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»Apocalypse now«
Ein Workshop und Jugendgottesdienst an einem Wochenende
im Kirchenkreis Düsseldorf-Süd
Übersicht:
Workshop:
Kennenlernspiel
Informationen zur Johannes-Apokalypse
Meditation
Bilder/Collagen
Meditation zu Apk 21, 1-4
Besichtigungs- und Auswertungsrunde
Gottesdienstvorbereitung
Gottesdienst:
Musik
Begrüssung
Lied »Unfriede herrscht auf der Erde«
Meditation
Lied »Freunde, dass der Mandelzweig«
Glaubensbekenntnis
Lied »Hilf, Herr meines Lebens«
Fürbitten
Vaterunser
Lied »Herr, wir bitten: Komm und segne
uns«
Segen
Einladung zur Disco im JuTu 98
Musik
Vorbereitung:
Im Workshop wird ein Jugendgottesdienst zum Thema Wahrnehmung und
Erfahrung apokalyptischer Ereignisse in unserer Welt geplant und
gestaltet.
Material:
Collagenmaterial (Papier, Zeitungen, Zeitschriften), Stoffbahnen,
Dispersionsfarben, Pinsel, Abdeckmaterial; CD-Player, Musik-CDs;
Stichwortkarten
Ablauf Workshop:
Kennenlernspiel:
Die Jugendlichen werfen einander ein Wollknäuel zu und nennen
dabei ihren Namen und ihre Erwartungen an den Workshop; das durch
das Entrollen des Wollknäuels entstehende Netz symbolisiert
die entstehende Gemeinschaft der Gruppe.
Informationen zur Johannes-Apokalypse:
Ich, Johannes, bekam vieles zu sehen und zu hören. Gott wollte
es so. Auf der Insel Patmos, weit weg von denen, die mir nahe waren
und die ich liebte, war mein Exil. Nicht freiwillig gewählt,
sondern von den Römern verordnet. Und dort geschah es: Der
Geist des Herrn ergriff mich, erfüllte meine Gedanken und mein
Herz. Stimmen hörte ich wie Posaunenklang. Ich sah Bilder in
Farben, die mich bewegten und Zusammenhänge, von jenen ich
noch nie - auch in den schlimmsten Albträumen nicht - geträumt
hatte. Ich sah Gott.
Und stark bewegten und verfolgten mich erschreckende,
angstmachende Bilder: Ein Lamm, das das Buch mit den sieben Siegeln
öffnete. Pferde, die Zerstörung brachten. Die Weltenbeben
und den Sturz der Mächtigen der Welt. Dann am Ende eine große
Stille. Bilder von sieben Posaunen: Bildgewordene Töne der
Abgründe dieser Welt. Und ich sah, wie Gott den Teufel auf
die Erde schleuderte. Die Welt ging zum Teufel. Und ich erfuhr das
Grauen, die Ohnmacht und den Hass. Und meine Gedanken wanderten
zu den Menschen in den Gemeinden Kleinasiens, zu den Menschen in
Ephesus, Smyrna, Pergamon, Thyatira, Sardes, Philadelphia und Laodicea.
Menschen, die Bedrückung und Angst erfuhren und am eigenen
Leibe spürten. Menschen, die auf Grund ihres Bekenntnisses
zu Christus gequält wurden. Die getötet und gefoltert
wurden, geopfert zur Belustigung anderer Menschen im Circus Maximus.
Menschen, deren Leben nicht mehr sicher war, die nicht mehr wussten,
wie es weitergehen sollte und konnte. Die konfrontiert waren mit
einem Kaiser, der für sich das Recht beanspruchte, wie Gott
zu sein, und der sie aller ihrer Freiheiten beraubte, weil sie sich
ihm verweigerten. Die Welt um die Gemeinden herum ging zum Teufel:
Grauen und Ohnmacht und Hass wurden zum Brot des Alltags. Todesmächte
bedrohen allenthalben das Leben. Rom, der Tod und der Teufel.
Mir wurde enthüllt, was teuflisch war,
tagtäglich, ich deckte auf und wollte zur Sprache bringen die
Erfahrungen, Gefühle und Empfindungen meiner verfolgten und
ausgegrenzten Brüder und Schwestern. Und ich ließ sie
durch- und anschauen, welche Todesmächte ihr Leben bedrohten:
die politische Macht, die Gott nicht die Ehre gibt, die ökonomische
Macht, die alle Güter des Lebens zur Ware gemacht hat. Apokalypse
- ihr erlebt sie auch heute. Denkt an das Erdbeben in El Salvador,
denkt an das Unglück vor den Galapagos-Inseln, denkt an Gewalt
gegen AusländerInnen bei uns...
Meditation:
Apk 8,6-9; 11,15-19 mit Betrachtung der Bilder 19-26 (aus: Uwe Appold:
Apokalypse. 39 Bilder zur Offenbarung)
Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen
hatten sich gerüstet zu blasen. Und der erste blies seine Posaune;
und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und fiel auf die
Erde; und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil
der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.
Und der zweite Engel blies seine Posaune; und es stürzte etwas
wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer, und der dritte
Teil des Meeres wurde zu Blut, und der dritte Teil der lebendigen
Geschöpfe im Meer starb, und der dritte Teil der Schiffe wurde
vernichtet.
Und der siebente Engel blies seine Posaune;
und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen:
Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden,
und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und die vierundzwanzig
Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen
nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Wir danken
dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst,
dass du an dich genommen hast deine große Macht und herrschest!
Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein
Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen
Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen
fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten,
die die Erde vernichten. Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan,
und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und
es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein
großer Hagel.
