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(Kapitel 5)

Gestaltendes

Ein Plakat erstellen
Die Besucher gestalten alleine oder in kleinen Gruppen ein Plakat zum Thema, das später aufgehängt wird oder mitgenommen werden kann. Zum einen findet so eine aktive und kommunikative Themenbeschäftigung der Gottesdienstbesucher statt, zum anderen werden Gedanken und Impulse später auch für Nicht-Teilnehmer sichtbar.

Zeit: 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: gering

Auf eine kreative Art sollen sich die Gottesdienstteilnehmer mit einem Thema auseinandersetzen. Dabei bekommen sie Gelegenheit, ihre Meinung darzustellen. Während der gemeinsamen Arbeit - so in Kleingruppen gearbeitet wird - kann man darüber schon einmal ins Gespräch kommen. Die Ergebnisse können hinterher verwendet werden.

Filzstifte unterschiedlicher Farben und Stärken (damit die Plakate später auch von einiger Entfernung gelesen werden können, sollte man keine normalen Malstifte nehmen). Möglichst große Plakatkartons. Insgesamt etwa so viele wie Gottesdienst-Besucher erwartet werden oder so viele wie man Kleingruppen zu bilden beabsichtigt. Eventuell zusätzliches Material zum Bekleben, wie Tonpapier (siehe Collage). In diesem Fall wären noch Schere und Kleber nötig.

Die Materialien müssen besorgt und zusammengestellt werden. Zudem sollte der Raum noch einmal begutachtet werden: Ist es hell genug bzw. kann es hell genug gemacht werden? Sind genug Ecken da, in die sich Kleingruppen verkrümeln könnten?

Die Kleingruppen oder die einzelnen Besucher bekom-men jeweils ein Plakat ausgehändigt. Die Materialien müssen griffbereit sein. Sie sollten aber erst verteilt werden, wenn die Aktion dran ist. Eventuell kann Musik als Untermalung eingesetzt werden. Nach Lust und Laune bekommen die Teilnehmer dann Zeit, den Plakatkarton mit den vorhandenen Materialien zum Thema zu gestalten.

Der Gottesdienst steht unter dem Titel »Gemeinschaft feiern«. Die Besucher sollen ein Werbeplakat darüber entwerfen, was man in Kirche / Gemeinde alles erleben kann.

Sollte kein Ort vorhanden sein, an dem die Ergebnisse sichtbar gemacht werden können, kann man eine Wäscheleine (siehe »Wäscheleine«) durch den Raum spannen und die Exponate für die Fortdauer des Got-tesdienstes aufhängen. Gut gelungene Plakate können später auch in der Kirche, in Schaukästen oder sogar in Geschäften aufgehängt werden. Sollte dies beabsichtigt sein, müsste man es von vornherein ankündigen: Das könnte auch die Motivation erhöhen.

Alle Altersgruppen können sich beteiligen, von den Kindern angefangen. Während der Aktion wird Kontakt zu anderen Gottesdienst-Besuchern hergestellt. Wenn die Plakate aufgehängt werden, bleibt etwas vom Gottesdienst sichtbar zurück.

Wer nicht mitmachen möchte, fällt auf. Aber keineswegs so sehr wie bei anderen Aktionen. Hier kann man ja eher noch »dabei sitzen«. Rechtschreibfehler können zudem negativ outen.

Collage
Aus Zeitschriften und Illustrierten schneiden die Besucher Motive aus und gestalten auf Plakatkarton daraus ein Bild.

Zeit: 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: mittel

Neben dem gemeinsamen kreativen Gestalten kommt es bei der Collage darauf an, auszuwählen und einzuordnen. Die Gottesdienstbesucher müssen sich mit sich oder anderen darüber auseinandersetzen, was zum vorgegebenen Thema gehört und was hingegen nicht passt. Das dient zur Vergegenwärtigung des Themas.

Schere, Kleber und jede Menge Zeitschriften und Magazine werden benötigt. Dazu ein Plakatkarton für jeden Teilnehmer / jede Teilnehmerin beziehungsweise für jede Gruppe.

