Komplettentwurf:
Prädikat Christ (Projektgruppe »Factory«)

Projektbeschreibung

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu verteilen und die Arbeit einzuleiten, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem endlosen Meer.“ (Antonie de Saint-Exupéry)

Mit dieser Sehnsucht hat auch begonnen, was jetzt den Namen „factory“ trägt.

Am Anfang waren es nur ein paar Leute, eine Gruppe von Christen, bei denen die Sehnsucht nach jugendgemäßen Gottesdiensten geweckt worden war. Verdeckt von anderem drohte diese Sehnsucht verloren zu gehen, doch sie blieb und wurde immer stärker. Die, bei denen die Sehnsucht nach diesen Jugendgottesdiensten sehr stark war, fingen an, anderen ihre Sehnsucht zu lehren oder deren Sehnsucht wieder auszugraben. So trafen sich alle Sehnsüchte in einer Gestalt, die sie in der Form von „factory“ gefunden hat.

Am Anfang war...
Da es in der Laichinger Region nirgends Jugendgottesdienste gab, machte sich eine Gruppe von fünf Leuten daran, dies zu ändern. Zuerst stellten sie ein Konzept auf, wie sie sich diese Jugendgottesdienste vorstellten, um anderen Einblicke in ihre Gedanken zu verschaffen. Sie schrieben Briefe an jugendliche Christen und luden diese ein, an ihrem Projekt mitzuarbeiten und es zu dem Projekt eines großen Teams werden zu lassen. Sie informierten den Ausschuss des CVJM Laichingen e.V. und baten ihn um ein Startkapital und erzählten den Kirchengemeinderäten von ihrer Idee.

Der Anfang war nicht einfach, da es auf viele Fragen noch keine Antworten gab, sondern die Überlegungen dazu erst von den Mitarbeitern angestellt werden mussten. Schnell fanden sich genügend Mitarbeiter um ein solch großes Projekt auf die Beine zu stellen und am Laufen zu halten. Und das Mitarbeiterteam ist ständig im Wachsen, so sind es inzwischen schon über 30 Mitarbeiter, die bei „factory“ Verantwortung übernehmen.

Inzwischen haben wir bereits mehrere Jugendgottesdienste in Laichingen veranstaltet und es wurde besser, als wir uns das je erhofft hatten. Zahlreiche Jugendliche kamen um zu hören, was wir von Gott und seiner Liebe zu erzählen haben. Nicht nur Konfirmanden oder die regelmäßigen Besucher der christlichen Jugendgruppen kamen, sondern auch zahlreiche Interessierte. Bereits nach dem ersten Gottesdienst hatten diejenigen das Gefühl etwas verpasst zu haben, welche nicht gekommen waren. Wochenlang war der Jugendgottesdienst ein Gesprächsthema unter den Jugendlichen.

Während der ganzen Zeit Vorbereitungen und Durchführungen haben wir Gottes Gegenwart gespürt. Er begleitete uns bei allen unseren Überlegungen und Vorbereitungen, er hatte beim Auf- und Abbau seine Hände im Spiel und sicher hat er an diesen Abenden auch einige Herzen bewegt.


Konzeption

- Geistliches Ziel:
Wir wollen Jugendlichen im Laichinger Raum eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus ermöglichen. Dazu soll mit diesen Jugendlichen ein Gottesdienst gefeiert werden, wie Jugendliche ihn feiern. Das heisst, der Gottesdienst soll den Jugendlichen angepasst werden. Das Mitarbeiterteam ist überkonfessionell.

- Zielgruppe:
Jugendliche aus dem Raum Laichingen. Im besonderen Jugendliche, welche durch die konventionelle kirchliche Arbeit bisher nicht angesprochen wurden. Grobe Zielgruppe sollen die Jugendlichen im Alter von 13-21 Jahren sein.

- Veranstaltungsort / Zeit / Zeitraum...:
Der Jugendgottesdienst findet zweimonatlich an einem Samstagabend statt. Der Gottesdienst selber dauert circa eine Stunde und endet mit einer „chill out“-Party. Als Ort dienen Lagerhallen, alte Fabrikräume und Baustellen.

- Struktur:
Träger und Veranstalter ist der CVJM Laichingen e.V., der sich als Verein ohne konfessionelle Vorgabe besonders dazu eignet.
Die Leitung wird von einem Leitungsteam wahrgenommen, dass sich aus den Verantwortlichen der Unterteams zusammen setzt und von Koordinatoren geleitet wird.

Organisation

- Teamstruktur
Um effizienter Arbeiten zu können, wurde das über 30-köpfige Mitarbeiterteam in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede dieser Gruppen ist für einen Teilbereich zuständig. Diese acht Teams bestehen je nach Aufgabenfeld aus bis zu neun Mitarbeitern. Ein Mitarbeiter aus der Mitte des Teams wird zum Teamverantwortlichen erklärt und ist Ansprechperson für die anderen Teams und die ® Koordinatoren. Außerdem nimmt er an den ® Verantwortlichen-Treffen teil.

