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»Jesus Birthday
Party«
Ein Jugendgottesdienst der St. Agnes Kirche in Steinbergen
Übersicht:
Weihnachtsmann-Aktion
Aktion: Skurrile Show
Meditation
Lied: »Holy Spirit«
Lesung (Joh 1, 1-14)
Lied: »Thy word«
Auslegung
Lied: »Von guten Mächten«
Kollekte
Lied: »Von guten Mächten«
Gebet
Vaterunser
Segen
Segenslied: »Mögen sich die Wege«
Ansage
Lied: »Holy Spirit«
Material:
Kostüme, Lampen, Kerzen für Zettelbeleuchtung, Liederzettel,
Plakat für das Spendenbarometer, Holzstern mit Teelichtern
geschmückt, Musikanlage, Kekse und Getränke für das
Nachher
Ablauf:
Weihnachtsmann-Aktion:
Fünf Minuten vor Gottesdienstbeginn, wenn alle Besucher schon
sitzen, kommt vom Haupteingang der Weihnachtsmann herein und verteilt
kleine Geschenke, während aus einer Musikanlage die klassischen
Weihnachtslieder gespielt werden wie »Oh du fröhliche«
oder »Jingle Bells«. Wichtig ist, dass es die »echten
Kaufhauslieder« sind, um die Gottesdienstteilnehmer gleich
einzustimmen und neugierig zu machen.
Aktion: Skurrile Show
Der Showmaster kommt in den Altarraum, auf die Bühne. Er begrüßt
das Publikum zur »Jesus birthday Party.« Eine Band spielt
einen Tusch. Der Bass im Hintergrund vielleicht mit Schlagzeug gibt
die richtige Stimmung. Der Showmaster begrüßt die Gäste.
Er stellt die Mitwirkenden der Show vor, die nun nacheinander auf
die Bühne kommen. Die Stargäste können im hinteren
Bereich der Bühne Platz nehmen und stellen sich während
der Show zur Verfügung. »Eye of the Tiger« ist
jedes mal die Titelmelodie. Wie im echten Fernsehen gibt es einige
»Beifallserzeuger« im Publikum, die bei jedem Showgast
klatschen und so die Gemeinde gleichfalls motivieren und Partystimmung
erzeugen.
Der Weihnachtsmann kommt auf die Bühne,
Bass im Hintergrund
Showmaster: Super, Weihnachtsmann, dass du heute
da bist. Du bist wirklich wichtig für unsere »Jesus Birthday
Party«. Du gehörst unbedingt mit zu Weihnachten.«
Gruppe hält einen improvisierten Kurzdialog. Es ist unwesentlich,
um was es geht.
Der Engel kommt auf die Bühne, stehend
auf einem Skateboard mit weißen Flügeln.
Showmaster: Wir sind so froh, dass wir dich
da haben. Keiner war so nah dran wie du, darüber wollen wir
nachher sprechen. Improvisierter Kurzdialog
Santa Claus direkt aus den Staaten
Showmaster: Super Santa. Wir wissen zwar nicht
genau, was du mit Weihnachten zu tun hast, du wirst uns das bestimmt
noch sagen. Aber es ist uns wichtig, dass du mit dabei bist. Für
die vielen Kinder, die sowieso nicht mehr wissen, um was es geht.
Wir haben gehört, du bist für das Wichtigste da, für
die Geschenke und den Konsum, Super Santa! Santa Claus trägt
einen Werbespruch vor, um Geld zu machen.
Showmaster: Keine Show ohne Mitleid. Und vor
Weihnachten haut das so richtig rein. Auch heute wieder unser Armuts-
und Spendenbarometer. Wir hoffen auf mindestens 500 Euro für
die Ärmsten dieser Welt. Auch heute geht das wieder live über
den Äther. Beteiligt auch ihr euch und euer Name kommt ganz
groß raus. Hier unser Spendengirl! Das Spendengirl läuft
mit einem Spendenbarometer über die Bühne.
Showmaster: Wir haben keine Kosten und Mühen
gescheut und schalten nun live nach Bethlehem, dem Ursprung unserer
Party. Dort steht unser Reporter Harry Hirsch. Harry, hörst
du mich?
HH: Ja, ich kann dich hören. Ich stehe
hier mit Josef aus Bethlehem.