Der Vorbereitungskreis muss zunächst einmal für eine ausreichende Menge an Material sorgen. Wenn es nicht schon einen Zeitschriften-Pool für Aktionen wie diese im Jugendbereich der Gemeinde gibt, sollte sehr zeitig mit dem Sammeln angefangen werden. Faustregel könnte hier sein: Für jeden erwarteten Gottesdienstteilnehmer sollte mindestens eine Zeitschrift parat liegen. Je bunter die Mischung, um so besser. Fachmagazine sind in der Regel natürlich weniger geeignet als Boulevardhefte und -zeitungen.

Die Zeitschriften sowie die Arbeitsmaterialien liegen für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendgot-tesdienstes gut erreichbar. Sie erhalten nun genügend Zeit, um einige Zeitschriften durchzublättern und eine Bildauswahl zu treffen. Dann werden die Bilder ausgeschnitten und auf den vorliegenden Plakatbogen geklebt. Wird in Gruppen gearbeitet, entwickelt sich oft von ganz alleine eine Art Arbeitsteilung. Einige werden größere Lust haben, in den Zeitschriften zu stöbern, wieder andere werden es vorziehen auszuschneiden oder die Schnipsel auf dem Plakat zu arrangieren.

Es geht um Bewahrung der Schöpfung / Umwelt. In einer Collage könnten die vielfältigen Bedrohungen der Schöpfung - seien es Ölkatastrophen, Luftverschmutzung etc. - zusammengestellt werden.

Wer Anlass zur Sorge sieht, die Besucher könnten mehr über die Zeitschriften gackern, als sich mit der Collage zu beschäftigen (ob das der Fall ist, hängt natürlich von der Grup-pe ab, und ob es stört, vom Thema), sollte eine Vorauswahl der Materialien treffen. Der Vorbereitungskreis könnte die Zeitschriften nach geeigneten Motiven durchforsten und die entsprechenden Seiten rausreißen. Im Gottesdienst kämen dann nur noch die losen Blätter zum Einsatz.
Mit deutlich mehr Vorbereitungsaufwand kann die Col-lage auch mit Overhead-Folien gestaltet und an eine Leinwand projiziert werden. Eignet sich vor allem für kleine Gruppen oder wenn im Mittelpunkt die Diskus-sion um eine gemeinsame Collage stehen soll.

Das Thema kann in einem sehr breiten Spektrum von den Besuchern selbst erfasst werden. Durch die eigene Zusammenstellung von Bildern und Überschriften / Schlagworten lassen sich prägnante Aussagen treffen oder provokante Fragen aufwerfen. Zudem steht am Ende ein sichtbares Ergebnis.

Die Besucher könnten sich genötigt sehen, bestimmte Klischees bei ihrer Auswahl erfüllen zu müssen. Die Collage bietet wenig Raum zu einer differenzierten Betrachtung eines Themas.

Presseschau (Zeitungscollage)
Aus verschiedenen Tageszeitungen werden die Bilder und Überschriften zu einem Thema ausgeschnitten und zu einem neuen Bild zusammengestellt

Zeit: 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: mittel

Die Besucher sollen sich mit einem aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Thema auseinandersetzen und sich grob auf den Stand der Dinge bringen.

Schere, Kleber, Plakatkartons und möglichst viele, unterschiedliche Tages- und Wochenzeitungen werden benötigt.

Es empfiehlt sich, rechtzeitig mit dem Sammeln der Zeitungen anzufangen und auch dafür zu sorgen, dass nicht nur die eine örtliche Lokalzeitung dabei ist. Die Plakate würden dann nämlich optisch langweilig. Irgendjemand wird sicher eine andere abonniert haben. Dabei sollte man die Wochenzeitung und die kostenlosen Anzeigenblättchen nicht vergessen. Wenn ein sehr aktuelles Thema bearbeitet werden soll, müssten ggf. mehrere Exemplare der gleichen Zeitung gekauft werden. Vielleicht lässt sich der Zeitungsladen auch über-reden, euch die nicht verkauften Exemplare zu schenken.

Im Wesentlichen gilt hier für den Ablauf, was vorher schon für die Collage und die Plakate galt. Die Teilnehmer bekommen ausreichend Zeitungen und Zeit. Sie können nun, wie es ihnen gefällt, mit dem Material umgehen und nach ihren Vorstellungen die Zeitungscollage erstellen.

