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Mucke und Meditation
Ein Interview mit Jennifer Düing
JENNIFER DÜING IST EHRENAMTLICHE MITARBEITERIN IN TECKLENBURG,
U.A. IM JUGENDGOTTESDIENSTTEAM "M&M".
M&M - hört sich an wie bunte Schokolinsen,
aber das ist es wohl nicht. Was verbirgt sich hinter diesem geheimnisvollen
Kürzel?
JENNIFER: Das ist eine Abkürzung für
Mucke und Meditation. M&M ist ein CD-Gottesdienst von Jugendlichen
für Jugendliche und jung Gebliebene.
Wie habe ich mir Mucke und Meditation vorzustellen?
Es ist eine Mischung aus Musikstücken,
Wortbeiträgen und Videos. Die Veranstaltung findet immer zu
einem bestimmten Thema statt, z.B. "Engel" hatten wir
mal. Gepredigt wird nur kurz und nachher werden alle Besucher eingeladen
auf was zu trinken.
Wie oft findet das statt?
3-4mal im Jahr, zu den üblichen Feiertagen
oder zu besonderen Anlässen.
Und die Lieder spielt ihr einfach von CD? Genauer
von MD. O.k., aber gesungen wird nicht?
Nein, nur das Vaterunser wird gesungen. Das
nehmen wir von den Toten Hosen. M&M kann man sich wie eine Radioshow
vorstellen, man setzt sich rein und genießt.
Warum denn so passiv? Wo bleiben die Schlagworte
wie Interaktion, Partizipation usw.? Jugendliche krieg man doch
nur so, heißt es.
Wohl nicht. Unsere wollten einfach nur konsumieren.
Das hängt aber vielleicht auch mit der Entstehung zusammen.
Mucke und Meditation ist aus einem Vorstellungsgottesdienst eines
Konfirmandenjahrgangs entstanden. Die wollten den Gottesdienst mal
ganz anders aufziehen. Keine Kirchenmusik, stattdessen große
Boxen und vor allem ihre Musik. Mit "Sag mir, wo die Blumen
sind" konnten die nichts anfangen. Die Texte wollten sie lieber
selber schreiben und die Predigt war ihnen eh immer zu lang.
Und während der Lieder - tanzt ihr?
Das ist quasi unsere Vision, aber das klappt
noch nicht so recht. Beim letzten Mal hat die Kirche "Wadde
hadde dude da" gesungen, immerhin ein Anfang. Die meisten lesen
aber den Text mit. Der wird mit dem Overhead-Projektor an die Wand
geworfen, die englischen Texte übersetzen wir vorher.
Wie sucht ihr die Musikbeiträge aus?
Als erstes legen wir natürlich das Thema
fest. Dann manchen wir ein Brainstorming, was uns für Lieder
dazu einfallen. Wir schauen dann zuerst, welche Musik uns gefällt
und dann gucken wir auf den Text. Aber erst mal ist die Musik das
Wichtigste.
Wie geht's weiter?
Dann sind die Wortbeiträge an der Reihe.
Kleine Texte oder Bildmeditationen. Manchmal suchen wir auch Gedichte
raus, aber das meiste schreiben wir selber.
Wer bereitet vor, die Konfirmanden?
Das ist immer unterschiedlich. Einige der Konfis
sind geblieben, manche sind mal dabei. Im Team sind wird zwischen
5 und 10 Leuten. Immer dabei sind der DJ und der Pfarrer. Einige
Ehrenamtliche sind auch regelmäßig dabei. Manchmal kommt
eine Jugendreferentin hinzu. Aber eigentlich ist das Team für
jeden M&M immer anders.
Wie oft trefft ihr euch?
So 5-7mal vor jedem M&M in der Großgruppe.
Etwa für 1 1 / 2 Stunden, dann hat ja auch keiner mehr Lust.
Die Texte entstehen dann in Heimarbeit. Oder wenn wir Videos schneiden,
treffen wir uns in der Jugendbildungsstätte.
Videos schneiden?
