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»Dumm geboren
und nichts dazugelernt«
Ein Jugendgottesdienst der Gemeinde St. Thomas in Hannover
Übersicht:
Gedanken
Begrüssung
Lied: »Nähme ich Flügel der
Morgenröte...«
Szene: Talk-Runde
Lied: »Von guten Mächten wunderbar
geborgen«
Text: Weshalb ich Lehrerin werde...
Lied: »Da berühren sich Himmel und Erde«
Text: Ein Mensch mit 15, 30...
Lied: »Halte deine Träume fest«
Text: Frau Schluttke
Lied: »Night & Day«
Text: Monolog des Todes
Lied: »Meine Zeit steht in deinen Händen«
Ein Märchen: Beate im Wald der tausend
Antworten
Gebet einer alten Frau
Vaterunser
Segen
Danksagung/Einladung
Nachspiel: »You can't hurry love«
Ablauf:
Gedanken:
Meine Freundin labert ständig nur über Jungs und Mode.
Gibt's wirklich nichts Wichtigeres im Leben? Ich find das manchmal
ganz schön oberflächlich! Ich finde es wichtig, darüber
nachzudenken, warum manche Menschen ohne Chance auf die Welt kommen.
Viele werden nicht einmal eine Woche alt. Ich gucke vier Stunden
fern pro Tag. Halte ich diesen Schnitt, habe ich, wenn ich 60 werde,
10 Jahre meines Lebens ferngesehen. Will ich das? Ich habe selten
das Gefühl, in der Schule auf das Leben vorbereitet zu werden.
Warum gibt es kein Fach »Lebenskunde«? Mein Freund will
vor allem eins werden: reich! Als Lebensziel würde mir das
nicht reichen. Wenn da nicht irgendeine Kraft über uns ist,
dann weiß ich wirklich nicht, was ich von alledem hier halten
soll. Manchmal reicht mir ein Sonnenstrahl und ich lebe für
Augenblicke in Frieden mit mir und der Welt. Die Scheidung meiner
Eltern hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Ich warte immer noch
darauf, dass es jemand wieder umdreht. Was wird wohl das Fazit meines
Lebens sein? »Ich kam, ich sah, ich starb«? Ein bisschen
wenig, oder? Oft und immer öfter habe ich das Gefühl,
hier nur ein Besucher zu sein, ein Gast, ein Erdentourist. Ich beobachte,
erkunde, ich horche, ich schaue, und bleibe voller Sehnsucht - nach
Heimat. Sex wird völlig überbewertet, steht heute in der
Zeitung. Stand nicht letzte Woche das Gegenteil drin?
Ich würde eigentlich gerne viel mehr lesen, viel mehr reisen
und auch öfter nur mal so still dasitzen - warum tue ich es
dann nicht? Mittelpunkt meines Lebens? Was weiß ich?! Der
Mittelpunkt meines Lebens... Eigentlich sollte ich wohl was dazu
sagen können... Hat mein Leben vielleicht kein Zentrum? Ich
bin sehr gespannt, was aus mir noch werden wird! Das Leben ist ein
Abenteuer - in guten und in schlechten Zeiten...
Begrüssung:
Herzlich willkommen zum diesjährigen Jugendgottesdienst mit
dem Thema »Dumm geboren und nichts dazugelernt?!« Gerade
eben haben wir bereits einige Bemerkungen und Kommentare zum Thema
Lebensinhalte gehört. Und so wird es auch weitergehen: Wir
werden in diesem Gottesdienst sehr unterschiedlichen Menschen begegnen,
die uns alle etwas über IHRE Sicht des Lebens mitteilen werden.
Diese Menschen haben Unterschiedliches erlebt und dementsprechend
verschiedene Aussagen über das Leben weiterzugeben.
Worum geht es im Leben? Gibt es etwas zu begreifen,
zu verstehen? Oder sterben wir am Ende dann doch irgendwie ahnungslos
- ohne Fazit, ohne Resümee?
Wie lernfähig sind wir, wenn es um das Wesen und das Wesentliche
des Lebens geht?
Lied: »Nähme ich Flügel der
Morgenröte...« (Psalm 139, 9-10)
Szene: Talk-Runde
A: Herzlich willkommen zu unserer kleinen Talk-Runde am Abend. Ich
begrüße meine Gäste: Zu meiner Rechten Professor
Ulrich Geigendörfer, Dozent aus Hamburg, neben ihm Frau Katja
Klemmt, Hausfrau aus Bienenbüttel, und zu meiner Linken Frau
Maria Gottwald, Apothekerin aus Stade, sowie Daniel Dauer, zur Zeit
arbeitslos aus der Ex-Expostadt Hannover. Ihnen allen herzlich willkommen.
Das heutige Thema unserer Talkrunde am Abend: Was lehrt uns das
Leben? Herr Professor, beginnen wir mit Ihnen. Was lehrt uns das
Leben?
B: Tja! Was lehrt uns das Leben? Tja... tja
tja tja...
A: Kommt... ähh... kommt noch was?
B: Tja, ich überlege...
A: Dann... dann gebe ich die Frage einfach mal
weiter! Frau Klemmt - wie sehen Sie das?
