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»Wäääähhhhhnachten«
Ein Jugendgottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Weingarten


Übersicht:

Gespräch auf dem Weihnachtsmarkt

Begrüssung

Lied: »Du bist du«

Geschichte: »John Pierpont«

Lied: »Jingle Bells«

Gespräch mit dem Kind in der Krippe

Lied: »Eines Tages kam einer«

Anspiel: Streit um Weihnachten

Lied: »Es war Nacht«

Fürbitten/Lied: »Laudate omnes gentes«

Vaterunser

Lied: »Stern über Bethlehem«

Geschenktipps

Segen

Nachspiel
Vorbereitung:
Eine Tapetenrolle wird mit originellen Weihnachtswünschen beschriftet. Vor dem Altar wird auf dem Boden aus grünem und braunem Tonpapier ein Weihnachtsbaum gelegt, auf dem brennende Teelichter stehen. Der Gottesdienst beginnt aber im Eingangsbereich der Kirche unter der Empore, wo sich alle Teilnehmer sammeln.

Material:
Verschiedene Weihnachtsdekorationen, Tapetenrolle, Tonpapier in grün und braun, Teelichter


Ablauf:

Gespräch auf dem Weihnachtsmarkt:
Unter der Empore im Eingangsbereich der Kirche, hier wird ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, mit Ständen und weihnachtlicher Dekoration, Zweige, Engel, Kugeln etc. Daneben steht ein Kinderwagen. Gleichzeitig werden aus verschiedenen CD-Playern Weihnachtslieder gespielt.

F1: Servus! Auch auf dem Markt unterwegs?

F2: Ja, ja, Geschenke kaufen und so weiter, und du?

F1: Auch schon... (wird von jemandem angerempelt) Hey!! Pass doch auf! (wendet sich wieder an den Freund) Scheiß Stress, scheiß Trubel und überall diese falschen, fröhlichen Gesichter!

F2: Ich kann den Weihnachtstrubel auch nicht ausstehen und das ätzende Gedudel von den Kindern da, die total mies Flöte spielen, geht mir schon den ganzen Tag auf die Nerven!

F1: Außerdem ist alles so teuer, die machen doch mit Weihnachten nur großes Geld und dabei denkt keiner daran, warum wir überhaupt Weihnachten feiern, und dann bekommt man die Geschenke und tut als würde man sich riesig freuen und würde alle so sehr lieben... ätzend!

F2: Sonst kümmern sich meine Eltern nicht um meine Probleme und meinen dann noch an Weihnachten mit überteuerten Geschenken meine Probleme zu lösen. (Kinderwagen rollt sie an.)

F1: Verdammter Kinderwagen, da war nicht mal ein Kind drin!

F2: Und wenn Kinder drin hocken, dann quengeln sie und schreien...

F1: Was machst du an Heilig Abend?

F2: Natürlich mit den Eltern und Großeltern rumhocken, einen auf glücklich machen und Geschenke einsacken, vielleicht sterbe ich ja an der Langeweile.

F1: Es wäre ja mal eine Idee, anstatt teurer Geschenke jemandem mal zuzuhören und bei Problemen zu helfen. Na ja, muß aber mal wieder los, Stress pur...

F2: Gut, bis denn.

F1: Ich freu mich schon aufs nächste Wääääähhhhhhnachten!

Und das ist auch das Thema unseres heutigen Jugendgottesdienstes. Ist
Weihnachten wirklich wääähhh??

Begrüssung:
Ich begrüße euch alle hier bei unserem Jugendgottesdienst. Wie ihr schon längst gemerkt habt, ist unser Thema heute natürlich auch Weihnachten. Wenn ihr jetzt aber auf ein Krippenspiel oder eine 30-minütige Predigt wartet, dann müsst Ihr hier noch mindestens zwei Wochen sitzen bleiben. Also seid nicht allzu verwundert, wenn euch der Ablauf etwas chaotisch vorkommt. Wir haben absichtlich in mehreren Spots das Thema Weihnachten beleuchtet und sind davon überzeugt ihr findet euch irgendwo wieder.

