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»Unbezahlbar«
Ein Jugendgottesdienst der Kirchengemeinde Ellerau

Übersicht:

Musik von CD

Countdown

Begrüssung/Gebet

Liedblock I

Übergangsmoderation

Videoumfrage

Text: 96-Pf-Mensch

Psalm 8, 4-7

Liedblock II

Theaterspiel : Lifeboat

Predigt

Solo-Lied

Gebet

Lobpreis

Schlussansagen

Büfett/ Gebet /Spiele
Vorbereitung:
8 Wochen vorher erstes Treffen, das Thema wird ausgesucht; zwischendurch Proben der Anspiele; 1 Woche vorher Gebetstreffen der beteiligten Gemeinden; 1 Tag vorher Generalprobe: Aufbau, Deko, Licht- und Soundcheck; ca. 3 Stunden vorher Aufbau und Gebet

Material:
Material zum Anspiel »96-Pfennig-Mensch«: Interviewer, General, Chemiker, Versicherungsagent (Militärkleidung, weißer Kittel und Reagenzglas, Anzug)
Material zum Anspiel »Lifeboat«: eine Lehrerin, vier Schüler/zwei Schultische und -bänke und vier Stühle/Tafel und Kreide. Die Lehrerin sollte in einem hohen piepsigen Ton sprechen. Die Schüler dürfen dabei nicht lachen.


Ablauf:

Musik von CD

Countdown

Begrüssung/ Gebet
Zu Beginn werden am Eingang passend zum Thema Euro-Weingummimünzen an die Teilnehmer verteilt.
Herr, ich danke dir für diesen Abend, und ich danke dir für diese Lightnight. Ich danke dir dafür, dass du kein Gott nur für alte Leute bist, sondern dass wir hier mit dir Gottesdienst feiern können und dass wir feiern können und nicht nur irgendwo sitzen und zuhören. Ich bitte dich, dass du dabei bist, dass du mitfeierst und dass jeder merkt, dass du hier bist. Amen.

Liedblock I: »Lord reign in me«, »We want to see Jesus«, »I walk by faith«

Übergangsmoderation:
Das Video kündigt der Moderator ähnlich einer Live-Konferenzschaltung an. Wir schalten jetzt direkt rüber zu Iris an den Rathausmarkt...

Videoumfrage
Für die Umfrage sind ein paar Mitarbeiter nach Hamburg in die Innenstadt gefahren und haben Passanten gefragt, was für sie den Wert des Menschen ausmacht. Die Antworten wurden in einem kurzen Film zusammengeschnitten und im Gottesdienst gezeigt. Wichtig hierbei war, dass die Passanten nicht interviewt wurden, sondern nur die Frage gestellt bekamen. Dabei wurden im Gottesdienst bewusst nicht nur die typischen Antworten wie z.B. innere Werte, sondern gerade auch die übrigen gezeigt.

Text: 96-Pf-Mensch - Was kostet ein Mensch?
Das Anspiel 96-Pf-Mensch wird vom Moderator eingeleitet und moderiert. Er interviewt die einzelnen »Wertschätzer«. Aus den folgenden Informationen wurde ein Anspiel gemacht. Dabei traten jeweils entsprechende Charaktere auf, die ihre Definition des Wertes eines Menschen erklärten. Zum Beispiel erschien der smarte Versicherungschef und beschrieb die Versicherungssummen. Der Chemiker trat im Kittel auf, mit ein paar interessanten Gefäßen und so weiter. Dabei wurde am Anfang eher auf den »Schockeffekt« der sehr makabren und sachlichen Definitionen gesetzt und keine subjektive Ansichten mit hineingelegt. Am Ende wird dann noch der Teil »Und was bin ich mir wert?« gesprochen.

Eine Zeitschrift hat zusammengestellt, was ein Mensch wert ist, wenn er bei einem Unfall verletzt wird.

