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»Echt krass -
Licht im Dunkeln«
Ein »Church and Chips«-Jugendgottesdienst der evangelischen
Bezirksjugend Lahr, Stiftskirche Lahr
Übersicht:
Glockenläuten
Lied: »Let the heaven light«
Begrüssung und Einführung
Votum
Lied: »Gott liebt diese Welt«
Kanon: »Fürchte dich nicht«
Textlesung: »Rechlin mit Antiphongesang«
Lied: »Du kannst das Lied des Friedens«
Gebet
Lied: »I'm a trampin«
Zuspruch/Schriftlesung
Lied: »Du bist das Licht der Welt«
Überleitung
Verkündigungsteil/Anspiel: Licht im Dunkeln
Meditativer Text: »Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt...«
Lied: »Ein Licht geht uns auf«
Dank und Fürbitte
Lied: »Jesus dein Licht«
Abschluss mit Dankgebet und Vaterunser
Lied: »Swing low«
Verabschiedung/ Give-away
Lied: »Der Herr segne dich und behüte dich«
Segen
Lied: »Down by the riverside«
Vorbereitung:
Es ist wichtig, das Anspiel mehrfach zu üben, so dass die AkteureInnen
ihre Rollen besser verkörpern und auch den Text »drauf
haben«. Es hat sich als gut herausgestellt, wenn die Anspielgruppe
nicht direkt vor dem Gottesdienst übt, da dort Band und Chor
auch schon da sind und üben, was die Sache dann schwierig macht
- auch die Übergänge mit dem Licht und die Technik müssen
vorher ausprobiert werden, und ein geprobter Gesamtablauf schadet
nie.
Material:
Kerzen und Kerzenständer, Teelichter im Glas, Beleuchtung für
Band und Chor, Tischleuchten (mindestens zwei), ein Strahler (hinter
der Schattenwand), Licht auf der Kanzel, Prismalicht (ausgeliehen
beim Physiklehrer) mit Projektion auf Leinwand (vorne), Schwarzlicht
zum Reflektieren, weißes T-Shirt, weiße Handschuhe,
Streichholzschachteln mit Spruch (für jeden Gottesdienstbesucher),
Getränke und was zum Knabbern für die Gespräche im
Gemeindehaus.
Ablauf:
Am Anfang ist der Gottesdienstraum fast dunkel.
Nur eine Notbeleuchtung brennt: an jeder dritten Kirchenbank ein
Teelicht im Glas. Lichter für den Chor und die Band gehen nur
dann an, wenn sie benötigt werden. Die Altarkerzen brennen.
Von dort aus werden die Kerzenständer, die in der Kirche verteilt
sind, zu Beginn des Gottesdienstes entzündet. Sonst gibt es
im Gottesdienst kein anderes Licht als das Kerzenlicht.
Glockenläuten
Lied: »Let the heaven light«
Begrüssung und Einführung
Votum:
Licht durchbricht die Finsternis (Kerze anzünden) als Gott
Tag und Nacht scheidet.
Licht durchbricht die Finsternis (Kerze anzünden)
als Jesus Christus Licht.
Lied: »Gott liebt diese Welt«
Kanon: »Fürchte dich nicht«
Textlesung: »Rechlin mit Antiphongesang«
(Quelle unbekannt)
Lied: »Du kannst das Lied des Friedens«
Gebet:
Situation nach den Terroranschlägen und dem Krieg Amerikas
und Afghanistans
In diesen Tagen und Wochen, Gott, fällt es schwer, deine Liebe
wahrzunehmen. Menschen reden vom Krieg und militärischen Schlägen
und sie meinen es ernst. Menschen haben Angst vor neuen Anschlägen
mit bekannten und unbekannten Waffen. Wir sitzen im Dunkeln Gott.
Suchen einen Weg, auf dem wir gehen können. Suchen nach Möglichkeiten,
wie wir in dieser Zeit leben können. Und wir erwarten von dir,
Gott, dass du dich zu erkennen gibst. Wir erwarten ein Wort, das
uns Mut macht, damit wir handeln können, ohne selbst aufzugeben.
Wir erwarten einen Menschen, der uns begleitet
durch diese Zeit von Angst und Unsicherheit. Wir erwarten ein Licht,
dass uns neue Hoffnung gibt, damit wir auch anderen zur Seite stehen
können. Wir erwarten dein Licht Gott, das uns zeigt, wo es
lang geht. Amen.