Als Variation könnte man abgedrehtere Themenstellungen geben. Beispielsweise eine Verfremdung: Durch Manipulation der Überschriften soll genau das Gegenteil dessen ausgesagt werden, was eigentlich Sache ist. Beispiel: »USA beschließt Abschaffung des Militärs« oder »UNO einigt sich: kein Kind verhungert mehr«.

Der Jugendgottesdienst steht unter dem Motto »Krieg und Frieden«. Danach sollen die Gottesdienstteilnehmer den Blätterwald durchforsten. Der Plakatkarton wird zweigeteilt: Auf die eine Seite kommt der Krieg, auf die andere Zeichen des Friedens. Den Besucherinnen und Besuchern werden sicher noch weitere Möglichkeiten einfallen, das Thema umzusetzen.

Viele Haushalte sammeln ihr Papier, um es zum Altpapier-Container zu bringen oder haben selber eine Papiertonne. Ein Besuch lohnt sich da immer.

Die Gottesdienstbesucher lesen Zeitung und interessieren sich ggf. weiter für ein Thema. Austausch und Diskussionen innerhalb einer Kleingruppe sind hier sehr gut möglich.

Die Methode eignet sich nur bei brandaktuellen, alles bestimmenden Themen. Sonst findet sich einfach nicht genügend Material. Zudem eignen sich zumeist nur die plakativen Überschriften zur Gestaltung des Bildes. Der nötige Hintergrund kommt da zwangsläufig zu kurz.

Nicht-gegenständliches Malen
Zu einer gehörten Geschichte oder einem bestimmten Thema sollen die Gottesdienstteilnehmer ein Bild malen: Dabei sollen sie keine Gegenstände darstellen, sondern allein mit Formen, Linien, Symbolen und Farben arbeiten.

Zeit: 25 Minuten
Gruppengröße: bis 20 mit Auswertung, sonst: beliebig
Aufwand Vorbereitung: gering

Im Gegensatz zum oft recht oberflächlichen, gegenständlichen Malen sollen die Besucher mit der Technik des nicht-gegenständlichen Malens rasch in die Tiefendimension einer Geschichte oder eines Themas vorstoßen. Die existenzielle Bedeutung einer Geschichte oder eines Themas soll so herausgearbeitet werden.

Als Grundlage empfiehlt sich ein möglichst großer Plakatkarton. Weiteres Material kann alles sein, womit man malen kann. Grobe Materialien, wie beispielsweise Wachsmaler, eignen sich besonders. Auch Fingerfarbe oder Malerde sind klasse: Sie nötigen einen geradezu, nicht-gegenständlich zu malen.

Wenn mit Fingerfarbe gearbeitet werden soll, sollte ein Teil des Gottesdienstraumes vorher mit Zeitungen oder Folie ausgelegt werden. Ebenfalls sollten eine Schüssel mit Wasser zum Waschen und einige Papiertücher bereit gestellt werden.

Die Malutensilien und die Plakatkartons liegen bereit. Um die Kreativität der Gottesdienstteilnehmer zu entfachen, sollten einige »Hilfestellungen« gegeben werden. Möglicherweise in dieser Art: »Versucht euch einmal ganz genau in die Figur XY aus der Geschichte hineinzuversetzen. Was mag sie gefühlt haben? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn euch etwas ähnliches passieren würde? Versucht das dann einmal in ein Bild zu bringen: Benutzt die Farben, die euch spontan in den Sinn kommen. Malt Formen oder Symbole, die das für euch ausdrücken.« Im Anschluss an die Aktion können die Bilder den anderen vorgestellt, aber auch nur im Got-tesdienstraum ausgestellt werden, so dass sie sich jeder anschauen und für sich deuten kann.

1. Als Grundlage dient die bekannte Geschichte von Daniel in der Löwengrube (Daniel 6). Die Gottedienstteilnehmer könnten malen, wie es Daniel ergangen sein muss: Hatte er schreckliche Angst? Wusste er, dass Gott ihn retten würde? War das eine stille Hoffnung oder seine tiefste Überzeugung? Oder: Wie mag es dem König ergangen sein? Sicher, er musste zu seinem Wort stehen, aber wohl war ihm dabei nicht in seiner Haut.