Art der Verletzung - Schmerzensgeld in DM
Nasenbeinbruch 1.500
Verlust von vier Fingern 3.500
Fingerglied abgequetscht 4.000
Gehirnerschütterung 5.000
Kniescheibe gebrochen 6.000
Fußquetschung 18.000
Schwere Herzrhythmusstörung 20.000
Verlust eines Armes 35.000
Verlust eines Unterschenkels 35.000
Verlust eines Auges 40.000
Schädelbruch mit Hirnquetschung 50.000
Verlust eines Beines 75.000
Völlige Erblindung 95.000
Querschnittlähmung 180.000
Hirnverletzung mit bleibenden Schäden 200.000

Am geringsten schätzt der Chemiker den Wert eines Menschen ein. Er berechnet den Gehalt eines Erwachsenen nach den Grundbestandteilen des menschlichen Körpers: 66% Wasser, 20% Kohlenstoff, 6% Sauerstoff, 2% Stickstoff, 4% Aschenbestandteile. Je nach Marktlage ergibt dies ungefähr 20 DM.

Mediziner haben entschieden widersprochen. Wenn man allein den Wert des Insulins und der Hormone zusammenrechne, komme man auf einen Wert von mehreren Millionen Mark.

Genauso weisen Physiker auf die Energie hin, die in den Atomen des menschlichen Körpers gespeichert ist. Berechnet man sie, dann ergibt dies mehrere Millionen Kilowattstunden. Könnte man sie nutzen, wäre ein Mensch ungefähr 85 Millionen Dollar wert.

Amerikanische Versicherungsgesellschaften rechnen noch anders. Nach ihrer Ansicht ist ein Neugeborener ungefähr 40.000 DM, ein Zehnjähriger 50.000 DM wert. Der Wert eines Menschen steigt mit seinem Alter. Er summiert sich aus den Kosten der Berufsausbildung und dem Einkommen. Frauen sind dann nur halb so viel wert wie Männer, weil sie in der Regel früher aus dem Berufsleben ausscheiden.

Schweizerische Versicherungen berechnen den Wert eines Menschen aus dem Produkt des Jahreseinkommens und der Dauer der Berufstätigkeit in Jahren. Ein Mensch mit einem Monatseinkommen von 800 Franken und einer voraussichtlichen vierzigjährigen Berufstätigkeit ist demnach 400.000 Schweizer Franken wert. Der Wert eines Künstlers errechnet sich aus den Einnahmen beim Verkauf seiner Werke: Manuskripte, Noten, Bücher, Funkhonorare, Urheberrechte und Schallplatten.

Amerikanische Militärwissenschaftler stehen auf dem Standpunkt, ein Objekt könne nicht mehr wert sein als für seine Vernichtung ausgegeben werde. Sie errechnen deshalb den Wert eines Menschen aus den Kosten eines Krieges, geteilt durch die Zahl der Gefallenen. Demnach ist dieser Wert im Laufe der Geschichte enorm gestiegen. Bei Cäsars Feldzug gegen Gallien kostete es durchschnittlich 3 Mark, einen Menschen zu töten. Zu Napoleons Zeiten war der Mensch nach dieser Rechnung schon 10.000 Mark wert, im Ersten Weltkrieg 85.000 Mark und im Zweiten Weltkrieg 200.000 Mark wert.

Und was bin ich wert?
Kann man das wirklich ausrechnen? Kann man mich wirklich bezahlen? Kann mich vielleicht sogar einer kaufen, wenn er Geld hat? Ich möchte etwas wert sein, was es nicht für Geld gibt: Angenommen, geliebt, nicht allein!

Psalm 8, 4-7:
»Wenn ich sehe den Himmel, deiner Finger Werk, / den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: / Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, / und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? / Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, / mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. / Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, / alles hast du unter seine Füße getan.«

Liedblock II: »Fear not«, »Standing on the rock«, »In the strong name of Jesus«, »Allein Deine Gnade genügt«

Theaterspiel: »Lifeboat«
Vom christlichen Sänger Steve Taylor gibt es ein Lied namens »Lifeboat«, welches übersetzt und als Theaterstück vorgespielt wurde. Parodistisch übertrieben wirkt es sehr schockierend: Eine extrem geschmacklos gekleidete Leherin hält eine Unterrichtseinheit vor einer Grundschulklasse über »Werteinschätzung«. Dazu spielt sie mit ihnen ein Spiel namens Rettungsboot. Die Kinder sollen entscheiden, welche drei von insgesamt fünf Überlebenden Erwachsenen nach einem Schiffsunglück aus dem Rettungsboot geworfen werden sollen, da dieses nur für zwei gedacht ist. Im Boot sind:
-ein alter verkrüppelter Großvater in einem Rollstuhl, fast taub
-ein geistig behinderter Mensch
-eine fette Frau mit einem schniefenden und weinenden Baby
-ein junger Arzt mit schönen, dunklen Haaren, blauen Augen und perfekten Zähnen
-und Britney Spears

