»(T)Raumstationen«
Ein Jugendgottesdienst im Gemeindezentrum Heilig-Geist-Kirche in Düsseldorf


Übersicht:

Raumschiff-Video mit StarTrek-Musik

Eingangsmeditation

Begrüssung

Traumreise

Lied: »Halte deine Träume fest«

Aktion: Bau des Raumschiffs, Traumübergabe

Lied: »Wir träumen einen Traum«

Gesprächsrunde

Lied: »Da berühren sich Himmel und Erde«

Fürbitten

Aktion: (T)Raumschiff fliegen lassen

Vaterunser

Segen

Snack & Talk
Vorbereitung:
Anleitung zum Bau des Raumschiffes: Unser Raumschiff sollte die Form vom »Raumschiff Enterprise« erhalten, dies natürlich in einfacher Ausführung.

Aus dem Kaninchenmaschendraht wird die Grundform gebogen und eventuell in Einzelteilen aneinander gebunden. Der Hohlraum kann mit etwas Zeitungspapier (zusammengeknüllt) gefüllt werden, da nicht der ganze Hohlraum für die Traumzettel benötigt wird. Nun kann die Konstruktion mit 3 bis 4 Schichten Alufolie (immer nur kleine Teile aneinander kleben) verklebt werden. Unbedingt genügend Kleister verwenden. Dabei daran denken, dass ein Einwurfloch ausgespart wird und die Öse, zur Befestigung an der Seilkonstruktion, nicht überklebt wird. Je nach Temperatur und Größe des Raumschiffes sollten zwei Tage zum Austrocknen eingeplant werden.

Material:
Für das Raumschiff: Kaninchenmaschendraht, Blumenbindedraht, alte Zeitungen, Kleister (am besten Spezial-Tapeten-Kleister), Alufolie in größerer Menge, Öse zur Befestigung an der Seilkonstruktion; Video-Projektor oder Video-Beamer, CD-Player, Discolichter, Nebelmaschine

Ablauf:

Raumschiff-Video mit StarTrek-Musik
Sequenzen aus alten »Raumschiff-Orion«-Filmen, die vom Beamer auf die Wand projiziert werden.

Eingangsmeditation:
SprecherIn: Der Weltraum - unendliche Weiten. (T)Raumschiff »Heilig-Geist-Kirche« im Jahr 1999; Planet Erde, 6,8° östliche Länge / 51,3° nördliche Breite. Wir befinden uns auf der Expedition »(T)Raumstationen«. Ziel: die Erkundung von Träumen, von großen und von kleinen Träumen, von Lebensträumen, von geheimen und gar nicht geheimen Sehnsüchten, vom Traum vom Himmel auf Erden.

Pfarrer: Der Weltraum - unendliche Weiten; ein Raum für Träume. Immer schon: die Faszination der Unendlichkeit, die Sehnsucht, nach den Sternen zu greifen und die Rätsel des Universums zu lösen, die Möglichkeit, dass es irgendwo unbekanntes Leben zu entdecken gibt, die uns erschauern lässt.

Der Weltraum - ein Raum für Träume, für »(T)Raumstationen«. Gibt es einen, der uns hilft, Kurs zu halten? Vielleicht der, dessentwegen wir gerade hierher gekommen sind und von dem es heißt (Ps 139, 8-12a): »Flöge ich zum Himmel, so bist du da, Gott; legte ich mich zu den Toten, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde deine Hand mich auch dort führen und halten. Selbst wenn ich sagte: Finsternis soll mich zudecken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch die Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht würde leuchten wie der Tag.«

Begrüssung:
Herzlich begrüßen wir euch zum Jugendgottesdienst hier in der Heilig-Geist-Kirche. Wir freuen uns, dass ihr da seid. Wir möchten heute einen Gottesdienst mit euch feiern, der, wie ihr schon gemerkt habt, etwas anders ist als sonst. Lasst euch überraschen! Anschließend seid ihr herzlich eingeladen zu »Snack & Talk« im Jugendhaus. Dort gibt es etwas zu Essen, und ihr könnt kickern, Billard spielen oder einfach nur klönen - auch über diesen Gottesdienst.

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, der wie ein guter Vater und wie eine gute Mutter für uns da ist, der in Jesus Christus unser Bruder geworden ist und der uns seinen Heiligen Geist schenkt, damit wir leben können. Amen.