Lied: »Du bist du« (aus: Fontäne blau, 1993)

Geschichte: »John Pierpont« (Annegret Wahl/Eva-Maria Müller)
1: Kennst du John Pierpont?

2: John wer?

1: John Pierpont!

2: Nee, nie gehört. Wer ist denn das? Wisst ihr wer John Pierpont ist?

1: Also, John Pierpont war eigentlich ein totaler Loser.

2: Warum?

1: Zuerst wurde er Lehrer, taugte dafür nicht und studierte dann Jura. Als dies auch nichts wurde, beschloss er Geistlicher zu werden. Dort konnte man ihn dann aber auch nicht gebrauchen. Dann war er für ein paar Jahre in der Politik. Aber das war auch nix für ihn. Zu guter Letzt bekam er einen kleinen Posten im Finanzamt. Ein paar Jahre später starb er dann mit 81 Jahren.

2: Und warum soll ich jetzt diesen Loser kennen?

1: Er hat nämlich ein Lied geschrieben, das wir alle kennen, fast zu gut kennen.

2: Und welches?

1: Jingle Bells

Lied: »Jingle Bells«

Gespräch mit dem Kind in der Krippe:
Ich weiß nicht, wo ich dich hinstellen soll. Auf der Anrichte liegen die Geschenke, das Regal ist vollgestellt, und in diesem Jahr gibt es den Platz unterm Weihnachtsbaum nicht mehr. Warum nicht? Zuerst nimmt die Tanne viel zuviel Platz weg, danach ist sie nur noch lästig. Was soll der Aufwand für drei Tage? Wir haben im Blumenladen ein Weihnachtsgesteck bestellt. Das kann man auf den Tisch und wieder wegstellen. Es wird ohne dich gehen müssen, Kind in der Krippe. Hieß es nicht schon einmal vor zweitausend Jahren: Du kamst auf deine Erde und fandest keinen Platz? Nur mit dem Unterschied: Damals wussten sie nicht, wer du bist... Überhaupt - uns fehlt die Weihnachtsstimmung. Wo soll sie auch herkommen? Wir essen alle Tage als wäre Feiertag. Wir schenken das ganze Jahr über uns selber alles, was wir haben wollen. Nur mit der Freude hapert es. Was hast du gemeint mit: »Große Freude allem Volk«? Kann man Freude einfach verkündigen und dann ist sie da? Zum Freuen braucht man doch einen Anlass.

Lied: »Eines Tages kam einer«

Anpiel: Streit um Weihnachten
Tochter/Sohn will nicht mehr mit der Familie Weihnachten feiern sondern mit Freunden zusammen.

Vater: Du hältst unsere Art Weihnachten zu feiern also für unerträglich, kindisch, verlogen und... wie war das?

Tochter/Sohn: Sentimental

Vater: Ach ja, sentimental. Kannst du das mal begründen ?

Tochter/Sohn: Was gibt es da zu begründen? Ist es nicht so?

Vater: Also bitte, nicht in diesem Ton. Schließlich haben Mutter und ich uns immer viel Mühe gegeben, es Weihnachten so schön wie möglich zu machen. Und Weihnachten ist nun mal ein Familienfest. Im Weihnachtsfest wird ein ganzer Schatz an Überlieferung und Tradition weitergegeben und lebendig erhalten. Und wenn wir schon die Geburt Jesu feiern, dann liegt es doch nahe, dass wir auch an die Menschen denken, durch die wir auf die Welt gekommen sind.

Tochter/Sohn: Das weiß ich.

Vater: Also?

Tochter/Sohn: Das macht es ja so schwer, darüber zu reden.

Vater: Wieso?

Tochter/Sohn: Ich will halt nicht, dass ihr mich für undankbar haltet, aber ich find's einfach einfältig.