Es folgt ein vorab aufgenommener Videofilm, der in einem Kuhstall
aufgenommen worden ist. Der Film wird über einen Videoprojektor
gezeigt.
Showmaster: Wir schalten nun live nach Bethlehem
zu unserem Reporter Harry Hirsch.
HH: Ja, hallo Steinbergen! Ich befinde mich
hier in Bethlehem in einem Ein-Familien-Stall direkt unterm Stern,
und bei mir ist Herr Josef von Galiläa, der Experte der Stunde.
Herr Josef warum sind sie heute hier?
J: Nun, Herr Hirsch, hier in Bethlehem findet
eine Volkszählung statt, angeregt von unserem Kaiser Augustus.
Tja und da müssen nun eben alle Leute aus der Gegend hin und
sich zählen lassen, ob sie wollen oder nicht. Sehen Sie, meine
Frau ist schwanger und erwartet bald ihr Kind, so war der Weg doch
sehr beschwerlich, um hier her zu kommen. Zu allem Überfluss
haben wir noch nicht einmal eine Herberge bekommen.
HH: Traurig Herr Josef, wir fühlen mit
ihnen. Aber nun weiter im Programm: Wie geht es ihrer Frau, wann
kommt das Kind und können wir eben live die Geburt im Fernsehen
übertragen? Außerdem habe ich gehört, dass jemand
das Kind töten will! Stimmt das?
J: Nein, Sie können das jetzt nicht filmen.
Vielleicht gibt es in 2000 Jahren mal Leute, die sich rund um die
Uhr beobachten lassen. Aber heute nicht, und ihr Gerücht, dass
das Kind getötet werden soll, stimmt. Herodes hat gedroht,
das Kind zu töten.
HH: Gut dann lasse ich Sie jetzt erst mal allein,
wenn Herr Herodes doch noch vorbeikommen sollte, rufen sie uns bitte
gleich wieder an, ja? Damit zurück nach Steinbergen.
Showmaster: Natürlich haben wir auch Herrn
Herodes interviewt. Das Gespräch mussten wir allerdings vorher
aufzeichnen.
HH: Guten Tag, Herr Herodes. Sie sind hier der
mächtigste Mann der Stadt und haben den Ruf, keine Stars neben
sich zu dulden. Entspricht das der Wahrheit?
H: Na ja, so schlimm wie es immer geschildert
wird, ist es nicht. Glücklicherweise verschwinden die Leute
immer, bevor sie wirklich wichtig werden und ich schätze der
neue König wird auch bald von selbst verschwinden. Äh,
wissen sie vielleicht wo das Kind ist? Meine Soldaten würden
dem Kind nämlich gern zum Geburtstag gratulieren. Zieht ein
Messer aus der Tasche.
HH: Wissen? Schon aber wir würden hiernach
schon gern noch einmal mit Josef reden, bevor er von selbst verschwindet.
Nickt Herodes zu
H: Aber ein guter Spitz..., ähh Freund
von mir kann dem Kind doch ein Geschenk geben, oder?
HH: Na, gut. Dann möchte ich mich bei ihnen
für das Interview bedanken, Herr Herodes, und gebe hiermit
zurück nach Steinbergen.
Showmaster: Wegen Risiken und Alpträumen
lesen sie die Bibel oder fragen sie ihren Pastor oder Pastorin.
Im Anschluss an das Live-Interview folgt eine dramatische Zuspitzung
der Show.
Showmaster: Vielen Dank, Bernd. Und nun zu unserer
Band »Lasst es rocken Jungs«. Wir hören eines der
härtesten Weihnachtslieder überhaupt. Heftiges Klatschen
begleitet den Showmaster bei seiner Einleitung zum Höhepunkt
des Abends. Plötzlich bricht die gesamte Elektrik zusammen,
das gesamte Licht in der Kirche geht aus. Nur eine kleine Kerze,
die schon vorher an einem Ort auf der Bühne stand, brennt.
Meditation:
Es bleibt einen Moment absolut still. Das Publikum darf und soll
nicht wissen, ob dies echt oder gespielt ist. Dann ruft der Moderator
leise nach der Technik. Da eine völlig neue Stimmung entsteht,
ist es wichtig, die Hektik völlig rauszunehmen. Der Regisseur
kommt aus dem Dunkeln auf die Bühne. Er ist entsetzt über
den Zusammenbruch der Technik. Der Regisseur weist darauf hin, dass
keine Möglichkeit mehr besteht, die Technik wieder in Gang
zu bekommen.