Lied: »I’m a trampin«
Zuspruch/Schriftlesung (Joh 8, 12-14):
»Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin
das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis
umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. Da sagten die
Pharisäer zu ihm: Du legst über dich selbst Zeugnis ab;
dein Zeugnis ist nicht gültig. Jesus erwiderte ihnen: Auch
wenn ich über mich selbst Zeugnis ablege, ist mein Zeugnis
gültig. Denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin
ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.«
Lied: »Du bist das Licht der Welt«
Überleitung:
Wir sitzen im Dunkeln - und Jesus sagt, er ist das Licht der Welt.
Wir haben Angst und in unserem Leben ist es manchmal dunkel - doch
Jesus möchte, dass es in unserem Leben hell wird. Deshalb ist
es besonders spannend, wenn wir von Jesus hören, dass er von
sich selbst sagt, dass er das Licht ist. Und noch spannender wird
es, wenn er in einer anderen Rede sagt: Ihr seid das Licht der Welt;
wenn wir Jesus vertrauen, können wir von ihm Licht erhalten
und so selbst Licht für andere werden. Nicht dass dadurch alles
immer hell und klasse ist und dass wir nie Schwierigkeiten haben,
aber dass wir spüren dürfen: Jesus ist da in unserem Leben,
in unserem Alltag. In einigen kleinen Szenen möchten wir euch
verdeutlichen, was das bedeutet:
Verkündigungsteil/Anspiel: Licht im Dunkeln
Aufbau: Im Chorraum stehen zwei Tische, dazu die benötigten
Tischlampen, Schattenwand und Lichtquelle - vorher eingestelltes
Prismalicht mit Projektion nach vorne. Das Licht wird ausgemacht.
Es brennen nur die Kerzen.
Jemand, stolpert durch die Kirche: Hier ist
es aber ganz schön duster - wie soll man sich den hier zurecht
finden? Da muss man ja sehr aufpassen, damit man nicht auf die Schnauze
fällt. Aber wenn ich drüber nachdenke, dann ist es wie
im richtigen Leben. Ich fühle mich zur Zeit nicht so besonders,
habe den bekannten Stress in der Schule, mit den Eltern und in der
Clique passt´s auch nicht mehr so richtig. Außerdem
gibt es vieles in dieser Welt, was dunkel ist: Krieg, Terror, Armut,
Elend und, und, und. Mir kommt es so vor, als ob es an vielen Stellen
auch so dunkel ist, wie hier jetzt - ich brauche Licht, damit ich
mich wieder zurecht finden kann.
An Tisch 1 geht eine Lampe an.
Marketingexperte, an Tisch 1: Ich bin doch nicht blöd, mit
dem zweiten sieht man besser, nichts ist unmöglich, wir machen
den Weg frei und überhaupt ist das Leben einfach gut. Leute
kauft, kauft - ihr habt doch die Kohle. Werbung bringt´s!
Werbung macht´s! Die Werbung sagt uns doch, wo´s langgeht!
Dem Konsum gehört die Macht. Nur wer Kohle hat und sich die
Sachen kaufen kann, der hat etwas vom Leben. Werbung und Konsum
- das ist Leben.
Jemand ist fast am Tisch angekommen, da ist das Licht aus.
Ein weiteres Licht geht an hinter einer Schattenwand.
Die Szene spielt in der Disco.
Ja, das nenne ich Leben. Cool abtanzen und Spaß haben, Hauptsache
es macht Fun. Wenn du Fun im Leben hast, ist das Leben rund. (Hinter
dem Tuch wird mit Pillen gedealt.) Ach komm, hab’ dich doch
nicht so - pfeif’ dir mal eine rein, einmal ist keinmal und
Hauptsache du hast Fun - rein die Pille und es geht voll tierisch
ab. Das macht Fun, das macht Laune - so macht das Leben Spaß...
Spaß haben, Fun, immer gut drauf sein, das bringt’s...
Jemand kommt währenddessen am Tuch an und
tanzt mit, auf einmal geht das Licht aus.
Das Licht geht vorne an Tisch 2 an.