2. »Leben ist mal oben, mal unten«. So könnte ein Jugendgottesdienst überschrieben sein, der sich um das Thema Erfolg und Misserfolg dreht. Stress mit den Eltern, den ersten Freund oder die erste Freundin. In Mathe eine Zwei, in Deutsch ‘ne Fünf - so ist das halt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gottesdiens-tes sollen dazu ein Bild malen, vielleicht darin von ihren eigenen Erfolgen und Misserfolgen erzählen. Wie fühlt sich das an, genau ins Schwarze getroffen zu haben? Und wie ist es, wenn einem das Glück gerade mal versagt bleibt?

Wenn die Methode gewählt wird, um gerade auf nicht sprachlicher Ebene Überlegungen und Gefühle auszudrücken, sollte auf Interpretationen und Erklärungen der fertigen Bilder verzichtet werden. Wer mag, kann seinem Bild - wenn einzelne erstellt werden - einen Titel geben oder einen prägnanten Satz hinzufügen. Die Bilder ergeben dann hinterher eine Ausstellung zum Thema. Evtl. sollte auch Malunwilligen eine Aktions-Alternative geboten werden.

Aussagekräftige Bilder zu malen, ist wohl keine Frage des Alters oder der kreativen Fähigkeiten eines jeden. Einen Schönheitswettbewerb gibt es hier nicht zu gewinnen, was denjenigen beruhigen mag, der dabei nicht mithalten könnte.
Werden die Bilder in einer Runde den anderen Gottesdienstbesuchern vorgestellt, könnte demjenigen, der sein Bild beschreibt, dabei bewusst werden, dass er mehr von sich nach außen gekehrt hat, als ihm eigentlich lieb war. Das kann ihm dann sehr peinlich sein. Beschreibungen nötigen auch zu »sozial erwünschten Aussagen«. Malaktionen werden grundsätzlich auf den Widerstand einiger Gottesdienstbesucher stoßen (»Was soll das?«, »Sind wir hier im Kindergarten?«).

Bodenzeitung
Hier kommt es einmal auf die Größe an: Im Prinzip macht es zunächst nichts aus, ob ein Plakatkarton auf dem Boden von mehreren Leuten gestaltet wird oder ob man die Methode der Bodenzeitung wählt - es ist halt nur alles größer.

Zeit: 10 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: mittel

Die Zielrichtung hängt ganz davon ab, wie man die Bodenzeitung einsetzt. Meistens wird sie dazu dienen, unter einer bestimmten Fragestellung Aspekte zusam-menzutragen und sich so ein bestimmtes Thema zu vergegenwärtigen, wobei alle Akteure an die Beiträge anderer anknüpfen können.

Jede Menge an möglichst dicken Stiften wird benötigt. Dazu Tapetenrollen, aus denen der Schreibgrund geschnitten wird und Krepp-Klebeband, um das Ganze am Boden zu befestigen.

Die Bodenzeitung muss auf dem Boden befestigt werden. Dazu schneidet man am Besten zu gleichen Stücken lange Bahnen von einer Tapetenrolle ab und klebt sie auf der Rückseite so nebeneinander, dass sie ein riesiges Quadrat oder Rechteck ergeben.

Unter einer bestimmten Fragestellung sollen die Besucher ihre Ideen, Überlegungen und Fragen auf der Bodenzeitung notieren. Dabei ist ihnen freigestellt, wie sie das machen. Sie können schreiben, malen oder wie es ihnen sonst gefällt etwas auf der »Zeitung« notieren. Es wäre möglich, seine Gedanken nur auf Schlagworte zu reduzieren, andere möchten vielleicht einen kleinen Text schreiben. In jedem Fall sollte die Bodenzeitung am Ende gut gefüllt sein und nach Möglichkeit an einem Ort zur Schau gestellt werden, an dem man sich in Ruhe noch einmal alle Gedanken zu Gemüte führen kann.

Die Bodenzeitung steht unter einer Fragestellung, zum Beispiel: »Wie sollte eine Gemeinde sein, damit sich mehr Jugendliche darin wohl fühlen?«

Bodenzeitungen sind ein typisches Instrument, bei öffentlichen Aktionen (z.B. in der Fußgängerzone) Leute zu beteiligen, sie um ein Statement zu bitten. Daher könnte die im Jugendgottesdienst entstehende Bodenzeitung - bei entsprechendem Thema - später bei einer Freiluft-Aktion fortgeführt werden. Insbesondere, wenn im Jugendgottesdienst provokative Aussagen gesammelt wurden, die man gerne diskutieren möchte.