Regisseur: Was machen wir jetzt?
Showmaster: Tja, schade eigentlich.
R: Das wäre schon super gewesen, wenn vor
dem Segen die Verbrüderung von Nikolaus und Weihnachtsmann
stattgefunden hätte.
S: Und den Engel hätten wir am Schluss
live über den Altarraum schweben lassen. Ganz schön großartig.
R: Ja, und dazu das Lied »Oh happy day«.
S: Tja und nun kannst du das alles vergessen.
R: Schade eigentlich.
S nachdenklich: Du, ich weiß auch nicht,
ob das so richtig rübergekommen wäre.
R: Was meinst du?
S: Ich weiß nicht, ob wir Jugendliche
wirklich so sind?
R: Wieso sind?
S: Na ja, so schlicht, ohne Tiefgang und religiöses
Gespür? Klar, das wäre schon super gewesen, aber ob damit
auch nur einer etwas mitgenommen hätte.
R: Das weiß ich auch nicht. Zumindest
ein echter Zauber von Weihnachten wäre nicht entstanden.
S: Ja, das müsste wohl stiller und nachdenklicher
sein. Ich glaube einfach nicht, dass Jugend heute so blöd ist,
wie die Medien sie immer machen.
R: Singen wir erst mal, ich habe da ein Lied,
vielleicht kennst du das ja.
S: Da die Show sowieso kaputt ist, versuchen
wir das mal.
Der Regisseur holt eine Gitarre hervor und alle
singen gemeinsam das Lied »Holy spirit«. Währenddessen
werden Kerzen entzündet, die zuvor am Eingang verteilt worden
sind. Eine ganz neue Atmosphäre entsteht. Still und ruhig.
Sprecher kommt auf die Bühne: Du, ich sollte
doch den Bibeltext lesen. Aber ich verstehe ihn nicht recht.
R: Wie meinst Du das?
Sprecher: Also da steht folgendes:
Lied: »Holy Spirit«
Lesung (Joh 1, 1-14):
»Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, und in allem
war es Gott gleich. Von Anfang an war es bei Gott. Alles wurde durch
das Wort geschaffen; und ohne das Wort ist nichts entstanden. In
ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht für die Menschen.
Das Licht strahlt in der Dunkelheit, aber die Dunkelheit hat sich
ihm verschlossen. Es trat einer auf, den Gott gesandt hatte; er
hieß Johannes. Er sollte Zeuge sein für das Licht und
alle darauf hinweisen, damit sie es erkennen und annehmen. Er selbst
war nicht das Licht; er sollte nur auf das Licht hinweisen. Das
wahre Licht, das in die Welt gekommen ist und nun allen Menschen
leuchtet, ist Er, der das Wort ist. Er, das Wort, war schon immer
in der Welt, die Welt ist durch ihn geschaffen worden, und doch
erkannte sie ihn nicht. Er kam in seine eigene Schöpfung, doch
seine Geschöpfe, die Menschen, wiesen ihn ab. Aber allen, die
ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder
Gottes zu werden. Das werden sie nicht durch natürliche Geburt
oder menschliches Wollen und Machen, sondern - weil Gott ihnen ein
neues Leben gibt. - Er, das Wort, wurde ein Mensch, ein wirklicher
Mensch von Fleisch und Blut. Er lebte unter uns, und wir sahen seine
Macht und Hoheit, die göttliche Hoheit, die ihm der Vater gegeben
hat, ihm, seinem einzigen Sohn. Gottes ganze Güte und Treue
ist uns in ihm begegnet.«
Lied: »Thy word.«
Auslegung:
Sprecher: Was soll das nun bedeuten? Wer war denn Jesus?
Johannes 1 ist auch eine Geburtsgeschichte,
aber ohne die ganzen bekannten Figuren. Ohne Klamauk und Konsum.
