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(Kapitel 6)
Medien im Jugendgottesdienst
Auch der Jugendgottesdienst leistet dem medialen Zeitalter seinen
Tribut: Die verschiedensten Medien werden hier munter eingesetzt.
(Wir verzichten an dieser Stelle auf eine komplizierte Begriffsklärung
»Medium«, weil die Beispiele eine solche Definition
wohl überflüssig machen.)
Im Folgenden soll eine gewisse Bandbreite der
Medien aufgezeigt werden, die nach unserer Kenntnis gerne und häufig
in Jugendgottesdiensten vorkommen. Sollten dem geneigten Leser einige
Hüte alt vorkommen: Treffer, versenkt! Mit dem vorliegenden
Text erheben wir nicht den Anspruch, etwas bahnbrechend Neues zu
beschreiben, sondern nur das, was tatsächlich häufig und
erfolgreich eingesetzt wird.
Letztendlich wird - das muss als Einschränkung
hinzugefügt werden - über die Frage, welches Medium eingesetzt
wird, in den meisten Fällen nicht die Tatsache entscheiden,
ob man über ein Medium gelesen hat oder nicht, sondern vielmehr,
was es für räumliche Möglichkeiten gibt: Wie gut
oder schlecht ist die Gemeinde technisch ausgestattet? Welche Erfahrungen
und Kompetenzen bringen die Leute aus dem Vorbereitungskreis mit
(zum Beispiel beim Erstellen einer Power-Point-Präsentation,
siehe unten)?
Da ist zunächst der gute, alte Film. Dass
ganze Kino-Schinken im Gottesdienst vorgeführt werden (Im Kapitel
4 findet sich ein Hinweis auf »Film-Gottesdienste«),
ist sicher die Ausnahme. Kurzbeiträge und -filme sind da schon
häufiger. Passend zum Thema lassen sich solche Filme in einer
Mediothek oder mancher öffentlichen Bücherei ausleihen.
Ganz gut kommt es auch, wenn der Vorbereitungskreis
einen eigenen Film dreht. Beispielsweise könnten am Sonntag
vor dem Gottesdienst die Konfirmanden zu einer bestimmten Frage
interviewt werden.
Ebenfalls eignen sich viele Musikvideos, um
sie im Gottesdienst einzusetzen. Da es sich eh meistens um aktuelle
Stücke handeln sollte, können sie einfach beim Musiksender
mitgeschnitten werden (Tipp: Einige Sender veröffentlichen
ihre so genannte Playlist oder Rotation im Internet. Das kann einem
viele Stunden vor der Glotze ersparen). Technisch gesehen ist ein
Video-Beamer fast schon Pflicht - in Einzelfällen wird es aber
auch ein Fernseher tun.
Es muss selbstredend nicht alles »visualisiert«
werden. Manchmal ist es viel spannender, nur zu hören. Bis
heute haben Radio-Hörspiele ihren kleinen, aber festen Fan-Kreis.
Und nicht wenige hören die Bundesliga-Berichterstattung lieber,
als im Fernsehen das Gekicke zu sehen.
»Audio-Medien« werden gerne in homöopathischer
Dosierung verabreicht: ein kurzer Jingle, das Gegröhle und
Gepfeife einer Demo, Applaus, ein Donnerschlag...
Mit solchen kleinen Tonbeiträgen lassen
sich ganze »Kulissen« bauen: Wer Meeresrauschen hört,
braucht keine riesige blau bemalte Bühnenwand mehr. Wenn Vögel
singen, hämmern, rufen, dann sind die Gottesdienstbesucher
atmosphärisch eher im Wald als in einer Kirche.
Auch die Hörbeiträge können in einer gut sortierten
Mediothek oder Bibliothek entliehen werden. Das gilt insbesondere
für kurze Hörspiele oder Lesungen (viele Gedichte und
sogar Bibeltexte gibt es von Schauspielern gelesen). Musik-CDs oder
-Kassetten wird ohnehin jeder privat besitzen. Auch hier kann wieder
der Vorbereitungskreis einen Radio- oder Hörbeitrag selber
machen.
Ganz klassisch sind Dias und Overheadfolien.
Auch hierzu gibt es eine Menge Material. Viele Gemeinden werden
zumindest eine Diasammlung mit christlicher Kunst haben.
Da lohnt es sich, die Pfarrerin oder den Küster zu fragen.
Für Konfirmandenunterricht und Gemeindearbeit hat Hans-Martin
Lübking eine Materialsammlung mit Fotos und Folien zusammengestellt.1)
Der Theologe Jörg Zink gibt eine 24-bändige »DiaBücherei
Christliche Kunst« heraus.
