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(Kapitel 5)
Gestaltendes
Ein Plakat erstellen
Die Besucher gestalten alleine oder in kleinen Gruppen ein Plakat
zum Thema, das später aufgehängt wird oder mitgenommen
werden kann. Zum einen findet so eine aktive und kommunikative Themenbeschäftigung
der Gottesdienstbesucher statt, zum anderen werden Gedanken und
Impulse später auch für Nicht-Teilnehmer sichtbar.
Zeit: 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: gering
Auf eine kreative Art sollen sich die Gottesdienstteilnehmer
mit einem Thema auseinandersetzen. Dabei bekommen sie Gelegenheit,
ihre Meinung darzustellen. Während der gemeinsamen Arbeit -
so in Kleingruppen gearbeitet wird - kann man darüber schon
einmal ins Gespräch kommen. Die Ergebnisse können hinterher
verwendet werden.
Filzstifte unterschiedlicher Farben und Stärken
(damit die Plakate später auch von einiger Entfernung gelesen
werden können, sollte man keine normalen Malstifte nehmen).
Möglichst große Plakatkartons. Insgesamt etwa so viele
wie Gottesdienst-Besucher erwartet werden oder so viele wie man
Kleingruppen zu bilden beabsichtigt. Eventuell zusätzliches
Material zum Bekleben, wie Tonpapier (siehe Collage). In diesem
Fall wären noch Schere und Kleber nötig.
Die Materialien müssen besorgt und zusammengestellt
werden. Zudem sollte der Raum noch einmal begutachtet werden: Ist
es hell genug bzw. kann es hell genug gemacht werden? Sind genug
Ecken da, in die sich Kleingruppen verkrümeln könnten?
Die Kleingruppen oder die einzelnen Besucher
bekom-men jeweils ein Plakat ausgehändigt. Die Materialien
müssen griffbereit sein. Sie sollten aber erst verteilt werden,
wenn die Aktion dran ist. Eventuell kann Musik als Untermalung eingesetzt
werden. Nach Lust und Laune bekommen die Teilnehmer dann Zeit, den
Plakatkarton mit den vorhandenen Materialien zum Thema zu gestalten.
Der Gottesdienst steht unter dem Titel »Gemeinschaft
feiern«. Die Besucher sollen ein Werbeplakat darüber
entwerfen, was man in Kirche / Gemeinde alles erleben kann.
Sollte kein Ort vorhanden sein, an dem die Ergebnisse
sichtbar gemacht werden können, kann man eine Wäscheleine
(siehe »Wäscheleine«) durch den Raum spannen und
die Exponate für die Fortdauer des Got-tesdienstes aufhängen.
Gut gelungene Plakate können später auch in der Kirche,
in Schaukästen oder sogar in Geschäften aufgehängt
werden. Sollte dies beabsichtigt sein, müsste man es von vornherein
ankündigen: Das könnte auch die Motivation erhöhen.
Alle Altersgruppen können sich beteiligen,
von den Kindern angefangen. Während der Aktion wird Kontakt
zu anderen Gottesdienst-Besuchern hergestellt. Wenn die Plakate
aufgehängt werden, bleibt etwas vom Gottesdienst sichtbar zurück.
Wer nicht mitmachen möchte, fällt
auf. Aber keineswegs so sehr wie bei anderen Aktionen. Hier kann
man ja eher noch »dabei sitzen«. Rechtschreibfehler
können zudem negativ outen.
Collage
Aus Zeitschriften und Illustrierten schneiden die Besucher Motive
aus und gestalten auf Plakatkarton daraus ein Bild.
Zeit: 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: mittel
Neben dem gemeinsamen kreativen Gestalten kommt
es bei der Collage darauf an, auszuwählen und einzuordnen.
Die Gottesdienstbesucher müssen sich mit sich oder anderen
darüber auseinandersetzen, was zum vorgegebenen Thema gehört
und was hingegen nicht passt. Das dient zur Vergegenwärtigung
des Themas.
Schere, Kleber und jede Menge Zeitschriften
und Magazine werden benötigt. Dazu ein Plakatkarton für
jeden Teilnehmer / jede Teilnehmerin beziehungsweise für jede
Gruppe.