- Es gibt folgende Teams:

- Message:
Überlegt sich gemeinsam mit dem Referenten die groben Gedanken und die Struktur der Message (Predigt) und erstellt den Gottesdienst-Ablauf.
- Anspiel:
Überlegt sich passen zur Message ein Anspiel, eine Zuschaueraktion, etc.
- Werbung:
Kümmert sich um das Design, die Beschaffung und Verteilung der Plakate und Flyer.
- Kreativ:
Ist für die Raumdekoration in Koordination mit der ® Technik zuständig.
- Technik:
Verantwortlich für den Auf- und Abbau, sowie Ton, Licht, Bühne und was sonst noch gebraucht wird.
- Seelsorge:
Sind nach den Gottesdiensten da, um Gespräche mit den Besuchern zu führen und kümmern sich etwas um das gesamte Mitarbeiter-Team.
- Band:
Begleitet die Lieder während des Gottesdienstes musikalisch
- Anspiel/Tanz:
Begleiten abwechselnd die Gottesdienste mit Anspielen und Tänzen
- Finanzen:
Verwaltet das Geld und bezahlt Rechnungen

- Verantwortlichen-Treffen
Die jeweiligen Verantwortlichen eines Teams treffen sich mit den ® Koordinatoren je nach Bedarf zu den Verantwortlichen-Treffen. In diesem Gremium können Entscheidungen getroffen werden, sofern aus Zeitgründen nicht bis zu einem ® Gesamttreffen bereits konkrete Vorschläge zu präsentieren.

- Gesamttreffen
In regelmäßigen Abständen finden Treffen aller Mitarbeiter statt, um sich unter den Teams auszutauschen, weitere Absprachen zu treffen und neue Ideen weiter zu entwickeln. Diese Gesamttreffen finden in der Regel zwei Mal zwischen den Jugendgottesdiensten statt.

- Koordinatoren
Zwei Mitarbeiter aus dem Team sind verantwortlich für die Jugendgottesdienste. Sie planen und leiten die Treffen, sind Ansprechpartner für Dritte und versuchen Kontakt mit den verschiedenen Gremien zu halten.


Finanzen

Finanziert werden die Jugendgottesdienste ausschließlich aus Eigenleistungen und Spenden, ohne die ein solcher Aufwand undenkbar wäre.
Der CVJM Laichingen e.V. stellte zu Beginn einen Grundstock von 3.000 DM zur Verfügung und bisher gingen insgesamt 5.350 DM an Spenden ein (Stand Januar 2001).

Ein Jugendgottesdienst kostet im Durchschnitt 1.150 DM:
Ausleihgebühr für die Tonanlage: 580 DM
Ausleihgebühr für die Lichtanlage: 250 DM
Ausleihgebühr für die Bühne: 50 DM
Plakatverbrauch je Gottesdienst: 240 DM
Durchschnittliche Ausgaben für Hallendekoration und Technik: 30 DM

Doch das Mitarbeiterteam versucht seine Ausgaben auch auf andere Weise zu finanzieren:
- Ein Wochenende lang bei einem Straßenfest Steaks und Würste verkauft und dadurch 1.079,50 DM eingenommen.
- Ein Opfer bei den Spektrum-Gottesdiensten brachte 403,70 DM ein.
- Bei dem Verkauf von Werbeflächen auf den Handzetteln blieben nach Abzug der Kosten weitere 425,60 DM über.
- 100 DM wurden für die Predigt eines Mitarbeiters bei einer anderen christlichen Veranstaltung bezahlt.

Bei jedem Jugendgottesdienst wurde auch ein Opfer eingesammelt. Dadurch konnten bisher 100,97 DM für ein Kinderheim in Indien, 117,83 DM für den einjährigen Missionseinsatz für Volker Ciborovius, 67,20 DM für das Kinderwerk Lima, 127,62 DM für den „Pavillon der Hoffnung“ auf der Expo 2000 in Hannover und 384,45 DM für Straßenkinder in Kairo eingesammelt werden.
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Die vergangenen Jugendgottesdienste

Und Gott sprach: „Ihr seid zu spießig“ am 05. Februar in der Lagerhalle der Firma Striebel

Der Erste „factory“-Jugendgottesdienst war ein toller Erfolg. Mehr Jugendliche als erwartet stürmten zum Teil bereits noch während des Aufbaus die Halle um bei dem Ereignis dabei zu sein. Somit wurde der Platz in der Lagerhalle schnell eng, so dass einige der Besucher in der vollen Halle keinen Platz mehr fanden und genötigt waren, den Gottesdienst von Außen mit zu verfolgen.

Die Stimmung in der Halle war genial und die Jugendgottesdienst-Band „freequency“ sorgte für die nötige musikalische Begleitung. Geboten wurden bekannte Lieder zum Mitsingen, aber die Band spielte auch selbstkomponierte Lieder.