Alle Jugendlichen wirken an einer gemeinsamen Sache mit und kommen so ins Gespräch miteinander. Wer nicht mitmachen mag, betrachtet das Ganze nur.

Soweit keine Verwendung nach dem Gottesdienst geplant ist, stellt sich wie bei einigen anderen Aktionen auch schnell die Frage: Wofür haben wir das jetzt gemacht?

Freie Auswahl
Mit allen verfügbaren Materialien wird ein Thema visualisiert.

Zeit: 10 bis 30 Minuten
Gruppengröße: ab 10, damit es Spaß macht
Aufwand Vorbereitung: gering

Die Aktion soll es ermöglichen, sich mit viel Spaß und Kreativität einem Thema zu nähern - und vielleicht auch wieder etwas Platz in den gemeindlichen Material-Schränken schaffen.

Alles - wirklich alles - was sich finden lässt und womit man im weitesten Sinne basteln kann. Zudem geben Raum und Umgebung sicher noch eine Menge Material her, das nicht niet- und nagelfest ist, wie Stühle, Tische und sonstige Gegenstände.

Keine: Das ist Programm.

Die Gottesdienstbesucher müssen ganz besonders ermutigt werden, ihren Ideen freien Lauf zu lassen. In einer anschließenden Runde werden die Kunstwerke erklärt. Besonders geeignet ist diese Aktionsform, um mit allen gemeinsam etwas zu gestalten.

Im Prinzip sollte es darum gehen, eine ganze Szene darzustellen beziehungsweise einen kompletten Raum herzurichten. »Der Herr lädt Euch alle ein«, könnte das Motto einer Aktion sein. Den Festsaal herzurichten, wäre die Aufgabe.

Verrückte Materialien fordern zur Kreativität heraus. Die Aktion sollte evtl. mit der Videokamera aufgenommen oder in Fotos dokumentiert werden.

Es gibt keine Vorgaben, seine Kreativität kann man frei ausleben.

Was soll mit dem Ergebnis geschehen, wenn es z.B. Bauwerke sind - die fliegen ja nach dem Jugendgottesdienst einfach weg oder werden »aufgeräumt«.

Durchbuchstabieren
Zu den einzelnen Buchstaben eines zentralen Stichwortes werden weitere Assoziations-Begriffe notiert. So kann sich jeder kurz selbst mit dem Jugendgottesdienstthema beschäftigen.

Zeit: 10 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: gering

Durch das kreative Schreiben sollen sich die Gottesdienstbesucher in das Thema einüben. Dabei sollen sie ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer des Jugendgottesdienstes bekommt ein Blatt und einen Stift dazu.

Es wäre schön - letztlich auch, um die Zettel eventuell einmal aushängen zu können - wenn jemand aus dem Vorbereitungskreis einen Vordruck erstellen könnte. Dabei würde dann das Ausgangswort in großen Buchstaben untereinander geschrieben, immer ein Buchstabe in eine Zeile. Jeweils neben den Buchstaben ist Platz für die Besucher, um ihre Gedanken zu notieren.

Die Gottesdienstbesucher bekommen die Zettel mit dem Vordruck ausgeteilt oder (wenn der nicht vorhanden ist) es wird ihnen erklärt, dass sie in Großbuchstaben das Wort untereinander schreiben sollen.

Jeweils neben die Großbuchstaben schreiben die Besucher jetzt ihre Gedanken. Das können entweder einzelne Wörter sein oder kurze Sätze, die mit dem Buchstaben anfangen und etwas mit dem Ausgangswort zu tun haben.

Es kann sich eine Runde anschließen, in der einige, die möchten, ihren Zettel vorlesen können, oder man heftet die Zettel an eine Pinnwand, so dass sich alle die Zettel beim Hinausgehen noch einmal anschauen können.