Traumreise (mit Musik)
Im Traum/Raumschiff deiner Phantasie machst du die schönsten Reisen. - So auch jetzt und hier - du fliegst dem Himmel entgegen - nachtblauer Himmel über dir. - Du fliegst in die unendliche Weite des Alls, - tausend Lichtjahre entfernt, - vom hier und jetzt. - Du sitzt in deinem Traum/Raumschiff und schwebst den Sternen zu - ins weite All - hinein in deine Träume und Wünsche, deine Sehnsüchte - vorbei an leuchtenden Sternen. - Du schwebst deinen Träumen entgegen. - Du kommst ihnen näher - immer näher. - Jetzt bist du ihnen ganz nah - deinen Träumen, - deinen Wünschen - deinen Sehnsüchten - für dein Leben. - Inmitten von Nachtblau - umspannt von der Weite des Alls - schwer, warm, ruhig und entspannt, - wie eingebettet in dieses Universum bist du. - Und um dich herum nichts als dieses Nachtblau - diese Ruhe. - So schwebst du weiter, - immer weiter, - tiefer und tiefer in deine Träume hinein. - Du fühlst dich wohl. - Eine unendliche Weite und Ruhe umgibt dich. - Die Ruhe ist in dir. - Du bist so ruhig und gelöst - du bist ganz ruhig und entspannt. - (Musik) - Du machst dich auf, - auf den Weg in Richtung jetzt und hier. - Du kehrst zurück zu deinem Traum/Raumschiff, - durch die unendliche Weite des Alls, - durchs nachtblaue, dunkle Universum, - vorbei an den leuchtenden Sternen - zurück ins jetzt und hier - im Traum/Raumschiff deiner Phantasie machst du die schönsten Reisen

Lied: »Halte deine Träume fest«

Aktion: Bau des Raumschiffs, Traumübergabe
An die GottesdienstbesucherInnnen werden Notizzettel und Stifte verteilt. Sie erhalten die Aufgabe, ihre ganz persönlichen »Lebensträume« aufzuschreiben: »Was ich mir schon immer für meinen Lebensweg gewünscht habe. Einen Wunsch, den ich mir gerne erfüllen würde.«

Diese Lebensträume werden während der 2. Station des Gottesdienstes in das fertig gestellte Raumschiff eingeworfen. Ganz wichtig: Das Einwurfloch im Raumschiff wird nach der Aktion verschlossen, so dass die »Träume« nicht von anderen gelesen werden können. Nach dem Vaterunser wird das Raumschiff auf den Weg ins »All« geschickt. Dies geschieht per Seilkonstruktion, von Wand zu Wand leicht abfallend befestigt, im Altarraum; begleitet von Musik, Lichteffekten (Discolichter, Lichtorgel) und künstlichem Nebel (Nebelmaschine). Es bietet sich an, gerade wenn der Gottesdienst am Abend stattfindet, die übrige Beleuchtung im Kirchraum auszuschalten.

Lied: »Wir träumen einen Traum«

Gesprächsrunde:
Welche Lebensträume haben wir? Träume brauchen Räume - Räume, in denen sie gelebt werden können. Und wenn sie nicht hier auf dieser Erde erfüllbar sind, dann senden wir sie weit weg in einem Raumschiff, das fremde Welten und Sonnensysteme erforscht und in denen deshalb noch alles möglich ist, was wir auf dieser Erde gar nicht für möglich halten, in denen das Leben ganz anders sein kann als das, was wir hier Tag für Tag machen. Wir sind nicht die ersten, die denken, dass ihre Träume einen Ort brauchen, an dem sie in Erfüllung gehen können. Die Bibel erzählt genau das, dass es Orte gab und geben wird, an denen Träume wahr werden. Bestimmte Träume, die nicht nur einige wenige Menschen glücklich machen, sondern alle Menschen glücklich machen sollen. Also keine Träume von möglichst viel Geldverdienen, keine Träume von viel Erfolg in der Schule, von guten Zensuren oder so etwas. Sondern dass es Orte gab und geben wird, an denen sich die Träume von Menschen erfüllen, an denen die Menschen glücklich leben, wo sie genug zu essen haben, wo sie in Frieden zusammenleben, wo sie sich für nichts schämen müssen, wo sie von keinem blöd angeguckt oder angemacht werden, wo sie nicht nach dem beurteilt werden, was sie können oder nicht. Die Bibel erzählt davon ganz am Anfang, und sie nennt diesen Ort, wo diese Träume sich erfüllen: »das Paradies«. Und ganz am Ende der Bibel ist wieder von so einem Ort die Rede, wo keine Wünsche und Träume offen bleiben, wo Gott sich um uns kümmert und selbst dafür sorgt, dass es uns an gar nichts fehlt und alle genug zum Leben haben. Aber in der Zwischenzeit, bis es soweit ist, dass Gott für die Erfüllung der Träume sorgt, müssen wir unsere und auch seine Träume selbst wach und lebendig halten. Träume sind Schäume, wenn sie uns nicht verändern. Sie sind zu nichts gut, wertlos. Denn nur auf die Zukunft hoffen, in der alles anders ist, nützt nichts. Das zeigt uns das Leben von Jesus. Der sich für seine und Gottes Träume von einer gerechteren, liebevolleren Welt einsetzte. Der wollte, dass wir weniger Vorurteile gegeneinander haben, der wollte, das wir nachsichtig und einfühlsam miteinander umgehen und nicht nur auf unserem Recht bestehen. Und der wollte, dass wir uns Gott nahe fühlen können, wenn wir mit ihm diesen Weg gehen. Wir sollten also unsere Träume immer wieder auf Reisen schicken, damit sie uns in Bewegung halten und sie nicht im Alltag und von anderen klein machen lassen. Die Geschichte vom Wachhalten von Träumen erzählt die ganze Bibel: dass Gottes Traum mit den Menschen die Welt verändert und dass Gottes Traum von der Welt uns verändert. Uns verändert, jedenfalls dann, wenn unsere und Gottes Träume noch nicht begraben sind, sondern wir sie auf die Reise schicken, damit sie viele andere Menschen auch erreichen. Lebensträume habt ihr eben schon aufgeschrieben und in das Raumschiff geworfen. Vielleicht gelingt es jetzt, dass ihr zu zweit oder zu dritt Wünsche formuliert, die ausdrücken, was wir für die Erfüllung einer gerechteren Welt tun können und die wir dann als Gebetsteile gleich im gemeinsamen Gebet mit vorlesen können.