Der Vorbereitungskreis muss zunächst einmal
für eine ausreichende Menge an Material sorgen. Wenn es nicht
schon einen Zeitschriften-Pool für Aktionen wie diese im Jugendbereich
der Gemeinde gibt, sollte sehr zeitig mit dem Sammeln angefangen
werden. Faustregel könnte hier sein: Für jeden erwarteten
Gottesdienstteilnehmer sollte mindestens eine Zeitschrift parat
liegen. Je bunter die Mischung, um so besser. Fachmagazine sind
in der Regel natürlich weniger geeignet als Boulevardhefte
und -zeitungen.
Die Zeitschriften sowie die Arbeitsmaterialien
liegen für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Jugendgot-tesdienstes
gut erreichbar. Sie erhalten nun genügend Zeit, um einige Zeitschriften
durchzublättern und eine Bildauswahl zu treffen. Dann werden
die Bilder ausgeschnitten und auf den vorliegenden Plakatbogen geklebt.
Wird in Gruppen gearbeitet, entwickelt sich oft von ganz alleine
eine Art Arbeitsteilung. Einige werden größere Lust haben,
in den Zeitschriften zu stöbern, wieder andere werden es vorziehen
auszuschneiden oder die Schnipsel auf dem Plakat zu arrangieren.
Es geht um Bewahrung der Schöpfung / Umwelt.
In einer Collage könnten die vielfältigen Bedrohungen
der Schöpfung - seien es Ölkatastrophen, Luftverschmutzung
etc. - zusammengestellt werden.
Wer Anlass zur Sorge sieht, die Besucher könnten
mehr über die Zeitschriften gackern, als sich mit der Collage
zu beschäftigen (ob das der Fall ist, hängt natürlich
von der Grup-pe ab, und ob es stört, vom Thema), sollte eine
Vorauswahl der Materialien treffen. Der Vorbereitungskreis könnte
die Zeitschriften nach geeigneten Motiven durchforsten und die entsprechenden
Seiten rausreißen. Im Gottesdienst kämen dann nur noch
die losen Blätter zum Einsatz.
Mit deutlich mehr Vorbereitungsaufwand kann die Col-lage auch mit
Overhead-Folien gestaltet und an eine Leinwand projiziert werden.
Eignet sich vor allem für kleine Gruppen oder wenn im Mittelpunkt
die Diskus-sion um eine gemeinsame Collage stehen soll.
Das Thema kann in einem sehr breiten Spektrum
von den Besuchern selbst erfasst werden. Durch die eigene Zusammenstellung
von Bildern und Überschriften / Schlagworten lassen sich prägnante
Aussagen treffen oder provokante Fragen aufwerfen. Zudem steht am
Ende ein sichtbares Ergebnis.
Die Besucher könnten sich genötigt
sehen, bestimmte Klischees bei ihrer Auswahl erfüllen zu müssen.
Die Collage bietet wenig Raum zu einer differenzierten Betrachtung
eines Themas.
Presseschau (Zeitungscollage)
Aus verschiedenen Tageszeitungen werden die Bilder und Überschriften
zu einem Thema ausgeschnitten und zu einem neuen Bild zusammengestellt
Zeit: 20 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: mittel
Die Besucher sollen sich mit einem aktuellen
politischen oder gesellschaftlichen Thema auseinandersetzen und
sich grob auf den Stand der Dinge bringen.
Schere, Kleber, Plakatkartons und möglichst
viele, unterschiedliche Tages- und Wochenzeitungen werden benötigt.
Es empfiehlt sich, rechtzeitig mit dem Sammeln
der Zeitungen anzufangen und auch dafür zu sorgen, dass nicht
nur die eine örtliche Lokalzeitung dabei ist. Die Plakate würden
dann nämlich optisch langweilig. Irgendjemand wird sicher eine
andere abonniert haben. Dabei sollte man die Wochenzeitung und die
kostenlosen Anzeigenblättchen nicht vergessen. Wenn ein sehr
aktuelles Thema bearbeitet werden soll, müssten ggf. mehrere
Exemplare der gleichen Zeitung gekauft werden. Vielleicht lässt
sich der Zeitungsladen auch über-reden, euch die nicht verkauften
Exemplare zu schenken.
Im Wesentlichen gilt hier für den Ablauf,
was vorher schon für die Collage und die Plakate galt. Die
Teilnehmer bekommen ausreichend Zeitungen und Zeit. Sie können
nun, wie es ihnen gefällt, mit dem Material umgehen und nach
ihren Vorstellungen die Zeitungscollage erstellen.