Die Kinder entscheiden, dass der Arzt und Britney überleben sollen, begründen ihre Wahl der Verurteilten entsprechend und werden dafür gelobt. Die Lehrerin geht zur nächsten Einheit über, in der es um die Schwerkraft geht. Sie sollen ein leichtes und ein schweres Objekt aus dem Fenster werfen und beobachten, welches nach einem Sturz aus mehreren Stockwerken Höhe als erstes auf dem Bürgersteig zerschellt. Die Kinder bringen ein Radiergummi und werfen dann die Lehrerin aus dem Fenster. Sie begründen ihre Tat auf die gleiche Art, wie sie es zuvor gelernt haben: »Schmeißt die Lehrerin raus, denn sie trägt ein hässliches Kleid, sie ist schon viel zu alt, sie hat uns gelehrt, dass nur Perfektion zählt, wir spielen das Spiel vom Rettungsboot noch einmal.«

Predigt:
Die Lehrerin war einfach nicht perfekt genug. Wer solche Spielchen anzettelt, der muss auch mit den Folgen rechnen. Sind nur die perfekten Menschen etwas wert? Alles Unangenehme, alles Unproduktive, alles Hässliche fliegt raus. Und wenn wir uns in der Gesellschaft mal umgucken, dann fliegt da vieles raus. Will ich dazu gehören? Gehöre ich vielleicht schon dazu? Wer ist schon etwas wert? Die Reichen und die Schönen? Und was ist, wenn ich das nicht bin? Was mache ich dann? Ich will so werden wie meine Idole. Ich schaffe es nicht, aber ich will wenigstens ein bisschen so aussehen wie die, dann bin ich vielleicht auch wertvoll. Der eine hat zum Beispiel auf einmal ein ganz dickes Auto, obwohl er nicht viel fährt. Andere ziehen sich etwas Teures an, rund um sie herum ist ganz viel Wert. In Wertvolles kleide ich mich, ich lege mir Werte zu, damit sie mich aufwerten. Ich gehöre dazu, gehöre zur Clique und dann bin ich auf einmal etwas wert. Aber was macht den Wert eigentlich aus? Kann ich mir meinen Wert erkaufen? Hängt der Wert nur vom Geld oder meiner Leistung ab? Beispiel: Im Urlaub fühlt man sich verloren und asozial, wenn die Kreditkarte plötzlich nicht funktioniert. Keiner weiß ja, dass das Konto eigentlich gedeckt ist, weil man es nicht sieht. Ein anderer Versuch, meinen Wert zu steigern, ist das soziale Engagement. Dann sagt man von mir, ich sei wertvoll, weil ich etwas für andere tue. Kann ich meinen Wert selber bestimmen, durch das was ich tue, durch meine Leistung? Kann ich mich auf- oder abwerten? Was ist, wenn jemand anderen »nur Arbeit macht und Geld kostet«, ein behinderter oder sehr alter Mensch zum Beispiel? In der Nazi-Zeit sprach man von »unwertem Leben«. Wenn ein Mensch noch so klein ist wie der Kopf einer Stecknadel, dann entscheiden manchmal andere, ob er leben soll oder nicht, ohne dass dieser kleine Mensch protestieren kann. Es wäre doch manchmal sehr viel einfacher, wenn wir einen festen Wert hätten und nicht kämpfen und uns beweisen müssten. Aber ist es so erstrebenswert, wenn wir definieren können, wie viel Geld theoretisch im nächsten Krieg aufgewendet werden müsste, um uns umzubringen, oder wenn wir unseren Versicherungswert oder den unserer Körperteile benennen können? Fühlen wir uns dann wertvoller? Hängt mein Wert davon ab, wie wertvoll ich mich fühle, von meinem Selbstwertgefühl? Menschen mit einem großen Selbstwertgefühl erkennt man oft daran, dass sie nicht darauf angewiesen sind, die richtige Kleidung zu tragen, Statussymbole zu besitzen oder die entsprechende Leistung zu bringen. Oft ruhen diese Menschen in sich selbst, man merkt, dass sie sich nicht ständig beweisen müssen. Bei vielen anderen wurde das Selbstwertgefühl kaputt gemacht. Oft passiert das völlig unbeabsichtigt, durch die Familie oder Schulkameraden. »Mann, bist du ein Dussel, lass es lieber, das kannst du nicht. Lass die Finger davon, das machst du noch kaputt. Mann, wie siehst du denn aus?« Noch viel schlimmer ist es, wenn man übersehen wird: Alle werden zur Party eingeladen, nur mich haben sie vergessen, ob nun aus böser Absicht oder aus Versehen, das ist dann doch eigentlich fast egal. Wie können solche Menschen verstehen, dass sie etwas wert sind? Nur dadurch, dass sich jemand anderes für sie einsetzt. Wie Maximilian Kolbe, der sich im KZ anstelle eines Familienvaters in den Hungerbunker sperren ließ, wo er nach einigen Tagen qualvoll starb.