Mutter: Was findest du denn so entsetzlich sentimental und einfältig?

Tochter/Sohn: Ach, die ganze Gefühlsduselei, diese kindische Geheimnistuerei mit den Geschenken. Diese Fröhlichkeit auf Kommando. Wir verstehen uns zur Zeit sowieso nicht und dann sollen wir so tun als wäre an diesem Tag alles in Ordnung? - Sicher nicht. Meine Brüder gehen doch schon lange ihren eigenen Weg und dann sollen sie sich zusammenreißen, nur damit ihr einen Abend im Jahr das Gefühl habt eine heile Familie zu sein? Das ganze Jahr über singen wir nicht zusammen und plötzlich soll gesungen werden. Und bei »Stille Nacht« kommen Papa die Tränen. Das halte ich nicht mehr aus.

Mutter: Du wirst später...

Tochter/Sohn: Jaja, mir ist diese ganze Feierei zu feucht mit ihren Tränen und Küsschen hier, Küsschen da. Ich will diesen Abend mit Freunden und Freundinnen feiern, mit Leuten, die mir wichtig sind, und die mir auch näher stehen als ihr.

Vater: Wie stellst du dir denn das vor: Dein Weihnachten?

Tochter/Sohn: Ich weiß nicht, aber sicher nicht so wie in den letzten Jahren.

Mutter: Als du klein warst...

Tochter/Sohn: ...hat Papa mir immer die Weihnachtsgeschichte vorgelesen, ich kann sie fast auswendig. Statt dessen hättet ihr mal nach meinen Sorgen und Problemen fragen können. Immer waren es Dinge, die wir uns geschenkt haben.

Vater: Ich hätte dich mal sehen wollen. Wenn wir die zu Weihnachten nur die Lösung eines Problems geschenkt hätten.

Tochter/Sohn: Ja schon, aber es war immer dasselbe. Ich weiß gar nicht mehr, was das alles soll mit Tannenbaum und Lametta und dem ganzen Zeug. Ihr kennt mich doch gar nicht wirklich und deshalb finde ich es so abnormal Weihnachten plötzlich im Familienkreis zu feiern. Ich hätte gern mal mit euch über ein paar Dinge gesprochen, aber irgendwie ist es mit euch unmöglich, warum eigentlich???

Lied: »Es war Nacht« (aus: Feiert Jesus, Hänssler Verlag, 1995)

Fürbitten/Lied: »Laudate omnes gentes«
Gott, wir sind zornig und traurig darüber, dass es in der Welt so viel Krieg und Feindschaft gibt: in Afghanistan und zwischen Israel und Palästina, in Nordirland und Äthiopien. Hilf uns, für Frieden und Freundschaft einzutreten. Überlass uns nicht der Ohnmacht und dem Chaos.

Gott, unterstütze uns, damit wir nicht schweigen, sondern mit dir gegen den Tod aufstehen und das Elend lindern und beseitigen helfen.

Gott, hilf uns, den Hungernden Nahrung zu geben, den Kranken medizinische Versorgung, und den Frierenden Kleidung. Wir rufen zu dir...

Gott, komme zu uns in unser Leben und nimm uns mit auf den Weg deines Advents. Steh du allen bei, die mit ihren Eltern Krach haben und nicht so recht wissen, wie sie ihn beilegen sollen.

Gott, zieh uns das Gewand der Hoffnung an und kleide uns mit dem Mantel des Lichts in dieser weihnachtlichen Zeit. Amen.

Vaterunser

Lied: »Stern über Bethlehem«

Geschenktipps:
Einige der Tipps werden auf eine Tapetenrolle geschrieben, die dann entrollt wird, während die Hinweise von der Kanzel genannt werden. Auf der Rolle stehen in großen Buchstaben: Geschenkbuch, Gutscheine: Babysitten, Shopping, CD-Mix, Briefmarken, Essen.

