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»Ein kleines Licht scheint hell«
Ein ökumenischer Jugendgottesdienst der Gemeinde St. Johannes, Neckarsulm



Übersicht:

Lied: »Die Sache Jesu braucht Begeisterte«

Gruss

Votum

Geschichte: Der König und seine zwei Söhne

Lied: »Salz und Licht«

Auslegung

Lied: »Gott hört dein Gebet«

Aktion: Kerzenmeditation

Lied: »Ein Licht in dir geborgen«

Stille

Fürbitten

Vaterunser/Lied: »Unser Vater«
Schlussgebet

Lied: »Geh mit uns auf unserem Weg«

Segen
Material:
150 Teelichter, die während der Geschichte angezündet werden und den vorher dunklen Raum erhellen. Texte in Kopie für alle Mitwirkenden, für die Kerzenmeditation: für jeden Teilnehmer/in 1 Teelicht, 1 große Kerze vorne, Overheadprojektor, Dias


Ablauf:

Lied: »Die Sache Jesu braucht Begeisterte«

Gruss:
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen und zur Ehre Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Votum:
Ein kleines Licht ist in großer Dunkelheit weit sichtbar. Jeden Morgen erfahren wir neu das Sonnenlicht. Es gibt helle Sonnentage und dunkle Regentage, aber immer umgibt uns Licht. Wir können Licht machen, wenn wir eine Kerze anzünden. Sie schenkt Licht und Wärme. Es ist schön, in eine brennende Kerze zu schauen. Sie kann uns viel erzählen.

Geschichte: Der König und seine zwei Söhne
Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen des Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: »Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit ist eure Sache.« Die Weisen sagten: »Das ist eine gute Aufgabe.«

Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: »Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.« Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig, und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: »Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach mich zu deinem Nachfolger.« Der Vater antwortete: »Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.«

Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: »Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.«

Lied: »Salz und Licht«

Auslegung:
Mit Overhead-Projektor oder Dias gestalten und die Bilder zeigen, während die Geschichte gelesen wird

Liebe Freunde, die auf das Licht der Welt warten!
Wohltuend ist diese Geschichte, die wir eben gehört haben. Wohltuend, weil sie in schönen Worten das erzählt, was auch uns heute gut täte. Ich möchte diese Geschichte neu erzählen, für unsere Zeit, für uns heute. Die Geschichte geht so: »Es war einmal ein Planet, der hieß Erde. Von weit draußen im Weltall konnte man ihn sehen. Man sah, dass er ganz blau war. Denn auf ihm gab es viel Wasser und große Kontinente, schöne Pflanzen und viele Tiere. Alle diese Dinge waren von Gott für die Menschen geschaffen worden und machten das Leben der Menschen hell. Sie fanden auf der Erde Nahrung zu essen und Wasser zu trinken. Gott hatte zu den Menschen gesagt: »Geht hin und füllt eure Erde mit guten Dingen, die euer Leben froh machen! Bringt Licht in diese Welt und sorgt dafür, dass niemand im Dunkeln leben muss!«

Anfangs versuchten die Menschen, nach diesem Gebot Gottes zu leben, doch bald schon begann der Streit. Einige wollten immer mehr haben und ließen den anderen nicht mehr genug zum Leben übrig. So kamen die Kriege in die Welt. Die Menschen begannen, Maschinen und Waffen zu bauen, mit denen sie gegeneinander kämpfen konnten. Und mit jeder Maschine, die sie bauten, wurde ihre Welt ein wenig dunkler. Doch die Menschen bemerkten es nicht.

Als die ersten Kriege vorbei waren, begannen die Überlebenden, sich weiter zu bekämpfen. Doch sie taten das nicht mit Waffen, sondern mit Waren und Lebensmitteln. Die einen produzierten so viele Autos, Fahrräder und Waschmaschinen, dass sie alles ganz billig verkaufen konnten. Jeder kaufte nur noch bei ihnen und so wurden sie furchtbar reich. Als das die anderen sahen, fingen sie an, elektrische Brotmesser, Bügelmaschinen und Spielcomputer herzustellen. Sie bliesen giftige Gase in die Luft und leiteten ihre Abwässer in das klare Wasser der Seen und Flüsse. Die Fische starben und viele Vögel wurden krank. So füllten die Menschen diese Erde mit vielen nutzlosen Dingen. Und mit jedem weiteren nutzlosen Produkt, das sie herstellten, wurde die Welt wieder ein wenig dunkler. Doch die Menschen bemerkten es nicht.