Wer die entsprechende technische Ausstattung
zur Verfügung hat, kann auch Power-Point-Präsentationen
nutzen. Die sind um einiges komfortabler, wenn die Materialien noch
nicht als fertige Folien oder Dias vorliegen.
So kann ich beispielweise Bilder aus dem Netz
ziehen (es gibt auch mannigfaltige Foren und Portale für »artige«
Bilder) und sie bequem zu einer Slide-Show zusammen stellen, soweit
die Bilder für die kostenlose Verwendung freigegeben sind -
ansonsten muss man die Urheber kurz per Mail um ihr Einverständnis
bitten.
Zudem könnten die Liedtexte per Präsentation
angezeigt werden. Damit entfällt das lästige Kopieren
auf Folie oder Liedzettel. Wirft man dabei immer nur die Strophe
an die Wand, die gerade gesungen werden soll (so wie Karaoke), wirkt
das schon sehr professionell.
So richtig kommen die Möglichkeiten einer Präsentation
natürlich erst zum Tragen, wenn man Bilder, Texte und vielleicht
sogar Audio und Video miteinander verbindet. Sollte jemand im Vorbereitungskreis
besonders fit darin sein, kann das schon eine tolle Sache werden.
Gerade waren Medien aus der Konserve Thema,
kommen wir nun zu den Live-Medien:
Immer wieder gerne genommen ist die Pantomime. Hatten wir eigentlich
gedacht, dass sie ein Relikt der 80er Jahre sei, so kam sie doch
noch recht häufig in den von uns ausgewerteten Jugendgottesdiensten
vor.
Zum Prinzip muss wohl nichts gesagt werden: Jemand stellt ohne Worte
zumeist eine kleine Szene dar. Versteht sich von selbst, dass das
jemand mit Talent machen sollte.
Da liegt auch schon der Haken: Wenn man nicht zufällig auf
jemanden im Vorbereitungsteam oder der Gemeinde zurückgreifen
kann, der oder die ein wenig schauspielerisch begabt ist, sieht
es schlecht aus, denn eine Pantomime muss gekonnt sein, damit sie
nicht peinlich wirkt. In diesem Fall bleibt nur, jemanden zu engagieren
(vielleicht eine Schauspielschülerin), aber das kostet eben
fast immer Geld.
Ähnliches gilt auch für Tänze,
seien es Tücher- oder Ausdrucktänze oder Tanzperformances
jeder Art. Es ist immer besser, auf vorhandene Qualitäten zurück
zu greifen, als etwas mit Gewalt und mehr schlecht als recht aus
dem Boden stampfen zu wollen.
Angenommen, ein Mädel aus dem Vorbereitungskreis macht Jazz-Tanz,
dann kann man mal anfragen, ob nicht vielleicht ein paar Leute aus
ihrer Combo Bock haben, eine Choreographie im Jugendgottesdienst
hinzulegen.
Schließlich bleiben noch die Spielszenen, zu denen auch die
Anspiele in diesem Kapitel gehören. Das Vorbereitungsteam kann
sich entweder einer fertigen Szene aus der Literatur bedienen oder
selbst etwas entwickeln.
Viele biblische Geschichten eignen sich dazu, gespielt zu werden
- die Weihnachtsgeschichte (Krippenspiel) ist da nur das bekannteste
Beispiel.
Zudem kann natürlich beinahe jedes Thema eines Jugendgottesdienstes
Inhalt einer Spielszene sein. Im Gottesdienst wird das dann von
Leuten aus dem Vorbereitungskreis (und wer sonst noch Lust hat)
dargeboten.
Dabei sollte man den Aufwand für die Proben
nicht zu gering achten - zumal wenn man den Anspruch an sich erhebt,
dass der Text nicht vom Blatt gelesen, sondern zumindest grob auswendig
gekonnt werden soll.
Ebenfalls ist zu klären: Was brauche ich
an Requisiten? Wie soll ein mögliches Bühnenbild aussehen?
Werden Kostüme oder zumindest »Erkennungsmerkmale«
(ein Stock für einen alten Mann) benötigt?
Ebenso sind einige organisatorische Dinge zu
beachten, etwa: Sind größere Umbauten vonnöten und
was geschieht in der Zwischenzeit? Wie ist die Bühne einzusehen
- von allen Seiten gut? Wie ist die Akustik? Stehen eventuell Mikrofone
zur Verfügung?
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