Das Stichwort heißt »Jesus«
J: Jerusalem
E: Einer von uns
S: Speisung der 5000 / Sohn Gottes
U: Unser Bruder
S: Sündenvergebung

Die einzelnen Assoziations-Begriffe können auch weiter erläutert werden, entweder nach festem Schema oder frei nach Lust und Laune. Stichwort »Liebe«
L: Love is in the air
I: Ich - werde von Gott geliebt
E: Ende der Einsamkeit, nie wieder allein
B: Beziehungsstress gehört auch dazu
E: Ewig soll sie währen

Die Aktion sollte relativ weit am Anfang des Gottesdiens-tes stehen, wenn man offen die Ideen der Teilnehmer sammeln möchte. Die beschriebenen Zettel können entweder bei den Gottesdienstbesuchern verbleiben oder - natürlich nur von denen, die wollen - abgegeben / zum Altar gebracht werden. Ggf. sollte dann ein Mitarbeiter während des weiteren Verlaufs die Zettel sichten und Begriffe später aufnehmen, z.B. in einer freien Predigt, in einem Gebet oder in einem kurzen »Ergebnisvortrag«.

Jeder kommt zu Wort. Die Vorgabe der Anfangsbuchstaben hilft, nicht einfach (gelangweilt) ein paar Begriffe zu notieren, sondern tatsächlich nachzudenken, was es denn zu dem Thema mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben gibt.

Es ist natürlich nicht leicht, was den Gottesdienstbesuchern hier vorgeschlagen wird. Daher ist die Methode sicher nicht mit jeder Gruppe zu machen. Zudem mag der eine oder die andere sich gedrängt fühlen, zu persönliche Dinge von sich preiszugeben - was freilich auch immer am Thema liegt. Wie viele andere Aktionen wirkt auch diese schnell recht schulisch - diesen Eindruck sollte man bei der Ankündigung versuchen zu vermeiden. Kritisch ist auch, wenn nicht klar wird, was mit den Ergebnissen passieren soll bzw. warum man die Stichwörter aufschreiben soll - es darf jedenfalls nicht nach »Beschäftigungstherapie« aussehen.

Und sonst?
Malen lässt sich an allerlei Orten - zum Teil auch bleibend. Zum Beispiel auf der hässlichen Betonwand zum Nachbargrundstück der Kirche. Wenn hier eine Geschichte erzählt wird (Arche Noah, die sieben Plagen), mag der Besitzer der hässlichen Betonwand auch mit einer farblichen Neugestaltung einverstanden sein.

Immer noch nicht wieder out ist das Graffiti / Graffito. Allerdings braucht es viele Leute, die die Technik beherr-schen und den Unerfahrenen helfen können. Das Graf-fiti eignet sich besonders für provokante Aussagen. Die vergängliche Alternative zur Wand ist eine angemietete Plakatfläche, die weiß beklebt ist und so besprüht werden kann. Vielleicht muss aber ohnehin gerade ein Jugendraum (Keller?) wieder neu überholt werden...

Auch sich selbst kann man natürlich »gestalten«. Ob dabei richtig geschminkt wird, sich Mitarbeiter fürs Body-Painting zur Verfügung stellen oder zur atmosphärischen Einstimmung auf das Klima im heiligen Land sich alle in lange Gewänder schmeißen - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Natürlich kann auch bei den Materialien und Malutensilien einiges gewagt und ausprobiert werden. So lassen sich Bilder mit farbigem Sand oder schönen Steinen und Tüchern legen.
Viele gestaltende Aktionen lassen sich vom Thema herleiten: bei Bezugnahme eines Schöpfungsthemas auf die »Agenda 21« mag eine Fassadenbegrünung im Anschluss an den Jugendgottesdienst den Auftakt zu mehr ökologischem Handeln der Gemeinde bilden. Oder es werden alle »harten Putzmittel« gegen gut abbaubare aus natürlichen Rohstoffen ausgetauscht - schon fast eine »politische Aktion« angesichts der Hartnäckigkeit, mit der sich viele Kirchengemeinden einem simplen, praktizierten Umweltschutz verschließen.

Daneben wäre die ganze Palette des Arbeitens mit Werkstoffen zu nennen. Ob Holz, Speckstein oder Ton - das kann alles auch im Jugendgottesdienst zur kreativen Gestaltung genutzt werden. So könnten die Besucher im Gottesdienst ein Teil modellieren, das sie am Ende mit nach Hause nehmen können. Beispielsweise eine Taube zum Thema »Frieden«. Nicht zu vergessen die Window-Colors, mit denen bunte Fensterbilder zum Thema gestaltet werden können.




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Christoph Urban / Timo Rieg (Hrsg.)
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