C: Was?
A: Ja, welche Lehre ziehen Sie so aus ihrem
bisherigen Leben?
C: Naja. Ich würd ma sagen: Haste was,
dann biste was! Das wär so mein Resümee...
A: Ah ja. Also der Schwerpunkt liegt für
Sie so im Materiellen, ja?!
C: Genau. Haus, Auto, Urlaub - muss sein!
D: Aber wenn Sie krank werden, nützt Ihnen
das schönste Haus nichts.
A: Frau Gottwald, Sie ziehen eine andere Lehre
aus ihrem Leben?
D: Gesundheit ist das Allerwichtigste! Wenn
es mit der Gesundheit nicht stimmt, wird alles andere bedeutungslos.
Wird Ihnen jeder hier bestätigen!
A: Herr Professor?!
B: Bitte?!
A: Wie stehen Sie dazu: Gesundheit, Reichtum
- was ist wichtiger?
B: Tja, naja... das...
A: Ja?
B: Das scheint mir eine eher oberflächliche
Betrachtung der Frage zu sein...
A: Und Sie, Herr Dauer, was ist ihre Meinung?
E: Liebe!
A: Ein... paar Worte mehr dazu, vielleicht?
E: All you need is love, die Beatles hatten
recht!
C: Einspruch! Die Liebe ist ja nun wohl geradezu
DAS Beispiel für Unvollkommenheit und Anfälligkeit schlechthin.
Behält man gerade ein paar Jahre, wenn man Glück hat.
Und wenn man Pech hat, nicht mal zehn Monate - wie bei mir neulich...
A: Frau Klemmt...
C: Ist doch alles statistisch bewiesen. Spätestens
nach sechs Jahren is´se weg. Ist doch kein Lebensinhalt so
was...
E: Dann kommt eben ne Neue...
A: Genau genommen hat man ja auch von Reichtum
und Gesundheit nicht ewig etwas...
C: Wenn man´s geschickt anstellt, kann
man von einer guten Kapitalanlage sehr wohl sehr lange profitieren.
Länger als von einer Durchschnittsehe jedenfalls.
A: Trotzdem: Es ist am Ende nichts von Dauer,
gell Herr Dauer!? (lacht albern) Kleiner Scherz am Rande...
B: Wenn ich an dieser Stelle vielleicht einmal...
A: Herr Professor?!
B: ...vielleicht einmal das Stichwort Bildung
in die... ähh, naja... die Runde, die... das... naja, in´s
Gespräch bringen dürfte. Aus meiner Sicht etwas ganz Wesentliches...
C: ...mit Verlaub gesagt, Herr Professor, Bildung
ist doch heutzutage für´n PIEP. Wozu denn noch Bildung,
wenn es ausreicht, ein paar Wochen in einem Container zu wohnen,
um reich und berühmt zu werden? Sagen sie mir das mal!
B: Ja, wenn Sie nur reich und berühmt werden
wollen...
C: Was heißt denn hier nur?
A: Frau Gottwald, Sie haben jetzt schon so lange
nichts mehr gesagt. Geht´s Ihnen nicht gut?
D: Gesundheit ist das Allerwichtigste!
A: Wie gehen wir denn nun damit um, dass alles
so - wie soll ich sagen - so zeitlich begrenzt ist, irgendwie?!
Herr Professor!
B: Tja, wie gehen wir damit um... tja tja tja...
A: Irgendwas von Dauer, Herr Dauer? (lacht albern)
Pardon!
E: Ich habe zwei Söhne.
A: Aha!
E: Da bleibt schon noch was von mir, eine Zeit
lang.
A: Ah ja! Stimmt! Und von ihnen, Frau Gottwald,
bleibt da... ich meine, bleibt da auch irgendwas über - mal
so salopp formuliert?!
D: Ich verstehe die Frage nicht. Tut mir leid.
A: Frau Klemmt, wie steht´s mit Ihnen?
C: Nach zehn Monaten hat mich dieses Schwein
verlassen! Nach zehn Monaten...
A: Huch! Herr Professor, jetzt Sie noch mal...
B: Tja, was soll ich sagen?!
A: Tja...
B, plötzlich: Natürlich ist irgendwie
nichts von Dauer, jedenfalls nichts, von dem wir es so ganz sicher
wüssten. Aber andererseits: Wir dürfen ja hoffen und glauben,
dass doch irgendwas bleibt...
A: Jaja...
B: ...und sicher ist der Ratschlag »Sammelt
euch Schätze im Himmel und nicht hier auf Erden« nicht
der verkehrteste...
A: Genau, genau...
B: ...lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen!
D: Deshalb ist ja die Gesundheit so wichtig!
A: Jetzt nicht, Frau Gottwald, wir sind jetzt...
C: Ich geh in den Container, hol mir den Hauptgewinn
und krieg anschließend ne eigene Sendung und´n Plattenvertrag.
So sieht´s aus. Das zählt im Leben.
A: Tja, liebe Gäste, wir sind dann jetzt
auch schon am Ende angelangt...
E: Love is all you need. My message for all of you!
A: Schön. Herr Dauer spricht plötzlich
fließend Englisch - was will man mehr.