Was soll ich bloß schenken??? Das ist die Frage kurz vor Weihnachten! Für die Oma habe ich noch nichts und für die Eltern fällt mir nicht mal was ein!!! Weihnachten und Geschenke - der pure Horror... Eigentlich muss das nicht jedes Jahr so sein... es gibt da ein paar Tricks und Tipps...

1 .Ein Geschenkbuch führen, d.h. das ganze Jahr über beobachten was der Mama manchmal im Haushalt fehlt, worüber die Oma sich freuen könnte, von welcher CD die Schwester schwärmt. Die Ideen werden dann gleich zum passenden Namen in das geheime Buch geschrieben.

2. Die berühmten Gutscheine... mit besonderem Inhalt, z.B. einen Ich-passe-auf-meine-kleinen-Geschwister-auf-Gutschein für die Eltern, damit die mal wieder ins Kino oder ins Konzert können. Einen Shopping-Gutschein für die Schwester in Ulm oder Ravensburg mit Anreise, Tütenschleppen und Kaffeepause; einen Ich-halte-dir-einen-Platz in-der-ersten-Reihe-in-der-Kirche-beim-Weihnachtsgottesdienst-frei-Gutschein für die Oma, d.h. ich muss über eine halbe Stunde vorher da sein und den Platz und das warme Sitzkissen reservieren.

3. Für meinen Freund oder meine Freundin gibt es die selbstgemachte CD mit den Lieblingsliedern, natürlich gehört auch die Gestaltung der CD-Hülle dazu.

4. Es gibt auch die berühmten guten und sinnvollen Geschenke - warum nicht mal einen Satz Sonderbriefmarken an einen leidenschaftlichen Briefschreiber verschenken?

5. Ganz spannend wird es, wenn man jemanden beschenkt, der es gar nicht erwartet. Vielleicht lohnt es sich, genau das mal auszuprobieren!

6. Man kann auch eine Einladung zu einem besonderen, selbstgekochten Essen verschenken. Selbstverständlich mit einer offiziellen brieflichen Einladung samt Menükarte. Vielleicht gibt es einen Anlass für bestimmte Gerichte: österreichische Küche, weil ihr zum Skifahren geht, italienisch als Erinnerung an den Sommerurlaub. Man kann auch die Oma zum Kaffeetrinken einladen, selbstverständlich mit selbstgebackenem Kuchen.

7. Noch ein Tipp am Schluss: Bloß nicht die zehnte, schön verpackte Kerze aus dem Geschenkladen auswählen - die zehn Kerzen oder Badeperlen vom letzten Jahr stehen immer noch nutzlos rum!

Segen

Nachspiel


Anmerkungen:
Seit zweieinhalb Jahren gibt es in unserer Gemeinde ein Jugendgottesdienst-Team, dass sich aus Jugendlichen und Erwachsenen zusammensetzt. Wir bereiten vier Jugend-Gottesdienste im Jahr vor und versuchen möglichst für jeden Gottesdienst eine Band für die musikalische Gestaltung zu gewinnen. Angesprochen sind die KonfirmandInnen, alle Jugendlichen, junge Erwachsene, die sich eingeladen fühlen. In dieser Zeit hat sich ein fester Stamm von Besuchern entwickelt. Wir versuchen, auf Themen und Fragen der Jugendlichen im Gottesdienst einzugehen.

Kontakt:
Pfarrerin Susanne Wahl
Evang. Pfarramt Weingarten III, Bergstr. 30, 88276 Berg
Telefon 0751/46980
Fax 0751/5574474
weingarten3@evkirche-rv.de



Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:
Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
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Ob "Mitternachtsandacht", "Jesus Birthday Party", "C-Online-Gottesdienst", "Osternachtsfeier mit allen Sinnen" oder "I love you-Gottesdienst" - das Powerpack stellt 40 innovative Komplettentwürfe mit Gebeten, Predigten und "Szene-Spielen" für die Gottesdienstgestaltung mit Jugendlichen zusammen.
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