Auf satirische Art und Weise wurde in einem Videoclip mit dem Titel „Tatsachenbericht eines Jugendkreises“ ein Jugendkreis gezeigt, wie ihn sich unter Umständen manche Jugendliche einen Jugendkreis vorstellen.

In der „Message“ erzählte der jugendliche Prediger ganz persönlich und ansprechend von seiner Beziehung zu Gott. In seiner Art machte er deutlich, dass Gott uns nicht mit seinen Geboten einengt, sondern frei macht und uns liebt.

Der Abend endete mit einer „chill out“-Party, wo Raum und Zeit für die Jugendlichen geboten wurde, mit den Mitarbeitern und mit Gott ins Gespräch zu kommen oder sich einfach über den gelungenen Abend zu freuen und der Band bei ihren weiteren Liedern zuzuhören.


„Ich bin drin! – Und jetzt?“ am 08. April in der ehemaligen Fabrikhalle der Weberei Frank

Die Halle war auch dieses Mal trotz der größeren Fläche voll und mehr als 300 Besucher waren gekommen. Obwohl bereits beim ersten Jugendgottesdienst alle Erwartungen an die Anzahl der Besucher übertroffen worden waren, übertraf dieser zweite Gottesdienst nochmals die Zahlen. Die Stimmung war toll. So betete der ganze Saal gemeinsam das „Vater Unser“ oder sang Lieder wie „Jesus Christ is Lord of all“ und man spürte Gottes Gegenwart deutlich. Auch die factory-Band „freequence“ war wieder mit dabei und begleitete die Lieder musikalisch, welche mit Hilfe des Tageslichtprojektors für alle zum Mitsingen sichtbar waren.

Der wichtigste Teil, die Message, war dieses Mal in zwei Teile aufgeteilt. Ein Gespräch, in dem Bill Gates, Boris Becker und Verona Feldbusch über das Internet diskutieren, stellte den Anfang dar. Die Aussage des Abends war, dass man für Gott keine Erfolge und Leistungen in Form von Punkten zu erbringen hat, sondern man mit dem Zeitpunkt, zu dem man sich als Christ bekennt, einfach drin ist und Gottes Kind sein darf.

Als dann nach einer guten Stunde das offizielle Programm der zweiten „factory“ für beendet erklärt worden war, konnte die folgende Pause für Diskussionen rund um Jesus und den Glauben genutzt werden. Zehn Minuten später begann die ausgedehnte „chill out“-Party, die von weiteren Liedern der Band begleitet wurde und gegen 22 Uhr endete.


„X-mas – Weihnachten wurde gestrichen“ am 23. Dezember in der Feldstetter Sporthalle

Obwohl der Jugendgottesdienst kurzfristig von Suppingen nach Feldstetten verlegt werden musste, waren doch an die 400 Besucher gekommen um gemeinsam einen Weihnachtsgottesdienst der anderen Art zu feiern. Um von Laichingen nach Feldstetten zu kommen, war eigens ein Shuttle-Bus eingerichtet worden, der die Jugendlichen zu der Veranstaltung brachte und danach auch wieder zurück nach Laichingen beförderte.

Auch traditionelle Weihnachtslieder wie „O Du Fröhliche“ erklangen an dem Abend, jedoch hatte die factory-Band „freequency“ die Melodie etwas rockiger gestaltet und lies so eine Weihnachtsstimmung der besonderen Sorte entstehen.

Gezeigt wurde auch das Video einer selbstgemachten Umfrage auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt. Passanten wurden befragt, warum Weihnachten gefeiert werde: Darauf antworteten viele mit freien Tagen, Geschenken und anderen angenehmen Dingen. Erst auf Nachfrage kamen die meisten darauf, dass vor 2000 Jahren die Geburt Christi auf dem Terminkalender stand.

In einem Anspiel und in der Message wurde deutlich, dass Weihnachten eigentlich das Geburtstagsfest für Jesus Christus ist und man daran eigentlich nicht nur an Weihnachten denken soll. Es wurde deutlich, was das eigentliche Weihnachtsgeschenk ist.

Die Spitzenstimmung des Abends wollte auch während der „chill out“-Party nicht enden und der Großteil der Besucher feierte bis spät in die Nacht den Geburtstag des Erlösers.



Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:

Christoph Urban / Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst 2.0
- Ein interaktives Handbuch. Methoden, Module, Komplettentwürfe zur Planung und Durchführung

Das Handbuch für Ehrenamtliche und ihre hauptamtlichen Begleiter, durchweg so erarbeitet, dass ältere Jugendliche selbstständig damit Jugendgottesdienste vorbereiten können.

Tipps und Vorbereitungsmethoden, Organisationshilfen, eigenes Kapitel Beteiligungsaktionen, über 50 komplette Gottesdienstmodule.

"Neue Vorbereitungskreise werden hier genauso brauchbare Ideen finden wie langjährige Mitarbeiter" (Radio Vatikan)

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(ISBN 3-928781-02-2)


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