Ich danke für ihre Aufmerksamkeit. Ein abschließendes
Wort vielleicht auch noch von ihnen, Herr Professor...
B: Tja...
A: Danke. Vielen Dank auch.
Lied: »Von guten Mächten wunderbar
geborgen«
Text: Weshalb ich Lehrerin werde
Der Lehrer an sich. Bekommt man die Aufgabe gestellt, sich einen
Lehrer vorzustellen, haben viele das Bild von Lehrer Lempel, Schulmeister
von Max und Moritz, vor Augen. Verbohrt, verbisssen und völlig
weltfremd, so stellen wir uns ihn vor, den Lehrer. Streng, moralisierend
und humorlos, das sind die Eigenschaften, die wir dem Lehrer zuschreiben.
Was macht einen Lehrer aus? Was sind seine Ziele?
Ich habe mir als Lehramtsstudierende diese Frage gestellt. Inwieweit
stimmt das Bild des Lehrer Lempel mit meiner Vorstellung von dem,
was ich meinen Schülern vermitteln möchte, überein.
Viele Unterschiede sind mir dabei aufgefallen, aber auch einige
Gemeinsamkeiten: Als Lehrerin neige ich, genauso wie Lehrer Lempel,
dazu zu moralisieren. Ich habe Werte und Vorstellungen, die ich
meinen Schülerinnen und Schülern vermitteln bzw. nahe
bringen möchte und die die Einstellung zum Leben und zu seinen
Mitmenschen thematisieren. Viele von diesen Werten mögen vielleicht
sperrig und unzeitgemäß wirken, aber ich stehe für
sie durch mein eigenes Vorleben ein.
Aber - und jetzt in Abgrenzung von Lehrer Lempel
- es gibt da auch noch andere Dinge, die ich meinen Schülerinnen
und Schülern vermitteln möchte. Zum Beispiel, dass jeder
Mensch eine eigenständige Persönlichkeit ist, die sich
eine eigene Meinung bildet, und diese gegebenenfalls auch gegen
die Meinung der Masse vertreten kann. Eine Persönlichkeit,
die für ihr Tun und Handeln die Verantwortung übernimmt.
Ich will meine Schülerinnen und Schüler als kritische
Hinterfrager ihrer eigenen Lehrer sehen, die nicht jede Äußerung
von ihnen kommentarlos schlucken.
Selbstständiges Arbeiten, das ist das nächste,
was ich meinen Schülerinnen und Schülern beibringen möchte.
Niemandem ist für sein späteres Leben gedient, wenn er
die chemische Formel für Alkohol herunterbeten kann oder die
Sitzverteilung im ersten Reichstag der Weimarer Republik auswendig
weiß. Wichtiger erscheint es mir, dass die Schülerinnen
und Schüler lernen, sich selbst Dinge zu erarbeiten, indem
sie z.B. ein Projekt vom Anfang bis zum Ende durchplanen und organisieren,
dabei ruhig auch mal Umwege gehen, und zu einem eigenständigen
Ergebnis kommen, das nicht vorher als Lernziel formuliert worden
ist. Denn in ihrem späteren Leben werden sie mit Problemen
konfrontiert, bei denen noch keine Lösungen vorliegen, sondern
die von ihnen verlangt werden.
Sich auf etwas mir völlig Fremdes einlassen ist eine Eigenschaft,
die man in der Schule lernen sollte. Tatsächlich kommen Schülerinnen
und Schüler in nahezu jeder Unterrichtsstunde mit etwas ihnen
Unbekannten in Berührung. Sich auf diese fremden Vorstellungen
und Denkmuster einzulassen, ist einerseits Grundvoraussetzung, um
sich seines eigenen Standpunktes klarer zu werden, indem man sich
mit diesem Fremden auseinander setzt und dann seine eigenen Überzeugungen
in Abgrenzung von diesem neu definiert. Andererseits schult die
Berührung mit dem Fremden, die in unserer Gesellschaft so wichtige
Toleranz. Denn wenn ich erkenne, dass es nicht nur eine richtige
Sichtweise der Dinge gibt, kann ich leichter auch andere Vorstellungen
akzeptieren.
Eng mit der Akzeptanz ist das Gemeinschaftsgefühl
verbunden, das nur entstehen kann, wenn ich meine Mitschüler
als mir Gleichwertige akzeptiere. Schülerinnen und Schüler,
die nur noch auf ihr eigenes Vorwärtskommen bedacht sind, mögen
vielleicht dem heutigen Zeitgeist in der Wirtschaft entsprechen,
doch sehe ich es als meine Aufgabe als Lehrerin, den Schülerinnen
und Schülern zu vermitteln, dass sie in einer Gemeinschaft
leben, in der man Verantwortung für seinen Nächsten trägt.
Denn wie will man innerlich zur Ruhe kommen, geschweige denn glücklich
werden, wenn man sich nie auf jemanden verlassen kann, sondern die
Welt nur noch voll Konkurrenten sieht?
Lied: »Da berühren sich Himmel und
Erde«
Text: Ein Mensch mit 15, 30...