Ja, für das letzte Mal hatten wir das Jesus-Video
von Westernhagen mit eigenen Beiträgen von uns dazwischen zusammengeschnippelt.
Das haben wir dann gezeigt.
Apropos Aufgabenverteilung, wie läuft
das?
Einige nehmen die Musik auf, andere schreiben
Texte, wieder andere lesen die Texte nur im M&M vor. Die Rollenverteilung
weiß man schon vorher, jeder hat sein Lieblingsding.
Wie ist denn so der Besuch?
Das wird immer mehr, im Moment bis an die 80.
Das kriegen also nicht nur Freikirchen hin?
Nee, das geht auch bei uns! Aber wir tun auch
was dafür. Vor jedem M&M verteilen wir 400-500 Flyer in
der ganzen Umgebung und hängen 30 Plakate auf.
Das ist ein ziemlicher Werbeaufwand.
Ja, aber es lohnt sich. Und dazu kommt noch,
dass den Leuten der Termin schon immer bekannt ist. Freitagabends
um 19.30h.
Keine schlechten Erfahrungen mit dem Termin
gemacht, wegen Disko und so?
Nein, zuerst Gottesdienst, dann Disko!
Kannst du noch mal vom letzten M&M erzählen?
Das Thema war: "Tote Stars, die weiterleben"
Also, Jesus lebt und Elvis lebt. Zu Beginn haben wir gefragt, was
eigentlich der Unterschied ist. Oder bei Modern Talking, es gibt
ja auch Gruppen, die nachdem sie tot waren, jetzt wieder leben...
...das wäre dann Auferstehung?
War ja auch gerade zu Ostern! Das passt ja.
Jedenfalls, das Jesus-Video haben wir auch gezeigt. Und wir haben
Fragen gestellt, die die Besucher mit Ja oder Nein beantworten sollten.
Etwa die Frage mit Jesus und Elvis vom Anfang. Wer für Ja war,
musste in die eine Ecke der Kirche gehen, wer für Nein war,
in die andere. Manche der Leute haben wir dabei interviewt, warum
sie sich da oder dort hin gestellt haben.
Also doch Interaktion.
Ein wenig.
Was kommt dann?
Fürbitten. Die waren neu. Wir hatten beim
Mal davor eine Umfrage gemacht und Fürbitten waren gewünscht.
Wir nehmen immer Zeitungsmeldungen, wenn etwas schlimmes passiert
ist und sprechen danach "Herr erbarme dich!".
Unkommentiert?
Ja, es wissen doch alle, worauf es hinausläuft.
Zum Schluss folgt noch die Verabschiedung durch einen aus dem Team.
Und die Predigt?
Ach ja, die ist irgendwo dazwischen. Aber nur
3-5 Minuten, wir haben dem Pfarrer verboten, länger zu reden.
Das heißt, von den klassischen Elementen,
die ein Gottesdienst normalerweise hat, habt ihr einiges weniger
drin. Auch kein Glaubensbekenntnis?
Nein, auch nicht. Ich wäre auch dagegen,
weil viele der Besucher gar nicht gläubig sind. Eine Schriftlesung
gibt es auch nicht. Dafür haben wir aber immer die gleiche
Eröffnung.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen
Geistes?
Schon etwas anders. Wir zünden drei Kerzen
an und unser Pfarrer sagt jeweils einen Spruch
Wie geht es weiter mit Mucke und Meditation?
Wir wollen eine Tour machen durch verschiedene
Kirchengemeinden und dort den M&M vorstellen. Vielleicht haben
die Lust, unser Modell zu übernehmen. Dann könnten wir
später mal Texte und Ideen austauschen.
Letzte Frage, ist vielleicht ein wenig blöd,
aber: Wofür macht ihr so was?
Für uns! Der Vorbereitungskreis ist quasi
ein großer Freundeskreis geworden. Und um anderen Leuten unser
Interesse an der Kirche zu zeigen. Wir wollen Leute ansprechen,
die sonst nicht zur Kirche gehen.
Herzlichen Dank.
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