Jesus hat einmal gesagt: »Niemand hat größere Liebe, als der, der sein Leben lässt für seine Freunde.« Und genau das hat Jesus gemacht für uns. Wenn du wissen willst, wie viel du wert bist, dann achte auf die Menschen, die dich lieben. Wenn du wissen willst, wie viel du deinem Schöpfer wert bist, der dich gemacht hat, dann achte darauf, was er für dich getan hat, wie er sich für dich einsetzt. Jesus ist für dich ans Kreuz gegangen. Maximilian Kolbe ist für einen anderen Menschen gestorben, aber am Kreuz von Golgatha hat der Schöpfer der ganzen Welt, Gott, sich ganz klein gemacht um uns zu sagen: »Ich will dir zeigen, wie viel du wert bist. Ich will dir zeigen, wie viel du MIR wert bist. Es kann sein, dass du anderen Menschen nicht so viel wert bist, aber du bist mir so viel wert, dass ich mich für dich anspucken, quälen und töten lasse. Du bist es mir wert. Für dich habe ich es getan.« Johannes 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab… Darüber können wir hinweggehen, aber wenn wir das persönlich nehmen, dann bekommen wir dort den größten Wert, den wir überhaupt haben können. Dort werden wir unbezahlbar.

Solo-Lied: »Jesus, let me hear your voice.«

Gebet:
Jesus, lass uns deine Stimme hören, auch heute Abend. Wir sind dir unbezahlbar viel wert. Das hast du uns am Kreuz gezeigt, als du für uns gestorben bist, für jeden einzelnen. Jesus, ich bitte dich, dass wir erkennen, was wir in deinen Augen wert sind, was du für uns getan hast. Ich bitte dich, dass wir annehmen können, was wir dir bedeuten. Jesus, gib uns ein Selbstwertgefühl, das wir haben können, weil du uns liebst. Amen.

Lobpreis: »Wasser des Lebens«, »Lord you have my heart«, »In deinem liebenden Arm«, »Over the mountains and the sea«, »Shout to the Lord«

Schlussansagen

Büfett/ Gebet/ Spiele

Anmerkungen:
In den Schlussansagen wird auf die bestehende Segnungsmöglichkeit aufmerksam gemacht. Außerdem werden die nächsten Lightnight-Termine bekannt gegeben und ein Hinweis auf die Website zur Lightnight gegeben. Auf- und Abbau der für das Anspiel nötigen Gegenstände geschehen während der Übergangsmoderationen im Hintergrund.

Kontakt:
Lightnight-Team Ellerau:
Stefan Bihl, Stockholmweg 12, 25479 Ellerau
Tel. 04106-761171
stefan@light-night.de





Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:
Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
40 Komplettentwürfe für die Gestaltung von Gottesdiensten, Andachten und Events mit Jugendlichen

Ob "Mitternachtsandacht", "Jesus Birthday Party", "C-Online-Gottesdienst", "Osternachtsfeier mit allen Sinnen" oder "I love you-Gottesdienst" - das Powerpack stellt 40 innovative Komplettentwürfe mit Gebeten, Predigten und "Szene-Spielen" für die Gottesdienstgestaltung mit Jugendlichen zusammen.
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