A: Heute... heute ist es soweit: Ich treffe MICH! Mich mit 30 Jahren,
mit 45 Jahren, mit 60 Jahren und so weiter. Eine Super-Gelegenheit,
oder?! Ich bin total gespannt! Was werde ich erreicht haben? Was
wird aus mir geworden sein? Was habe ich dazu gelernt? Ich werde
jetzt also einen Blick in meine Zukunft werfen können. Ich
darf mich selber interviewen. Leider nur jeweils zeitlich begrenzt,
bis der Gong ertönt. (Lichtkegel größer) Geil! Da
bin ich schon! Ich mit 30 Jahren!!!... Man, seh ich GUT aus!!!
A: Hi!
B: Tag!
A: Und? Wie geht´s mir so?!
B: Naja, viel Arbeit halt...
A: Was bin ich geworden?
B: Steuerberater!
A, entsetzt: Steuerberater??!
B: Immerhin mit eigener Kanzlei!
A: Aber wieso Steuerberater??
B: Du... also ich... also... du hast gerade
noch rechtzeitig kapiert, dass es im Leben in erster Linie eben
doch ums Geld geht. Deshalb!
A: Habe ich Familie?
B: Nun ja. Sagen wir: Du hattest!
A: Was soll das denn heißen?
B: Die Scheidung liegt gerade hinter dir!
A: Mit dreißig schon geschieden?? Bisher
war ich immer wild entschlossen, überhaupt nie zu heiraten!!
B: Wärst du mal dabei geblieben! Die Scheidung
kommt dich ziemlich teuer zu stehen!
A: Habe ich Kinder?
B: Tja, gewissermaßen.
A: Ich entwickle anscheinend eine ziemlich merkwürdige
Art zu antworten im Alter!
B: Deine Ex-Frau hatte eine Tochter. Du bist
sozusagen Stiefvater.
A: Wie sieht´s mit Hobbies aus? Treib
ich noch Sport?
B: Hobbies?? Du bist Steuerberater mit eigener
Kanzlei. Das du dein Büro mal vor 21 Uhr verläßt,
ist die Ausnahme.
A: Ich treibe überhaupt keinen Sport mehr??
B: Hin und wieder joggst du durch den Wald,
um etwas gegen den hohen Blutdruck zu tun.
A: Krank bin ich auch noch?!
B: Ach, eigentlich geht´s uns ganz gut...
GONG
A: Eine Zusatzfrage noch: Gibt´s Big Brother
noch?
B: Big was?!
A: Big Brother! Diese Sendung aus dem Container,
die du, also die ich immer geguckt habe...
B: Nein. Die wurde nach der sechsten Staffel
eingestellt. Es war zwar endlich zu einem Mordfall gekommen im Container,
aber das konnte die Einschaltquoten auch nur vorübergehend
noch mal retten. Bis später dann. (den Lichtkegel verkleinern)
A: Au weia. Irgendwie hatte ich mir mich ziemlich
anders vorgestellt. Das man sich so verändern kann, innerhalb
von 15 Jahren... Naja, immerhin scheine ich wohlhabend zu sein.Vielleicht
bin ich mit 45 ja schon Millionär! Bestimmt habe ich auch bald
wieder geheiratet. So wie ich aussehe... Vielleicht lebe ich auch
längst in Amerika, das wär´s doch...(Lichtkegel
wieder groß) Oh je! Ich habe ganz schön abgebaut! Ich
bin alt!!
C: Du bist überhaupt nicht alt! Du bist
45, das sind die besten Jahre - theoretisch!
A: Was heißt theoretisch? Mir geht´s
nicht gut??
C: Naja, den Umständen entsprechend...
A: Schon wieder diese komischen Antworten. Wie steht´s um
mich - jetzt mal konkret!
C: Letzte Woche bist du wieder in die Kirche
eingetreten...
A: O Gott! So schlecht?? Das ist ein schlechtes
Zeichen, oder?!
C: Naja, dieser blöde Verkehrsunfall...
A: Was?!
C: Er hat dir zu denken gegeben! Aber ich will
da jetzt nicht näher drauf eingehen.
A: Moment. Moment.
C: Mindestens genauso getroffen hat dich natürlich
auch, dass Vater... naja, Vater ist gestorben!
A: Wieso??
C: Er war 87! Da kann sowas vorkommen. Trotzdem
hat´s dich natürlich noch mal wieder nachdenklich gestimmt...
A: Wieso bin ich überhaupt erst aus der
Kirche ausgetreten??
C: Zum einen finanzielle Gründe - ich konnte
ja nicht reich genug sein - zum anderen war da wohl so etwas wie
eine unbewusste Schuldzuweisung im Spiel...
A: Schuldzuweisung - wofür?!
C: Naja, du hast dich immerhin dreimal kirchlich
trauen lassen. Und trotzdem ist es auch dreimal schiefgegangen.
Irgendwie hast du eine zeitlang Gott dafür verantwortlich gemacht!
A: Bin ich denn wenigstens reich?
C: Tja, du warst es zumindest mal. Aber Scheidungen
kosten natürlich eine Menge Geld. Tja, und dann diese unehelichen
Kinder - man könnte meinen, Boris Becker sei so eine Art Idol
für dich!
