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(Kapitel 6)
Besondere Module
Abendmahl
Das Abendmahl (die Eucharistie) ist ein zentraler Bestandteil des
Gottesdienstes, wenn im evangelischen Raum auch nicht mehr immer
sichtbar. Nach dem biblischen Zeugnis hat Jesus, als er das letzte
Passamahl mit seinen Jüngern teilte, den Abendmahlsritus (mit
Brot und Wein) selbst eingesetzt und zur Nachahmung empfohlen: »das
tut zu meinem Gedächtnis« (1 Korinther 11).
Es kann auch für Jugendliche etwas sehr
feierliches haben, wenn im Rahmen eines Jugendgottesdienstes Pfarrer
das Abendmahl reichen. Im evangelischen Gottesdienst werden zunehmend
auch nicht-konfirmierte Jugendliche und Kinder zugelassen (vgl.
zur Diskussion Urban, 2000). Wo dies nicht möglich ist, sollte
über das Abendmahl im Jugendgottesdienst gründlich diskutiert
werden, denn gerade hier ist der Ausschluss eines Teils der Anwesenden
sehr problematisch.
Aber so oder so wird sich für den Jugendgottesdienst
eher ein Agapemahl oder Feierabendmahl anbieten. Diese nicht so
stark auf das Erinnerungsmoment reduzierten Formen verlangen weniger
Vorerfahrung und lassen sich meistens besser in den thematischen
Rahmen einbinden (siehe dazu Kapitel 3).
Taufe / Tauferinnerung
In immer mehr Gemeinden etablieren sich Zeremonien, mit denen an
die eigene Taufe erinnert werden soll - bei der sich also die Getauften
nochmals der Zusage Gottes bewusst werden sollen. Zum Teil werden
Tauferinnerungen nur für Kinder vor der Erstkommunion bzw.
Konfirmation angeboten (Tebartz-van Elst, 1996). Zum Teil sind sie
aber auch offen für jedes Alter - und wiederholbar.
Wenn die Tauferinnerung nicht ein eigenes Fest
ist, ist die Taufe eines Kindes gerne Anknüpfungspunkt: Während
einem kleinen Erdenbürger der Schutz Gottes zugesagt wird,
erinnern sich die anderen Gottesdienst-teilnehmer an ihre eigene
Taufe. Dazu malen sie sich selbst oder gegenseitig mit dem Taufwasser
ein Kreuz auf die Stirn oder lassen sich dieses vom Pfarrer auftragen.
Die Tauferinnerung wird auch in Gebeten, weiteren Texten oder Geschichten
aufgegriffen.
Taufen von Kindern sind im Jugendgottesdienst
zwar selten, aber gerade die Taufe von Jugendlichen vor der Konfirmation
kann hier ihren Platz haben; eine gemeinsame Tauferinnerung nimmt
der Taufe Jugendlicher die Peinlichkeit, die sonst von fast allen
großen Täuflingen unübersehbar empfunden wird.
Außerhalb des Gottesdienstes kann Tauferinnerung
so »alltäglich« werden wie der Geburtstag: In einigen
Gruppen wird jedem gratuliert, der in der Zeit seit der letzten
Zusammenkunft einen Tauf-Jahrestag hatte. Damit soll die Tauferinnerung
hier auch nur ein Beispiel sein für vieles, was sich aus unserem
religiösen Leben in den Jugendgottesdienst einfügen lässt.
Dank und Beauftragung
Bislang werden nur ganz wenige »Ämter« in unseren
Gemeinden von gottesdienstlichen Segenswünschen begleitet.
Pfarrer werden im Gottesdienst ordiniert - soviel Kirchenprominenz
ist sonst nie in der Gemeinde zu sehen. Auch die Übernahme
einer neuen Pfarrstelle, also der Wechsel des Ortspfarrers, wird
durch den Dekan / Superintendenten geadelt. Kirchenvorsteher werden
im Rahmen eines Gottesdienstes eingesegnet - und manch ein Hauptamtlicher
aus Kindergarten, Verwaltung oder Diakonie darf sich im Gottesdienst
einmal erheben, damit ihn alle sehen können.
Doch was ist mit all den anderen, die große
und wichtige Aufgaben in der Gemeinde verrichten? Mit den Kigo-Mitarbeitern,
dem Jugendvorstand, der ehrenamtlichen Leiterin des Jugendchores?
Auch ihr Dienst könnte von der Gemeinde im Gottesdienst begleitet
werden.
Allerdings ist dieser gute Ansatz auch nicht
unproblematisch: Denn er verlangt zwangsläufig genaue (hierarchische)
Regelungen, wo wir bisher vielleicht mit Absprachen im kleinen Kreis
auskommen. Wenn die Mitarbeiter der Kinderbibelwoche nämlich
in einem Gottesdienst feierlich mit diesem Job beauftragt werden
sollen, dann ist hier einer des anderen Vorgesetzter, nicht Diener.
Alternativ zur speziellen »Einsetzung«,
Segnung oder Beauftragung einzelner Mitarbeiter können an geeigneter
Stelle - oder in jedem Jugendgottesdienst - alle gerade aktiven
Mitarbeiter in ihrem Dienst bestärkt werden.
Auch das Ausscheiden aus der Gemeinde oder dem
aktiven Geschehen kann im Gottesdienst seinen Raum haben: Wenn die
bisherige Jungscharleiterin zum Studieren in die Ferne ziehen will,
ist der Jugendgottesdienst ein guter Ort, ihr für die bisherige
Mitarbeit zu danken und ihr für die Zukunft alles Gute zu wünschen.
Gerade wenn dieser Dank nicht »von oben« kommt, sondern
eben von »Gleichen unter Gleichen«, hat das seinen Charme
- und sehr viel Ehrlichkeit.
In jedem Fall sorgen solche Elemente für
einen deutlichen Gemeindebezug des Jugendgottesdienstes, verbinden
ihn mit dem Alltag und bieten Anknüpfungspunkte für die
Feier im wie nach dem Gottesdienst.
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