Losverkäufer, an Tisch 2: Leute, kauft Lose - jedes Los gewinnt
- Preise, die es noch nie gab. Leute kauft Lose - Preise für
alle. Kauft Lose und hier kommt ihr ganz groß raus. Egal,
ob Ihr nun hier Lose zieht oder auf die Lotterietrommeln starrt
und auf die Lottozahlen gespannt seid. Hauptsache, ihr seid dabei,
Hauptsache, ihr wollt ans große Geld. Ich bin Millionär
und das könnt Ihr auch sein. Da kommt doch Freude auf - und
wenn man erst einmal gewonnen hat...
Jemand ist fast am Tisch angekommen, da ist das Licht aus.
Das Licht geht vorne an Tisch 3 an.
Finanzexperte, an Tisch 3: Sie sind auf der Suche nach Sicherheit
- wir bieten Ihnen mit dem grauen Band der Sympathie: Aktien, Anleihen,
Optionsscheine. Für die berufliche Karriere haben wir die richtigen
Kurse: Managerlehrgänge, Moderatorenausbildung, Basisqualifikation,
Schlüsselkompetenzen. Sie sehen, für Ihre Zukunft machen
wir uns stark. Leben Sie, wir kümmern uns um die Details.
Jemand ist fast am Tisch angekommen, da ist das Licht aus.
Von der Kanzel: Und Gott sprach: Es werde Licht!
Und es war Licht!
Und Gott sah, dass das Licht gut war.
Das Prismalicht geht an.
Jemand, steht staunend davor, bewundert es,
geht direkt darauf zu: AAAAHHHH. Das ist aber ein besonderes Licht,
es geht nicht wieder aus und es ist nicht einfach hell-dunkel. Es
zeigt Farben. Dieses Licht zeigt mehr, als das, was wir normalerweise
an Licht erkennen. Licht ist also nicht nur ein weißes Licht
- es setzt sich aus den verschiedenen Anteilen, verschiedenen Farben
zusammen. Das ist ja erstaunlich. Könnte es sein, dass Licht
in unserem Leben mehr ist, als das, was wir auf den ersten Blick
wahrnehmen? Könnte es sein, dass Licht auch Hoffnung, Orientierung
und Sicherheit bedeuten?
Nach Hoffnung, Orientierung, Sicherheit immer Pausen lassen und
diese Worte deutlichst betonen.
Meditativer Text: »Jesus sagt: Ich bin
das Licht der Welt...« (in: Clemens Bittlinger: Ich bin Worte)
Jemand geht vom Altarbereich weg hinein in die Welt - zu den GottesdienstteilnehmerInnen.
Dort wird er von einem Schwarzlicht angeleuchtet, dass er selbst
reflektiert (weißes T-Shirt, weiße Hose, Handschuhe).
So gibt er das Licht symbolisch weiter...
Lied: »Ein Licht geht uns auf«
Dank und Fürbitte/Lied: »Jesus, dein
Licht«
Wir nehmen uns jetzt Zeit, Dinge im Gebet vor Gott zu bringen, die
uns bewegen, die uns wichtig sind. Dazu haben wir kleine Zettel
und Stifte vorbereitet und haben hier vorne eine dunkle Gebetsecke
(gestaltet mit dunklen Tüchern, Steinen und einer kleinen Kerze)
und eine helle Gebetsecke (gestaltet mit hellen Tüchern und
vielen Teelichtern in Kreuzform). Wir bitten euch einerseits, das
vor Gott zu bringen, was noch erhellt werden soll in eurem Leben
und andererseits, das, was in eurem Leben schon hell ist, wofür
ihr danken möchtet.
Abschluss mit Dankgebet/Vaterunser:
Guter Gott, vieles ist uns eingefallen, wofür wir danken können
und worüber wir uns freuen. Es gibt doch viel, was immer wieder
Licht in unser Leben bringt, was uns Mut macht, Hoffnung weckt und
uns Kraft gibt weiterzuleben. Und es gibt auch viele Situationen,
wo noch Licht nötig ist. Bei uns zu Hause, in der Schule, in
der Welt. Uns fallen Menschen ein, die ein Licht im Leben brauchen.
Wir wissen, Gott, dass du unseren Dank und unsere Bitten hörst
und darum beten wir alle zusammen zu dir: Vater unser im Himmel...