Als Variation könnte man abgedrehtere Themenstellungen
geben. Beispielsweise eine Verfremdung: Durch Manipulation der Überschriften
soll genau das Gegenteil dessen ausgesagt werden, was eigentlich
Sache ist. Beispiel: »USA beschließt Abschaffung des
Militärs« oder »UNO einigt sich: kein Kind verhungert
mehr«.
Der Jugendgottesdienst steht unter dem Motto
»Krieg und Frieden«. Danach sollen die Gottesdienstteilnehmer
den Blätterwald durchforsten. Der Plakatkarton wird zweigeteilt:
Auf die eine Seite kommt der Krieg, auf die andere Zeichen des Friedens.
Den Besucherinnen und Besuchern werden sicher noch weitere Möglichkeiten
einfallen, das Thema umzusetzen.
Viele Haushalte sammeln ihr Papier, um es zum
Altpapier-Container zu bringen oder haben selber eine Papiertonne.
Ein Besuch lohnt sich da immer.
Die Gottesdienstbesucher lesen Zeitung und interessieren
sich ggf. weiter für ein Thema. Austausch und Diskussionen
innerhalb einer Kleingruppe sind hier sehr gut möglich.
Die Methode eignet sich nur bei brandaktuellen,
alles bestimmenden Themen. Sonst findet sich einfach nicht genügend
Material. Zudem eignen sich zumeist nur die plakativen Überschriften
zur Gestaltung des Bildes. Der nötige Hintergrund kommt da
zwangsläufig zu kurz.
Nicht-gegenständliches
Malen
Zu einer gehörten Geschichte oder einem bestimmten Thema sollen
die Gottesdienstteilnehmer ein Bild malen: Dabei sollen sie keine
Gegenstände darstellen, sondern allein mit Formen, Linien,
Symbolen und Farben arbeiten.
Zeit: 25 Minuten
Gruppengröße: bis 20 mit Auswertung, sonst: beliebig
Aufwand Vorbereitung: gering
Im Gegensatz zum oft recht oberflächlichen,
gegenständlichen Malen sollen die Besucher mit der Technik
des nicht-gegenständlichen Malens rasch in die Tiefendimension
einer Geschichte oder eines Themas vorstoßen. Die existenzielle
Bedeutung einer Geschichte oder eines Themas soll so herausgearbeitet
werden.
Als Grundlage empfiehlt sich ein möglichst
großer Plakatkarton. Weiteres Material kann alles sein, womit
man malen kann. Grobe Materialien, wie beispielsweise Wachsmaler,
eignen sich besonders. Auch Fingerfarbe oder Malerde sind klasse:
Sie nötigen einen geradezu, nicht-gegenständlich zu malen.
Wenn mit Fingerfarbe gearbeitet werden soll,
sollte ein Teil des Gottesdienstraumes vorher mit Zeitungen oder
Folie ausgelegt werden. Ebenfalls sollten eine Schüssel mit
Wasser zum Waschen und einige Papiertücher bereit gestellt
werden.
Die Malutensilien und die Plakatkartons liegen
bereit. Um die Kreativität der Gottesdienstteilnehmer zu entfachen,
sollten einige »Hilfestellungen« gegeben werden. Möglicherweise
in dieser Art: »Versucht euch einmal ganz genau in die Figur
XY aus der Geschichte hineinzuversetzen. Was mag sie gefühlt
haben? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn euch etwas ähnliches
passieren würde? Versucht das dann einmal in ein Bild zu bringen:
Benutzt die Farben, die euch spontan in den Sinn kommen. Malt Formen
oder Symbole, die das für euch ausdrücken.« Im Anschluss
an die Aktion können die Bilder den anderen vorgestellt, aber
auch nur im Got-tesdienstraum ausgestellt werden, so dass sie sich
jeder anschauen und für sich deuten kann.
1. Als Grundlage dient die bekannte Geschichte
von Daniel in der Löwengrube (Daniel 6). Die Gottedienstteilnehmer
könnten malen, wie es Daniel ergangen sein muss: Hatte er schreckliche
Angst? Wusste er, dass Gott ihn retten würde? War das eine
stille Hoffnung oder seine tiefste Überzeugung? Oder: Wie mag
es dem König ergangen sein? Sicher, er musste zu seinem Wort
stehen, aber wohl war ihm dabei nicht in seiner Haut.
2. »Leben ist mal oben, mal unten«.