A: O nein! Gibt es überhaupt keinen - wie
soll ich sagen - überhaupt keinen Lichtpunkt in meinem Leben?
C: Doch sicher! Es gibt auch eine Menge Positives
in deinem Leben!
A: Beispiele?!
C: Naja... zum Beispiel... zum Beispiel: Dein
Labrador. Dein Labrador liebt dich! Wirklich!
Pause
A: Und sonst??
B: Naja, du hast eine Reise gemacht, letztes
Jahr. Eine völlig tolle Reise! Du warst in der Schweiz, in
den Bergen!
A: In den Bergen? Wieso in den Bergen?
B: Die Luft dort soll für Asthmatiker besonders
geeignet sein...
A: Aha...
B: Und im Fernsehen... im Fernsehen gibt es
eine neue Show! Das Elektrische Quiz! Fünf Kandidaten sitzen
auf elektrischen Stühlen, bekommen bei falschen Antworten leichte
bis mittelschwere Stromstöße und werden nach zehn falschen
Antworten öffentlich hingerichtet. Klingt doch super-spannend,
oder?! Natürlich gab es erst ein paar rechtliche und so genannte
moralische Einwände, aber was sind die schon gegen eine gesunde
Quote, stimmt´s?!
A: Tja, ich weiß nicht... (GONG. Lichtkegel
klein.)
A: Meine Güte. Rosig sind die Aussichten
ja nicht gerade. Boris Becker! Eigentlich finde ich den nicht mal
besonders sympathisch... Sollten die Sehnsucht nach Reichtum und
meine Triebhaftigkeit wirklich über den Verlauf meines Lebens
bestimmen? Sollte am Ende wirklich das einzige Lebewesen, das mich
liebt, ein Labrador sein?? Mir scheint, der einzige Trost, der mir
im Moment bleibt, ist, dass es eigentlich nur noch aufwärts
gehen kann... (Lichkegel groß. Platz leer.)
A: Oh! So wörtlich hatt´ ich das
nicht gemeint... (Licht aus)
Lied: »Halte deine Träume fest«
(Kreuz & Quer)
Text: Frau Schluttke
Nanu... was hat denn das hier zu bedeuten? Das glaub ich ja wohl
nicht... Ja, ist denn heut schon Weihnachten, oder was?! Liebe Leute,
mit mir kann man´s ja machen... Aber das gibt Ärger,
das sag ich ihnen. Mächtig Ärger wird das geben! So etwas
muss man mir doch sagen, wenn hier so´ne Art Veranstaltung
stattfindet, außerhalb der gewohnten Zeiten. Was soll denn
das?! Ich muss mir meine Zeit auch einteilen. Was glauben die denn??!
Naja, Sie können ja nichts dafür... Und alles, was ich
zu hören kriegen werde, is eh nur wieder: »Im Leben läuft
halt nicht immer alles nach Plan, Frau Schluttke. So ist das nun
mal...« - der Standardspruch von meinem Chef! Dabei lassen
sich gewisse Dinge ja nun sehr wohl verabreden - ist doch peinlich,
so was hier... Ja, du guckst auch so als wenn du bisher geglaubt
hättest, hier machen die kleinen Englein sauber... is aber
nich! Macht alles die gute alte Frau Schluttke... Ich meine, so
ganz verkehrt liegt mein Chef natürlich nicht, mit seinem Spruch
mit diesem Nach-Plan-Laufen da... Mein Schwager zum Beispiel hat
sich das auch nicht träumen lassen - das ihn mal so´n
dämlicher Eiszapfen dahinstrecken würde... Ja! Letzten
Winter: Er war unterwegs zur Bank, irgendwas wegen der letzten Rate
für seinen Combi, da fällt ihm so´n riesiger spitzer
Eiszapfen mitten hier in seine Grübelzentrale! War auf der
Stelle tot, haben die Ärzte gesagt. Wär er doch fünf
Sekunden später losgegangen von zuhause, da hätt´s
ihm vielleicht nur die Hacke aufgerissen... Aber nee, genau in dem
Moment - Zack!- rein in die Birne!! Da kommt man schon in´s
Grübeln, das sag ich ihnen. Der Tod is ja doch ein grausamer
Lehrer... Ich muß da jetzt immerzu dran denken, glauben sie
das?! Is ja nun nich ma fuffzig geworden, mein Schwager. Und das
Haus war ja auch noch nicht abbezahlt. Und meine Schwester sitzt
jetzt da mit den Gören... das ist doch alles so... so unabgeschlossen,
so bruchstückhaft - das mein ich! Und alles durch so´n
Eiszapfen! Da könnt man doch beinahe drüber lachen - wenn´s
nicht so traurig wär. Ist doch absurd, das Ganze! Da beneide
ich ja manchmal die Menschen, die da noch so ne Art Absicht hinter
vermuten können. Die sich selbst da noch so sagen können:
Auch das war nicht alles umsonst. Überhaupt wär das mein
Traum: Irgendwann mal glauben zu können, dass der Tod so ne
Art Heimkehr ist - das wär´s! Das wär das Größte
für mich, irgendwann voller Überzeugung sagen zu können:
Okay, Frau Schluttke, deine Zeit ist um, nu geh ma nach Hause...
