Module« erarbeiten
l Lieder ggf. im Team üben
l Verantwortlichkeiten für einzelne Vorbereitungen festlegen, inkl. Terminen, bis zu denen jeweils etwas geschehen sollte
l Terminabsprachen (auch für die Kleingruppen),
l »externe« Mitarbeiter organisieren, z.B. für Musik (Band, Gitarre, Percussion), Ton- und Licht-Technik, Theater oder anderes
l Liederzettel oder Beamer-Präsentation
l Er sagte: »Kommt mit mir!«

Konkrete Vorbereitung

Öffentlichkeitsarbeit
l Mitteilung an die Presse und andere kommerzielle Medien wie kostenlose Anzeigenblätter (2 Wochen und 4 Tage vor dem Termin, bei den nicht-täglich erscheinenden Publikaten auf Redaktionsschluss achten)
l Hinweise im Internet (Website der Gemeinde und/oder des Dekanats, örtliche Veranstaltungskalender, Gästebücher thematisch geeigneter Sites, Mailinglisten etc.)
l Ankündigung bei jugendgottesdienst.com
l Briefe an die namentlich bekannten Jugendlichen, z.B. (ehemalige) Konfirmanden oder Freizeitmitarbeiter (Billigtarif der Post für Massensendungen nutzen! Diese haben aber deutlich längere »Laufzeiten«.) Die Einladung sollte nicht früher als 5 Tage vor dem Termin ankommen.
l Plakate in Geschäften, Vereinshäusern, Schulen, Jugendzentren etc. (ab 2 Wochen vor dem Termin)
l Persönliche Einladung (mündlich) an Freunde und Bekannte.
l Persönliche Einladung (mündlich) an »Funktionsträger« (Kirchenvorsteher, Dekan / Superintendent) und alle anderen, die man aus bestimmten Gründen auf den Jugendgottesdienst aufmerksam machen möchte (Religionslehrer, Politiker)

Im Team
l Ablaufplan für alle Mitarbeiter (am Ende der Vorbereitungsphase)
l ggf. Ersatz vorbereiten für Krankheitsfälle
l alle Materialien etc. bereits vor dem Veranstaltungstag zusammentragen (sonst fehlt sicherlich das Entscheidende) und ggf. testen (Mikrophonanlage, Verdunklung, Videobeamer etc.)

Probe
l den gesamten Jugendgottesdienst einmal in »Echtzeit« (also ohne Unterbrechungen) durchgehen (ist nur bei neuen Teams nötig)
l Verständlichkeit überprüfen, ggf. auf Band aufnehmen
l auf die “Choreographie” achten

Am Tag des Jugendgottesdienstes

Für den Jugendgottesdienst
l Raum gestalten (ggf. Stühle / Sitzkissen; Technik; Liedblätter etc., Kerzen anmachen)
l Heizen / lüften
l Rechtzeitig am »Empfang« postieren, um die Leute zu begrüßen

Für die Fete im Anschluss
l Getränke kühl stellen
l Buffet arrangieren
l auch hier die Räumlichkeiten vorher checken (ggf. während des Jugendgottesdienstes abschließen)


Die Vorbereitungen sollten in jedem Fall 30 Minuten vor Beginn des Jugendgottesdienstes vollständig abgeschlossen sein, so dass dann kein betriebsames Gewusel der Mitarbeiter mehr nötig ist, sondern sich alle voll den Teilnehmern zuwenden können: Gespräche am Eingang, individuelle Hilfe (z.B. für Rollifahrer), oder auch nur bereits ruhig im Gottesdienstraum sitzen.


Dies ist ein Ausschnitt aus folgendem Buch:

Christoph Urban / Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst 2.0
- Ein interaktives Handbuch. Methoden, Module, Komplettentwürfe zur Planung und Durchführung

Das Handbuch für Ehrenamtliche und ihre hauptamtlichen Begleiter, durchweg so erarbeitet, dass ältere Jugendliche selbstständig damit Jugendgottesdienste vorbereiten können.

Tipps und Vorbereitungsmethoden, Organisationshilfen, eigenes Kapitel Beteiligungsaktionen, über 50 komplette Gottesdienstmodule.

"Neue Vorbereitungskreise werden hier genauso brauchbare Ideen finden wie langjährige Mitarbeiter" (Radio Vatikan)

Kaufen bei 288 S., Paperback A5, 2. Aufl., 14.90 EUR
(ISBN 3-928781-02-2)


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