Als sie eines Tages so viele nutzlose Dinge hergestellt und verkauft hatten, dass sie gar nicht mehr wussten, was sie mit all den nutzlosen Sachen machen sollten, da wurde es ihnen langweilig. Sie waren all dieser Dinge längst überdrüssig geworden. Nun machten sie sich einen Spaß daraus, andere Menschen auszulachen und auf sie herabzusehen, wenn einer weniger von den nutzlosen Dingen besaß als ein anderer. Jeder war nur damit beschäftigt, seinen Besitz an nutzlosen Dingen zu vergrößern und wollte mehr haben als der andere. Die Menschen interessierten sich immer weniger füreinander und sagten sich oft hässliche Worte. Und mit jedem hässlichen Wort, das jemand sprach, wurde die Welt wieder ein wenig dunkler. Doch die Menschen bemerkten es nicht.

Die Dunkelheit, in der sie lebten, war so groß geworden, dass sie manchmal kaum ihre Hand vor Augen sehen konnten. Und als einer sagte: »Früher war es noch heller auf der Welt, als das Licht der guten Schöpfung Gottes noch auf der Erde leuchtete!«, da sagten die anderen zu ihm: »Du musst dich irren. Es war immer schon so dunkel wie heute. Und es wird wohl auch immer so bleiben. Die Welt ist eben schon dunkel geschaffen worden. Da kann man nichts machen.« Sie hatten alle vergessen, dass es einmal hell war auf der Erde und woher dieses Licht gekommen war. Gott, der die Welt und die Menschen geschaffen hatte, sah dies alles. Er wurde sehr traurig. Und er dachte: »Die Menschen haben mich und mein Licht vergessen. Sie wissen gar nicht mehr, wie schön es ist, von einem hellen Licht umgeben zu sein und gewärmt zu werden. Manche von ihnen sehnen sich noch nach einem solchen Licht. Ich werde ihnen ein neues Licht schenken, das ihre Finsternis hell machen soll. Ich werde meinen Sohn zu ihnen senden, dann wird ihnen ein Licht aufgehen. Vielleicht werden sie erkennen, in welcher Dunkelheit sie leben.«

Liebe Freunde, die ihr auf das Licht der Welt wartet!
Konnten wir uns in dieser Geschichte wiederfinden? Geht es uns nicht auch manchmal wie dem älteren Bruder? Füllen wir unsere Welt und unser Leben nicht auch oft mit vielen nutzlosen Dingen an und merken gar nicht, dass unsere Welt dabei nur immer dunkler wird? Glauben auch wir, dass man gegen diese Dunkelheit, die unser Leben umgibt, gar nichts machen kann? Erwarten auch wir nichts mehr von dem Gott, der die Welt und uns geschaffen hat? Haben auch wir die Hoffnung aufgegeben, dass er nach uns sucht und unser Leben hell machen will?

Ich möchte euch zwei Menschen vorstellen, die von Gott noch etwas erwarten. Sie haben ihr Leben lang das Warten nicht aufgegeben und ihr Warten hat sich gelohnt! Der eine Mensch ist der Prophet Jesaja. Er sagte vor langer Zeit: »Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für die, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf. Herr, du schenkst ihnen große Freude, darum jubeln sie laut.« Jesaja hat gewußt, dass es ein Licht gibt für diese Welt und dass dieses Licht von Gott kommen wird. Er selbst hat es nicht mehr erlebt. Der andere Mensch, den ich euch vorstellen möchte, heißt Simeon. Er durfte das, was Jesaja angekündigt hat, selbst erfahren. Simeon, der alte, fromme Mann, lebte in Jerusalem. Er wusste noch nicht, dass Jesus geboren war. Jeden Tag ging er in den Tempel, um zu beten. Er dachte bei sich: »Wenn er erst da ist, der große König, der uns helfen wird, dann wird sich die ganze Welt freuen. Er wird das große Licht sein für die dunkle Welt. Er wird uns aus aller Dunkelheit und Finsternis retten.« Eines Tages geht Simeon wieder in den Tempel. Auf den Armen seiner Mutter erblickt er das Jesuskind. Freude erfüllt sein Herz. Er nimmt das Kind in seine Arme und spricht zu Gott: »Ich danke dir, Gott! Meine Augen haben Jesus, das Heil der Welt, den guten Freund aller Menschen gesehen. Jesus ist das große Licht für die ganze Welt, das Licht für alle Völker.«