Sie - da könnt ich geradezu re-li-gi-ös werden, bei so
einem Gedanken! Aber leider: Nix Genaues weiß man ja nicht.
So sieht´s ja nun wohl leider aus. Müssen wir halt das
Beste draus machen, aus dem Chaos hier. Von wegen: Träume verwirklichen,
mach, was dir gefällt - schon an der nächsten Ecke kann
DEIN Zapfen lauern - so sieht´s doch aus!! Am Ende liegt auch
der fröhlichste Spatz irgendwann auf dem Boden - sagte schon
meine Großmutter immer. Also, ich persönlich hoff dann
doch mittlerweile auf so ne Art Fortsetzung. Im Fernsehen setzen
die schließlich auch jeden Mist fort - warum sollten nicht
auch unsere Geschichten irgendwie weitergehen? Vielleicht geht´s
nach dem Abnippeln tatsächlich noch ma so richtig rund, wer
weiß das denn?! So, naja... jetzt haben se mich aber lang
genug aufgehalten. Da werd ich dann mal wieder zusammenpacken und
den Rückzug antreten. Bringt ja nix, hier. Versuch ich halt
morgen noch mal mein Glück. Aber nicht, dass sie dann wieder
hier rumlungern, sie. Dann gibt´s aber wirklich Ärger!
Also, schönen Abend dann noch...
Lied: »Night & Day«
Monolog des Todes:
Ja, hallöle, ihr Lieben!
Um nicht zu sagen: Herzlich willkommen, ihr
Sex-mit-Liebe-Verwechsler, ihr Raab-Lämmermann-Schlegel-Opfer,
ihr Verona-Jünger, ihr-Boris-Babs-Britney-Anbeter, ihr An-Alles-Gewöhner,
ihr Handy-Junkies, ihr seid wie Zlatko und Jürgen - nämlich
zum Würgen, ihr seid in puncto Kultur - Nullnummern pur, vergangen,
ohne zu sein - kein Flüstern, kein Schrei´n - nur lebenslang
schweigen. Außen grell und innen hohl, so fühlt ihr euch
richtig wohl. Schön, dass ihr alle da seid! Ihr, mit den abgestumpften,
schwachen Sinnen, um nicht zu sagen: Ihr Schwach-Sinnigen!
Logisch doch, dass ich, der liebe kleine Tod,
auch wieder etwas beizusteuern habe heute, oder?! Zum Beispiel diese
Botschaft: Es gibt Dinge, die sind NOCH wichtiger als: Handys! Jawohl.
Auch wenn ihr es nicht glauben wollt. Genau genommen rangieren Handys
in der Rangliste Wichtig nämlich in der Abteilung »bull-shit«,
versteht ihr?! Und auch zu einigen eurer Helden kann ich mir einen
klitzekleinen Kurzkommentar keineswegs verkneifen: Zlatko, Christian,
Harry und Jürgen - jetzt mal ehrlich: Ihr handelt aus Mitleid,
wenn ihr deren CDs kauft, oder?! Sagt mir bitte, bitte, dass ihr
aus Mitleid handelt! Ich meine: Ein Bäcker sollte backen können,
oder?! Und ein Sänger singen, oder?! Aber genug davon. Ihr
wisst doch, ich will euch nichts Böses, gell?! Im Grunde bin
ich euch wohlgesonnen. Ja, an mich zu denken macht sogar schlau!
Ehrlich!
»Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass
wir klug werden!« (Psalm 90, 12)
Tja, was sagt euch das, ihr niedlichen Narren?
Nicht viel, vermute ich! Drum will ich´s euch erklären:
»Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass
wir klug werden!«, führt euch ab und zu vor Augen, dass
ihr vorübergeht, dass ihr Gäste seid auf dieser Erde.
Was ihr heute anstellt, müssen eure Erben morgen ausbaden.
Nehmt euch nicht zu wichtig, was sind schon achtzig Jahre? Demut
heißt die Devise, ihr drolligen Deppen, ihr dürren und
drallen Drahtzieher des vergeblichen und sinnfreien Dahinlebens,
ihr Dämmertüten und Dauerdösis: Demut lehrt das Leben
- Ergebensein, Vertrauen! Es bleibt euch nichts anderes...
Ihr seht und bleibt blind / ihr hört und
bleibt taub
ihr redet, aber sagt nichts. / Euch rennt die Zeit davon
und ihr habt am Ende nichts bewegt. / Ihr stolpert, schleicht, fallt,
lauft, hetzt, jagt
und habt eure Startblöcke niemals verlassen. / Die Signale
stehen lebenslang auf rot.
Kein Fortkommen - kein Vorwärts, kein Zurück. / Stillstand.
Und am Ende habt ihr: / Mal eben gelebt... mal eben - gelebt...
Wie ein Hauch ist der Mensch, / der doch so sicher steht.
Wie ein Traumbild wandelt er dahin / und macht sich Unruhe um nichts.
Er häuft auf und weiß nicht, / wer es einsammeln wird.
Ciao dann, ihr müden Marionetten, ihr austauschbaren
Abziehbilder ärmlicher Autoritäten - macht´s gut.