Bilder/Collagen:
Die Jugendlichen visualisieren ihre Eindrücke und Empfindungen
zu Bildern und Texten mit Dispersionsfarben und/oder Fotos und Zeitungsausschnitten
auf großen Nesselstoffbahnen.
Meditation zu Apk 21, 1-4:
Nein, die Welt ist nicht in Ordnung. Und es mag sein, dass wir in
apokalyptischen Zeiten leben. In Zeiten, die uns das Fürchten
lehren. Die Katastrophen dieser Welt und unseres Lebens machen Angst.
Wie der Klang der Posaunen zur Zeit des Johannes von Patmos, wie
die Farben auf unseren Bildern es ausdrücken.
»Apocalypse now« - gestern Abend
kamen in den Nachrichten die ersten schrecklichen Bilder der Erdbebenkatastrophe
in Indien... »Apokalypse« - ein Wort, das uns das Fürchten
lehrt; und das uns lehrt nachzudenken darüber, was wirklich
zählt, was wirklich wichtig ist und worauf es ankommt in unserem
Leben; ein Wort, das uns nach neuer Hoffnung fragen lässt.
Johannes von Patmos sieht solche neue Hoffnung. Er sieht nicht nur
die alles zerstörende Katastrophe, sondern er sieht die Welt
so, wie Gott sie gemeint hat. Er sieht - durch alle Katastrophen
hindurch und über sie hinaus - eine neue Zukunft; das neue,
himmlische Jerusalem: »Und ich sah einen neuen Himmel und
eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde vergingen,
und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das
neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet wie
eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und ich hörte eine
große Stimme von dem Thron, die sprach: Siehe da, die Hütte
Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden
sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein; und Gott
wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird
nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr
sein, denn das Erste ist vergangen.«
Johannes sagt: »Fürchte Dich nicht!«
(Apk l, 17) Apokalypse - das ist nicht Ende, nicht Stillstand, sondern
eine neue Zukunft, eine neue Geschichte mit hellen und mit dunklen
Zeiten, aber immer mit Gott, der alle Tränen abwischen wird.
Doch wie sieht diese Zukunft aus?
Die Jugendlichen versuchen, die Eindrücke
dieses Hoffnungstextes in ihre Bilder/ Collagen einfließen
zu lassen.
Besichtigungs- und Auswertungsrunde
Jede Gruppe stellt den anderen Gruppen ihr Bild/ihre Collage vor.
Gottesdienstvorbereitung
Die Gesamtgruppe legt fest, welche Elemente die Feier enthalten
soll, indem sie vorbereitete Karten mit Stichworten wie »Gebet«,
»Lied«, »Aktion« usw. diskutiert und dann
in einer bestimmten Reihenfolge anordnet; anschließend Aufgabenverteilung:
In Kleingruppen werden die einzelnen Gottesdienstelemente vorbereitet:
Begrüßung, Lieder, Informationen zu den Bildern, Gebete...
Ablauf Gottesdienst:
Musik
Begrüssung
Infos zum Gottesdienst und zur Entstehung der Bilder/Collagen
Lied: »Unfriede herrscht auf der Erde«
Meditation
Apk 8, 6-11 im Wechsel mit Apocalyptica: »Inquisition Symphony«;
anschließend Stille; darin langsames Verlesen von Apk 21,
1-4; dann Zeit zum Betrachten der Bilder/ Collagen, die vorne im
Gottesdienstraum hängen.
Lied: »Freunde, dass der Mandelzweig«
Glaubensbekenntnis
Lied: »Hilf, Herr meines Lebens«
Fürbitten:
Gott, in diesem Workshop haben wir uns mit dem Thema Apokalypse
befasst.
Wir hoffen, dass wir von solchen Schicksalen
wie denen, die wir auf den Bildern und Collagen dargestellt haben,
verschont bleiben.
Wir gedenken der Opfer der schlimmen Erdbeben
von El Salvador und Indien, in denen viele Menschen ihr Leben lassen
mussten.
Ebenso beten wir für die Menschen, die
dabei ihr Heim verloren haben, und die Angehörigen der Opfer.
Wir beten für die Besatzungsmitglieder
des Schiffes »Jessica« und die Tiere der Galapagos-Inseln,
die bei der Ökokatastrophe ums Leben kamen und kommen werden.
Wir denken auch an die Menschen, die an Krankheiten
sterben oder Qualen erleiden müssen.
Wir beten für alle, die in Nöten und
Ängsten leben.
Lasst uns nun beten, wie Jesus uns gelehrt hat:
Vaterunser
Lied: »Herr, wir bitten: Komm und segne
uns«
Segen
Einladung zur Disco im JuTu 98
Musik
Anmerkungen:
Der Workshop war Teil des Begleitprogramms zu einer Ausstellung
von 39 Bildern zur Offenbarung des Johannes von Uwe Appold in verschiedenen
Kirchen und Gottesdiensträumen des Kirchenkreises Düsseldorf-Süd.
Jugendliche ab 12 Jahren aus allen Gemeinden des Kirchenkreises
waren eingeladen, einen eigenen Gottesdienst zum Thema »Apocalypse
now« in Auseinandersetzung mit den Bildern und ihrer eigenen
Wahrnehmung und Erfahrung apokalyptischer Ereignisse in unserer
Welt kreativ vorzubereiten und zu gestalten. 16 Jugendliche kamen
und lernten so nicht nur ein ihnen bis dahin recht fremdes Thema,
sondern auch einige neue Leute aus anderen Gemeinden kennen.
Kontakt:
Gabi Sonner/Martin Fricke
JuTu 98, Südallee 98, 40593 Düsseldorf, Telefon 0211/7000125
| Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf
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