Lied: »Swing low«
Verabschiedung/Give-away:
Streichholzschachtel mit Spruch: »Es ist besser ein Licht
anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen«
Lied: »Der Herr segne dich und behüte
dich«
Segen:
An hellen Tagen, Gott, lass uns erkennen, wo unser Lebenslicht herkommt.
An dunklen Tagen, Gott, lass uns nicht vergessen, dass auch dein
Licht für uns scheint.
An hellen und an dunklen Tagen, Gott, segne
uns mit dem Licht, das durch deinen Sohn in die Welt gekommen ist.
So segne uns Gott, Schöpfer des Lichts, Licht der Welt und
in uns. Amen.
Lied: »Down by the riverside«
Anmerkungen:
Wir entwickelten ein Konzept von Jugendgottesdiensten auf Bezirksebene,
in dem Jugendliche, vor allem die Konfirmandinnen und Konfirmanden,
selbst »ihren« Gottesdienst gestalten und dadurch Glaube,
Gottesdienst und Kirche anders erleben als im »normalen liturgischen
Gottesdienst« am Sonntagmorgen. Gleichzeitig haben wir den
Jugendlichen auch ein Zusammensein nach dem Gottesdienst ermöglicht.
Daraus entwickelte sich der Jugendgottesdienst »Church and
Chips«.
Folgende Grundlagen gehören zur Konzeption:
1. Der Gottesdienst findet in einer Gemeinde
des Kirchenbezirks statt. Es muss nicht immer in der Kirche gefeiert
werden, es kann auch das Gemeindehaus sein.
2. Am Gottesdienst, d.h. auch in der Vorbereitung sind Jugendliche
selbst beteiligt und tragen ihre Ideen und Überlegungen mit
in den Gottesdienst.
3. Der Gottesdienst steht unter einem Thema. Das Thema ist allen
Beteiligten rechtzeitig bekannt zu geben, damit ein roter Faden
durch den Gottesdienst erkennbar ist. Das Thema wird mit den beteiligten
Jugendlichen ausgesucht und dann auch bearbeitet.
4. Die Musik spielt eine entscheidende Rolle. Lieder, die sich die
Jugendlichen aussuchen, sind wichtig. Die Musik muss so gewählt
sein, dass sie (möglichst) zum Mitsingen einlädt.
5. Der Verkündigungsteil wird besonders kreativ gestaltet.
Es gibt auf jeden Fall ein Anspiel und die Ansprache dazu sollte
auch Überraschendes enthalten.
6. Wichtig ist auch die Jugendlichen im Gottesdienst aktiv (neben
Singen und Beten) zu beteiligen.
7. Wir planen jedes Mal ein kleines »Give-away«, das
Jugendliche mitnehmen können und das sie an den Gottesdienst
erinnern soll.
8. Im Anschluss an den Gottesdienst (»Church«) bietet
die Gemeinde in geeigneten Räumen etwas zu Knabbern (»Chips«)
an. Es muss darauf geachtet werden, dass die Jugendlichen wirklich
Raum haben, sich zu begegnen.
9. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind wichtig. Es wurde
ein Logo für »Church and Chips« entworfen, es werden
immer Plakate und Handzettel verteilt und Zeitungsartikel laden
zur Veranstaltung ein. Ein Bericht über den Gottesdienst wird
zumindest in den Zeitungen veröffentlicht und da, wo es sich
anbietet, auch im Gemeindebrief.
10. Es muss ein Gottesdienst von, mit und für Jugendliche sein.
Sollten sich noch andere Altersgruppen finden, ist dies kein Problem
- aber diese sind nicht die Zielgruppe!
Uns ist es besonders wichtig, dass Jugendliche Glaube, Gottesdienst
und Kirche auch als etwas erleben, das mit ihnen und ihrem Leben
zu tun hat. Deshalb erarbeiten wir diese Gottesdienste zusammen
mit Jugendlichen (überwiegend Konfirmandinnen und Konfirmanden)
und beteiligen sie auch aktiv am Gottesdienst. Das Motto von »Church
and Chips«: wir kommen mit einem groben Rahmen und entwickeln
mit den Jugendlichen in der Gemeinde ihren Gottesdienst.
Kontakt:
Volker Renz, Bezirksjugendreferent
Bismarckstrasse 19
77933 Lahr
Telefon 07821/989159
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