So könnte ein Jugendgottesdienst überschrieben sein, der
sich um das Thema Erfolg und Misserfolg dreht. Stress mit den Eltern,
den ersten Freund oder die erste Freundin. In Mathe eine Zwei, in
Deutsch ‘ne Fünf - so ist das halt. Die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer des Gottesdiens-tes sollen dazu ein Bild malen, vielleicht
darin von ihren eigenen Erfolgen und Misserfolgen erzählen.
Wie fühlt sich das an, genau ins Schwarze getroffen zu haben?
Und wie ist es, wenn einem das Glück gerade mal versagt bleibt?
Wenn die Methode gewählt wird, um gerade
auf nicht sprachlicher Ebene Überlegungen und Gefühle
auszudrücken, sollte auf Interpretationen und Erklärungen
der fertigen Bilder verzichtet werden. Wer mag, kann seinem Bild
- wenn einzelne erstellt werden - einen Titel geben oder einen prägnanten
Satz hinzufügen. Die Bilder ergeben dann hinterher eine Ausstellung
zum Thema. Evtl. sollte auch Malunwilligen eine Aktions-Alternative
geboten werden.
Aussagekräftige Bilder zu malen, ist wohl
keine Frage des Alters oder der kreativen Fähigkeiten eines
jeden. Einen Schönheitswettbewerb gibt es hier nicht zu gewinnen,
was denjenigen beruhigen mag, der dabei nicht mithalten könnte.
Werden die Bilder in einer Runde den anderen Gottesdienstbesuchern
vorgestellt, könnte demjenigen, der sein Bild beschreibt, dabei
bewusst werden, dass er mehr von sich nach außen gekehrt hat,
als ihm eigentlich lieb war. Das kann ihm dann sehr peinlich sein.
Beschreibungen nötigen auch zu »sozial erwünschten
Aussagen«. Malaktionen werden grundsätzlich auf den Widerstand
einiger Gottesdienstbesucher stoßen (»Was soll das?«,
»Sind wir hier im Kindergarten?«).
Bodenzeitung
Hier kommt es einmal auf die Größe an: Im Prinzip macht
es zunächst nichts aus, ob ein Plakatkarton auf dem Boden von
mehreren Leuten gestaltet wird oder ob man die Methode der Bodenzeitung
wählt - es ist halt nur alles größer.
Zeit: 10 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: mittel
Die Zielrichtung hängt ganz davon ab, wie
man die Bodenzeitung einsetzt. Meistens wird sie dazu dienen, unter
einer bestimmten Fragestellung Aspekte zusam-menzutragen und sich
so ein bestimmtes Thema zu vergegenwärtigen, wobei alle Akteure
an die Beiträge anderer anknüpfen können.
Jede Menge an möglichst dicken Stiften
wird benötigt. Dazu Tapetenrollen, aus denen der Schreibgrund
geschnitten wird und Krepp-Klebeband, um das Ganze am Boden zu befestigen.
Die Bodenzeitung muss auf dem Boden befestigt
werden. Dazu schneidet man am Besten zu gleichen Stücken lange
Bahnen von einer Tapetenrolle ab und klebt sie auf der Rückseite
so nebeneinander, dass sie ein riesiges Quadrat oder Rechteck ergeben.
Unter einer bestimmten Fragestellung sollen
die Besucher ihre Ideen, Überlegungen und Fragen auf der Bodenzeitung
notieren. Dabei ist ihnen freigestellt, wie sie das machen. Sie
können schreiben, malen oder wie es ihnen sonst gefällt
etwas auf der »Zeitung« notieren. Es wäre möglich,
seine Gedanken nur auf Schlagworte zu reduzieren, andere möchten
vielleicht einen kleinen Text schreiben. In jedem Fall sollte die
Bodenzeitung am Ende gut gefüllt sein und nach Möglichkeit
an einem Ort zur Schau gestellt werden, an dem man sich in Ruhe
noch einmal alle Gedanken zu Gemüte führen kann.
Die Bodenzeitung steht unter einer Fragestellung,
zum Beispiel: »Wie sollte eine Gemeinde sein, damit sich mehr
Jugendliche darin wohl fühlen?«
Bodenzeitungen sind ein typisches Instrument,
bei öffentlichen Aktionen (z.B. in der Fußgängerzone)
Leute zu beteiligen, sie um ein Statement zu bitten. Daher könnte
die im Jugendgottesdienst entstehende Bodenzeitung - bei entsprechendem
Thema - später bei einer Freiluft-Aktion fortgeführt werden.
Insbesondere, wenn im Jugendgottesdienst provokative Aussagen gesammelt
wurden, die man gerne diskutieren möchte.