Liebe Freunde! Lassen wir uns in dieser Adventszeit von dem Licht anstecken, das da in unsere Welt kommt! Entdecken wir, warum es heller und wärmer wird, seit dieses Kind geboren wurde! An Jesus, dem Licht der Welt, wird uns ein Licht aufgehen. Denn er hat uns gezeigt, wie Gott zu uns steht, dass er ein liebender Gott ist, der nach jedem Menschen sucht und ihm nachgeht. Darum dürfen wir uns freuen und fröhlich sein! An Jesus, dem Licht der Welt, wird uns ein Licht aufgehen. Denn er hat uns gezeigt, was es heißt, ein Licht für andere Menschen zu sein und Liebe zu geben. Sein Licht zeigt sich uns in vielen Dingen: in dem Lachen eines Kindes, in netten Gesten von Freunden, einer schönen Blume, den prachtvollen Farben der Natur. Darum dürfen wir uns freuen und fröhlich sein. Wem dieses Licht aufgegangen ist und wer sich von seinen Strahlen wärmen ließ, für den werden viele Dinge in einem anderen Licht erscheinen: er wird sich selbst neu sehen lernen als von Gott geliebten Menschen, der wertvoll ist. Wem dieses Licht aufgegangen ist, der wird auch ein Gespür für andere Menschen bekommen; wird merken, wenn sie Probleme haben und sich Zeit für sie nehmen. Wem dieses Licht aufgegangen ist, der kann es nicht für sich behalten, sondern wird es weitergeben und unsere Welt ein klein wenig heller machen. Darum feiern Christen Advent, darum haben sie das Warten nicht aufgegeben, darum sind wir heute hier: Wir wissen, dass unser Licht kommt. Wir wissen, dass unser Herr kommt. Er wird unser Leben hell machen. Ich wünsche uns allen, dass uns in dieser Adventszeit ein Licht aufgeht, dessen Schein unsere Herzen hell macht und hinausstrahlt in unser Leben und bis in die hintersten Ecken dieser dunklen Welt. Amen.

Lied: »Gott hört dein Gebet«

Aktion: Kerzenmeditation
JedeR BesucherIn erhält ein kleines Teelicht. Alle Teelichter werden reihum angezündet. Raum wird ganz abgedunkelt.

Das Licht ist ein Geheimnis. Es erinnert uns an Gott, von dem alles Licht kommt. Das Licht kommt strahlend in unsere Hände und in unseren Alltag. Es erhellt unsere Stunden. Wir reichen es gerne weiter in andere Hände. Viele Mitmenschen haben Ihre Schwierigkeiten zur Ruhe und zu sich selbst zu finden. Dann tut es gut, das Licht einer Kerze anzuzünden und im Lichtschein einer lebendigen Flamme ins Nachdenken zu kommen.
Wortlos rücken sich Wünsche und Sorgen, Probleme und Schmerzen, Dunkelheiten und Ungereimtheit ins Licht. Es fällt einem leichter, Ruhe und Abstand zu gewinnen und die Dinge in ein anderes Licht zu rücken. Diese neue Sichtweise kann helfen, vieles objektiver zu sehen und mit einer neuen Gelassenheit die Dinge anzugehen. Mit einer Kerze fällt es einem auch leichter zu beten. Sie stellt eine Brücke zu Jesus dar. Er ist das Licht, das in unsere Welt gekommen ist. Er will unser Leben heil und froh machen. Die Kerzen in unseren Händen sollen ein Symbol sein für sein Licht, das uns auf unserem Weg durch das Jahr begleiten soll.

Lied: »Ein Licht in dir geborgen«

Stille

Fürbitten:
Du bist das Licht, Jesus. Seit du da bist, ist alles anders. Die Gefahren, die uns umgeben, Krankheit, Tod, Gewalt, Krieg, schrecken uns nicht mehr. Wir wissen: Die Zukunft gehört dir, der Liebe, dem Leben.

Was auf uns lastet, erdrückt uns nicht mehr. Unsere Aufgaben hilfst du uns ausführen, unsere Misserfolge hilfst du uns hinnehmen, unsere Schuld nimmst du uns ab. Wir danken dir. Wir bitten dich: Zeige dich allen Menschen, den nahen und den fernen, den alten und den jungen,
den gesunden und den kranken, den ängstlichen und den zuversichtlichen, denjenigen, die zu einer christlichen Kirche gehören und denen, die keinen Glauben haben. Lass sie alle erkennen, wer du bist: das Licht der Welt.

Vaterunser/Lied: »Unser Vater«

Schlussgebet:
Vater im Himmel! Wir haben Jesus als das Licht der Welt gefeiert, das auch uns erleuchtet hat. Lass uns darüber froh und dankbar sein und hilf uns, dieses Licht in die Welt hinauszutragen, so dass immer mehr Menschen aus der Finsternis in dein wunderbares Licht gelangen. So bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Lied: »Geh mit uns auf unserem Weg«

Segen:
Gehet hin im Segen des Herrn: Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden. Amen.


Anmerkungen:
Die Zielgruppe sind Jugendliche aller Konfessionen zwischen 12 und 40 Jahren. Die musikalische Untermalung durch eine Band ist sehr wichtig. Die Vorbereitung für den Gottesdienst wird durch ein Team als ökumenisches Projekt durchgeführt.

Kontakt:
Pfr. Thomas Binder
Finkenweg 12
78564 Wehingen
Telefon 07426/7186
pfarramt@wehingen-evangelisch.de


Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:
Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
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