Und sprecht mal wieder ein Gebet. Bescheidenheit im Kleinen - Übermut
in großen Dingen, vielleicht lässt sich manch ein Elend
so bezwingen... In diesem Sinne und in froher Erwartung.
Euer Tod! Bye-bye...
Lied: »Meine Zeit steht in deinen Händen«
Märchen: Beate im Wald der tausend Antworten
Es war einmal ein Mädchen, das hieß Beate, übersetzt:
die Glückliche.
Beate war aber überhaupt nicht glücklich. Eher das Gegenteil.
Seit Monaten schon quälten Beate bittere Zweifel am Sinn des
Lebens. Viele, viele Briefe an die Redaktion des Dr.-Sommer-Teams
blieben ohne Antwort. Genau wie ihre Anrufe bei der Telefonseelsorge
ihres Heimatdorfes, denn es war ständig besetzt. Auch Gespräche
mit ihrer besten Freundin Sabine ließen viele Fragen offen,
denn Sabine war zwar sehr hilfsbereit und freundlich, aber im Grunde
auch strohdoof.
So sah Beate keinen anderen Weg, als den in
den Wald der tausend Antworten. Dort wollte sie dem Geheimnis des
Lebens auf die Spur kommen. Und so machte sie sich auf; verließ
ihr Heimatdorf und begab sich auf die riskanten Pfade des besagten
Waldes. Schon beim Betreten hallten diverse Antworten. »Ohne
Fleiß kein Preis.«, »Nur wer wagt, gewinnt!«,
»Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen«.
Aber das waren nicht die Antworten, die Beate sich erhofft hatte:
»Bei euch hackt's wohl!«, herrschte sie die plappernden
Bäume an. »Wenn ihr nichts weiter könnt als Sprücheklopfen
hätt' ich auch zu Hause bleiben können. Das können
die dort auch.« »Nicht so garstig, junges Fräulein,«
besänftigte sie eine gleichermaßen sensible und bildschöne
Eiche, »sie sind ja man gerade im Eingangsbereich, da können
sie ja nun wirklich noch nicht viel mehr erwarten. Warten sie's
ab, holde Schöne.« Die Worte taten ihre Wirkung, und
Beate setzte ihren Weg fort, bis sie auf Prinz Zlatko traf, der
ihr auf einem kaum zu zügelnden Hengst entgegengeritten kam.
»Hi!«, grüßte er wortkarg und lässig,
»was tust du denn hier machen?«, fügte er seinem
Gruß nach kurzem Überlegen hinzu. »Ich möchte
dem Geheimnis des Lebens auf die Spur kommen«, gab Beate zu
verstehen. »Hää?!« erwiderte Prinz Zlatko,
»Geheimnis von was?« »Geheimnis des Lebens!«,
wiederholte Beate, »aber wenn du der bist, für den ich
dich halte, dann glaube ich eigentlich nicht, dass ausgerechnet
du mir weiterhelfen kannst.« »Hää?!«
wiederholte sich nun auch Prinz Zlatko, »ich tu kein Wort
verstehen, glaub ich.« Und er verabschiedete sich mit folgenden
Versen:
»Schon Shakespeare und Goethe brachten
mich in Nöte,
nun kommst auch noch du und fragst nach das Geheimnis von das Leben,
das tut mir widerstreben.
Geh nun schnell beiseite,
damit ich weiterreite.
Ich bin hier am rum irren
und jedes Fragen tut mich noch mehr verwirren.
Ich bin gerne dumm - und nun hinfort,
sonst reit ich dich um.«
Und mit diesen Worten entschwand er. Glücklicherweise,
wie Beate fand. Sehr erfolgreich war ihr Ausflug bislang nicht.
Wer würde ihr wohl als nächstes über den Weg laufen:
Dieter Bohlen und Verona Feldbusch vielleicht? Oder Andreas Türck
und Stefan Raab als händchenhaltendes Pärchen? In diesem
Falle würde sie auf der Stelle umkehren, da war sie sich sicher.
Aber es kam ganz anders. Beate traf die Teletubbies. Eine satte
dreiviertel Stunde lang drosch sie ununterbrochen auf sie ein, bis
zuletzt auch Tinky-Winky seine Antenne nicht mehr bewegen konnte
und allesamt reglos auf einer Lichtung ausgebreitet darniederlagen.
Ein lang geheger Traum war für Beate in Erfüllung gegangen
und sie fühlte sich erschöpft und gleichzeitig schon wesentlich
befreiter und glücklicher als vor ihrem Aufbruch ins Ungewisse.