Es geht bei Weihnachten nicht um die Geburt eines niedlichen Kindes,
sondern darum, dass Gott selbst in die Welt kommt. Gott kommt natürlich
nicht göttlich, sondern menschlich. Als Mensch. Also, in Jesus
wird Gott erfahrbar. Das gleicht einem Kirchenfenster, das von außen
angestrahlt wird. Die Sonne (Gott) sieht man nicht. Darf man auch
nicht, sonst verbrennen die Augen. Aber man sieht durch das Fenster,
dass die Sonne scheint. Also, in Jesus erkenne ich Gott. In Jesus
erlebe ich Gott. Weihnachten bedeutet also, dass Gott für uns
Menschen erfahrbar und erlebbar wird in einem ganz konkreten Menschen,
in Jesus von Nazareth. Gott wird Mensch, damit wir ihn erfahren
können. So wird er mir nahe, selbst in schweren Situationen.
So z.B. hat es Bonhoeffer empfunden und in seinem berühmten
Gedicht aufgeschrieben.
Lied: »Von guten Mächten«
Kollekte:
Dieses Licht Gottes leuchtet in uns. Während wir Musik hören,
wollen wir überlegen, wie wir selbst das Licht weitergeben
können, an Menschen, die traurig und einsam sind. Währenddessen
wollen wir Kollekte einsammeln [...]
Gleichzeitig ist unsere Spende auch ganz konkrete
christliche Nächstenliebe für Leute in unserem Alter.
Also, wir wollen nicht nur über den Glauben reden, sondern
ihn auch verwirklichen. Als Zeichen dieses Lichtes wollen wir heute
einen Stern in den Mittelpunkt stellen.
Lied: »Von guten Mächten«
Während des Liedes wird ein Holzstern entzündet. Er hat
eine Größe von ca. 170 cm und ist mit über 40 Teelichtern
bestückt.
Gebet
Vaterunser
Segen
Segenslied: »Mögen sich die Wege«
Ansage:
Nun noch einige Infos: Nach dem Gebet und Segen wollen wir mit dem
Lied »Holy Spirit« aus der Kirche gehen. Wir haben uns
entschlossen, dass Licht nicht anzumachen. Vielleicht gelingt es
uns ja, ein wenig von der Atmosphäre zu bewahren. Wir laden
euch noch ins Gemeindehaus ein, um unsere superselbstgebackenen
Kekse zu testen.
Lied: »Holy Spirit«
Anmerkungen:
Der Gottesdienst wurde in der vorliegenden Form mit ca. 200 Gottesdienstteilnehmern
als Abendgottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen St. Agnes
Kirche zu Steinbergen bei Rinteln unter der Leitung von Pastor Jan-Uwe
Zapke und einem 10-köpfigen Vorbereitungsteam gefeiert. Der
Gottesdienst dauerte ca. 60 Min. Zielgruppe waren Jugendliche und
junge Erwachsene aus dem gesamten Umkreis. Aber auch Erwachsene
der zweiten Generation (zwischen 35 und 50 Jahren) haben am Gottesdienst
teilgenommen und waren sehr angetan. Wichtig war uns, dass auch
andere Gemeindemitglieder zu diesem Gottesdienst kommen konnten
und sollten.
Sinn des Gottesdienstes war zum einen das Weihnachtsfest
in all seinen Schattierungen und skurrilen Ausdrucksformen der Gegenwart
zu parodieren (bzw. darzustellen) und gleichzeitig auf das Wesentliche
von Weihnachten neu hinzuweisen. Aufgrund der geheimnisvollen Einladung
»Jesus birthday Party« kamen auch Jugendliche, die man
sonst nicht erreicht hätte. Interessant war, dass sich alle
Gottesdienstteilnehmer auf Teil 2 eingelassen haben. Es schien uns
so, dass der Funke übergesprungen ist - selbst bei den Konfirmanden,
die im Gottesdienst waren. Die Gottesdienstbesucher sind mit den
entzündeten Kerzen aus der dunklen Kirche ausgezogen und es
war noch einige Zeit danach eine besondere Stimmung zu spüren.
Der Gottesdienst stellt eine Möglichkeit dar, einen alternativen
Adventsgottesdienst in Auseinandersetzung mit dem »Advent
der Gegenwart« zu feiern und Jugendlichen wieder das Geheimnis
von Weihnachten (auch atmosphärisch) näher zu bringen.
Kontakt:
Jan-Uwe Zapke
Kloppenburg 10
31655 Stadthagen
Telefon 05721/4094
Kirchengemeinde.Probsthagen@arcor.de
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