Lied: »Da berühren sich Himmel und Erde«

Fürbitten:
Barmherziger Gott, nicht jeder Traum kann in Erfüllung gehen; wir bitten dich, lass uns die Kraft und die Phantasie zum Träumen nicht verlieren; gib, dass wir nicht verlernen zu träumen. Wir haben verschiedene Träume; schenke allen Menschen, überall auf der Welt, die Möglichkeit, ihre Träume zu verwirklichen. Wir haben hochfliegende Träume; gib uns bei aller Träumerei die nötige Portion Realismus, damit wir nicht übermütig werden. Barmherziger Gott, lass Gerechtigkeit, Frieden, Glück für uns und für alle Menschen, die deine Kinder sind, ja: für deine ganze Schöpfung nicht nur ein Traum sein.

Aktion: (T)Raumschiff fliegen lassen
dazu wird Psalm 139 gelesen

Vaterunser

Segen:
Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst: Niemand ist da, der mich erfüllt mit seiner Kraft.
Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst: Niemand ist da, der mich erhellt mit seinem Licht.
Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst: Niemand ist da, der mit mir geht in hellen wie in dunklen Zeiten.
So segne und behüte dich der barmherzige und gnädige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Snack & Talk


Anmerkungen:
In der Heilig-Geist-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Urdenbach feiern wir seit einiger Zeit zwei- bis dreimal jährlich Gottesdienste von Jugendlichen für Jugendliche. Das Vorbereitungsteam besteht aus Jugendlichen, der hauptamtlichen Jugendleiterin der Gemeinde und einem Pfarrer. Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, die Gottesdienst »einmal anders« erleben möchten. Die Gottesdienste werden aber auch von Erwachsenen besucht, die an alternativen Gottesdienstformen interessiert sind. Das Team trifft sich vier- bis fünfmal, um einen Gottesdienst vorzubereiten. Das Thema wird gemeinsam festgelegt; Inhalte und Formen gestalten die Jugendlichen in der Regel selbst. Nach dem Gottesdienst treffen sich alle GottesdienstteilnehmerInnen zu »Snack & Talk« im Jugendhaus, wo es schon so manche Anregung für den nächsten Jugendgottesdienst gegeben hat.

Kontakt:
Gabi Sonner / Martin Fricke
JuTu 98
Südallee 98
40593 Düsseldorf
Telefon 0211/7000125


Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:
Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
40 Komplettentwürfe für die Gestaltung von Gottesdiensten, Andachten und Events mit Jugendlichen

Ob "Mitternachtsandacht", "Jesus Birthday Party", "C-Online-Gottesdienst", "Osternachtsfeier mit allen Sinnen" oder "I love you-Gottesdienst" - das Powerpack stellt 40 innovative Komplettentwürfe mit Gebeten, Predigten und "Szene-Spielen" für die Gottesdienstgestaltung mit Jugendlichen zusammen.
Kaufen bei 320 S., Paperback A5, 19.80 EUR
(ISBN 3-928781-23-5)


Jugendgottesdienst.com ist ein Projekt des Bochumer biblioviel Verlags
© biblioviel Verlag + Agentur für Presse, Buch und Neue Medien