Aber es sollte noch besser kommen. Einige Kilomter weiter in das
Waldesinnere vorgedrungen, begegnete Beate Herrn Jauch, einem bekannten
und durchtriebenen Zauberer, der, nachdem er Nachrichten- und Sportmagazine,
Unterhaltungsshows und etliche andere Sendungen moderiert hatte,
am Ende seiner Kräfte und in den Wald geflohen war, um der
zwangsweisen Einlieferung in den Big-Brother-Prominenten-Container
zu entgehen. Alles hätte er gemacht, aber in den Container
zu gehen, hatte er sich selbst als Folgeerscheinung eines schweren
Falls von Rinderwahnsinn unter keinen Umständen vorstellen
können. Dieser besagte Zauberer Jauch nun stellte Beate Fragen,
genauer gesagt: drei Fragen! Frage eins lautete: »Welche Pläne
verfolgst du in deinem Leben?« Frage zwei: »Mit wem
zusammen wirst du deine Pläne verfolgen?« Und Frage drei:
»Machen deine Ziele das Leben menschlicher und lebenswerter?«
»Wenn du dir diese drei Fragen in deinem Leben immer wieder
stellst«, so Zauberer Jauch, »wirst du auf künstliche
Macht und Millionen nicht angewiesen sein. Sie werden dir ein guter
und zuverlässiger Begleiter sein auf all deinen Wegen. So wandle
nun zurück in deine Welt und mache das Beste aus deinem Alltag,
Tag für Tag, Stunde für Stunde, Augenblick für Augenblick.
Denn der Augenblick ist das Entscheidende. Er sagt dir, was er von
dir verlangt. Du mußt nur Augen und Ohren öffnen, deinen
Blick schulen und auch beim Horchen achtsam sein.« Diesen
Rat wollte Beate von nun an befolgen. Und siehe: Sie lebte ein langes
und zufriedenes Leben, verwirklichte das eine oder andere Ziel zusammen
mit ihren Freunden, und wenn sie nicht gestorben ist, verdrischt
sie hin und wieder auch noch mal den ein oder anderen Teletubbie.
Gebet einer alten Frau:
Gott, bist denn wenigstens du noch der, der du immer warst?
Vieles ist so anders geworden...
Früher, vor ein paar Jahren,
habe ich mich immer noch wieder erkannt in den Augen der jungen
Mädchen
Jetzt erkenne ich mich nicht mehr.
Liegt es an mir, Gott?
Es sind andere Blicke, es sind fremde Blicke...
Soll ich mich schämen dafür, daß ich alt geworden
bin?
Ich will mich nicht schämen, Gott, nicht dafür,
aber ihre fremden Blicke verachten mich.
Wie sie alles verachten, was nicht in ihre enge, jugendliche Welt
paßt.
Wie ein Fremdkörper komme ich mir manchmal vor in dieser Welt,
in der sie sich selber feiern.
Versteh mich nicht falsch, Gott,
es muß wirklich nicht sein,
dass sie in der Straßenbahn einen Platz für mich freimachen.
Ich bin noch ganz gut bei Kräften,
ich kann auch mal stehen.
Aber, Gott, ich bekomme manchmal Angst,
wenn ich ihre Idole betrachte:
Idole, die sich allenfalls körperlich entwickeln,
Idole, die nicht mehr für höhere Ziele stehen,
sondern für geistiges Analphabetentum.
Ich bekomme manchmal Angst
vor ihren stolzen, ausdruckslosen Blicken, Gott,
die nicht mehr suchen,
die nicht mehr zu wissen scheinen,
was sie noch lieben sollen.
Lehre uns bedenken, Gott,
dass wir HEUTE darüber entscheiden und dafür sorgen,
wie wir und andere MORGEN leben werden.
Bring sie uns noch einmal bei, die Dankbarkeit, die Demut,
mach uns süchtig nach mehr als nach uns selbst. Amen.
Vaterunser
Segen
Danksagung/Einladung:
Für diejenigen, die nun immer noch nichts Wesentliches dazugelernt
haben - und für alle anderen natürlich auch, gibt es am
Ausgang noch ein paar weitere Möglichkeiten. Aus einem Korb
voller Lebensweisheiten könnt ihr euch einfach bedienen. Und
vielleicht greift ihr genau zu dem Spruch, den ihr zur Zeit besonders
gut gebrauchen könnt. Nehmt auch ruhig mehrere, solange der
Vorrat reicht. ...und wie jedes Jahr sind alle eingeladen, jetzt
gleich im Anschluß mit in den Jugendtreff zu kommen und sich
vom Buffet zu bedienen und den Abend ruhig ausklingen zu lassen.
Nachspiel: »You can't hurry love«
Anmerkungen:
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass im Ablauf eines Jugendgottesdienstes
ein »roter Faden« erkennbar ist. Die Texte sollen in
einem Zusammenhang stehen, pointiert formuliert sein und möglichst
einprägsam vorgetragen werden. Es geht nicht um Show, aber
schon um eine möglichst eindringliche Vermittlung. Deshalb
arbeiten wir bei unseren Gottesdiensten mit viel Musik- und Lichteffekten,
ebenso mit Dia-Meditationen. Wir achten stets darauf, dass nicht
die »Darbietenden« im Vordergrund stehen, sondern die
Inhalte, die es zu transportieren gilt. Zielgruppe unserer Jugendgottesdienste
sind Jugendliche ab Konfirmandenalter bis hin zu deren Eltern. Im
Anschluss an jeden Gottesdienst bieten wir einen Nachtreff in unseren
Jugendräumen an, wo es dann jedes Mal ein kaltes Buffet und
freie Getränke gibt. Ebenfalls jedes Mal bei den Gottesdiensten
dabei: Live-Musik!
Kontakt:
Andreas Jörs
Wallensteinstraße 32
30459 Hannover
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