Alle Jugendlichen wirken an einer gemeinsamen
Sache mit und kommen so ins Gespräch miteinander. Wer nicht
mitmachen mag, betrachtet das Ganze nur.
Soweit keine Verwendung nach dem Gottesdienst
geplant ist, stellt sich wie bei einigen anderen Aktionen auch schnell
die Frage: Wofür haben wir das jetzt gemacht?
Freie Auswahl
Mit allen verfügbaren Materialien wird ein Thema visualisiert.
Zeit: 10 bis 30 Minuten
Gruppengröße: ab 10, damit es Spaß macht
Aufwand Vorbereitung: gering
Die Aktion soll es ermöglichen, sich mit
viel Spaß und Kreativität einem Thema zu nähern
- und vielleicht auch wieder etwas Platz in den gemeindlichen Material-Schränken
schaffen.
Alles - wirklich alles - was sich finden lässt
und womit man im weitesten Sinne basteln kann. Zudem geben Raum
und Umgebung sicher noch eine Menge Material her, das nicht niet-
und nagelfest ist, wie Stühle, Tische und sonstige Gegenstände.
Keine: Das ist Programm.
Die Gottesdienstbesucher müssen ganz besonders
ermutigt werden, ihren Ideen freien Lauf zu lassen. In einer anschließenden
Runde werden die Kunstwerke erklärt. Besonders geeignet ist
diese Aktionsform, um mit allen gemeinsam etwas zu gestalten.
Im Prinzip sollte es darum gehen, eine ganze
Szene darzustellen beziehungsweise einen kompletten Raum herzurichten.
»Der Herr lädt Euch alle ein«, könnte das
Motto einer Aktion sein. Den Festsaal herzurichten, wäre die
Aufgabe.
Verrückte Materialien fordern zur Kreativität
heraus. Die Aktion sollte evtl. mit der Videokamera aufgenommen
oder in Fotos dokumentiert werden.
Es gibt keine Vorgaben, seine Kreativität
kann man frei ausleben.
Was soll mit dem Ergebnis geschehen, wenn es
z.B. Bauwerke sind - die fliegen ja nach dem Jugendgottesdienst
einfach weg oder werden »aufgeräumt«.
Durchbuchstabieren
Zu den einzelnen Buchstaben eines zentralen Stichwortes werden weitere
Assoziations-Begriffe notiert. So kann sich jeder kurz selbst mit
dem Jugendgottesdienstthema beschäftigen.
Zeit: 10 Minuten
Gruppengröße: beliebig
Aufwand Vorbereitung: gering
Durch das kreative Schreiben sollen sich die
Gottesdienstbesucher in das Thema einüben. Dabei sollen sie
ihren Gedanken freien Lauf lassen.
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer des Jugendgottesdienstes
bekommt ein Blatt und einen Stift dazu.
Es wäre schön - letztlich auch, um
die Zettel eventuell einmal aushängen zu können - wenn
jemand aus dem Vorbereitungskreis einen Vordruck erstellen könnte.
Dabei würde dann das Ausgangswort in großen Buchstaben
untereinander geschrieben, immer ein Buchstabe in eine Zeile. Jeweils
neben den Buchstaben ist Platz für die Besucher, um ihre Gedanken
zu notieren.
Die Gottesdienstbesucher bekommen die Zettel
mit dem Vordruck ausgeteilt oder (wenn der nicht vorhanden ist)
es wird ihnen erklärt, dass sie in Großbuchstaben das
Wort untereinander schreiben sollen.
Jeweils neben die Großbuchstaben schreiben
die Besucher jetzt ihre Gedanken. Das können entweder einzelne
Wörter sein oder kurze Sätze, die mit dem Buchstaben anfangen
und etwas mit dem Ausgangswort zu tun haben.
Es kann sich eine Runde anschließen, in
der einige, die möchten, ihren Zettel vorlesen können,
oder man heftet die Zettel an eine Pinnwand, so dass sich alle die
Zettel beim Hinausgehen noch einmal anschauen können.
Das Stichwort heißt »Jesus«
J: Jerusalem
E: Einer von uns
S: Speisung der 5000 / Sohn Gottes
U: Unser Bruder
S: Sündenvergebung
Die einzelnen Assoziations-Begriffe können
auch weiter erläutert werden, entweder nach festem Schema oder
frei nach Lust und Laune. Stichwort »Liebe«
L: Love is in the air
I: Ich - werde von Gott geliebt
E: Ende der Einsamkeit, nie wieder allein
B: Beziehungsstress gehört auch dazu
E: Ewig soll sie währen
Die Aktion sollte relativ weit am Anfang des
Gottesdiens-tes stehen, wenn man offen die Ideen der Teilnehmer
sammeln möchte. Die beschriebenen Zettel können entweder
bei den Gottesdienstbesuchern verbleiben oder - natürlich nur
von denen, die wollen - abgegeben / zum Altar gebracht werden. Ggf.
sollte dann ein Mitarbeiter während des weiteren Verlaufs die
Zettel sichten und Begriffe später aufnehmen, z.B. in einer
freien Predigt, in einem Gebet oder in einem kurzen »Ergebnisvortrag«.
Jeder kommt zu Wort. Die Vorgabe der Anfangsbuchstaben
hilft, nicht einfach (gelangweilt) ein paar Begriffe zu notieren,
sondern tatsächlich nachzudenken, was es denn zu dem Thema
mit dem jeweiligen Anfangsbuchstaben gibt.
Es ist natürlich nicht leicht, was den
Gottesdienstbesuchern hier vorgeschlagen wird. Daher ist die Methode
sicher nicht mit jeder Gruppe zu machen. Zudem mag der eine oder
die andere sich gedrängt fühlen, zu persönliche Dinge
von sich preiszugeben - was freilich auch immer am Thema liegt.
Wie viele andere Aktionen wirkt auch diese schnell recht schulisch
- diesen Eindruck sollte man bei der Ankündigung versuchen
zu vermeiden. Kritisch ist auch, wenn nicht klar wird, was mit den
Ergebnissen passieren soll bzw. warum man die Stichwörter aufschreiben
soll - es darf jedenfalls nicht nach »Beschäftigungstherapie«
aussehen.
Und sonst?
Malen lässt sich an allerlei Orten - zum Teil auch bleibend.
Zum Beispiel auf der hässlichen Betonwand zum Nachbargrundstück
der Kirche. Wenn hier eine Geschichte erzählt wird (Arche Noah,
die sieben Plagen), mag der Besitzer der hässlichen Betonwand
auch mit einer farblichen Neugestaltung einverstanden sein.
Immer noch nicht wieder out ist das Graffiti
/ Graffito. Allerdings braucht es viele Leute, die die Technik beherr-schen
und den Unerfahrenen helfen können. Das Graf-fiti eignet sich
besonders für provokante Aussagen. Die vergängliche Alternative
zur Wand ist eine angemietete Plakatfläche, die weiß
beklebt ist und so besprüht werden kann. Vielleicht muss aber
ohnehin gerade ein Jugendraum (Keller?) wieder neu überholt
werden...
Auch sich selbst kann man natürlich »gestalten«.
Ob dabei richtig geschminkt wird, sich Mitarbeiter fürs Body-Painting
zur Verfügung stellen oder zur atmosphärischen Einstimmung
auf das Klima im heiligen Land sich alle in lange Gewänder
schmeißen - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Natürlich kann auch bei den Materialien
und Malutensilien einiges gewagt und ausprobiert werden. So lassen
sich Bilder mit farbigem Sand oder schönen Steinen und Tüchern
legen.
Viele gestaltende Aktionen lassen sich vom Thema herleiten: bei
Bezugnahme eines Schöpfungsthemas auf die »Agenda 21«
mag eine Fassadenbegrünung im Anschluss an den Jugendgottesdienst
den Auftakt zu mehr ökologischem Handeln der Gemeinde bilden.
Oder es werden alle »harten Putzmittel« gegen gut abbaubare
aus natürlichen Rohstoffen ausgetauscht - schon fast eine »politische
Aktion« angesichts der Hartnäckigkeit, mit der sich viele
Kirchengemeinden einem simplen, praktizierten Umweltschutz verschließen.
Daneben wäre die ganze Palette des Arbeitens
mit Werkstoffen zu nennen. Ob Holz, Speckstein oder Ton - das kann
alles auch im Jugendgottesdienst zur kreativen Gestaltung genutzt
werden. So könnten die Besucher im Gottesdienst ein Teil modellieren,
das sie am Ende mit nach Hause nehmen können. Beispielsweise
eine Taube zum Thema »Frieden«. Nicht zu vergessen die
Window-Colors, mit denen bunte Fensterbilder zum Thema gestaltet
werden können.
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