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Jugendgottesdienst-Komplettentwürfe >> Powerpack >> Entwurf online

»Was habt ihr mir getan?«
Ein Jugendgottesdienst




Übersicht:

Begrüssung

Zum Eingang: Psalmgebet, Lieder

Biblische Geschichte zum Gottesdienst

Lied: »In Ängsten die einen und die anderen leben.«

Lied »Wer kann den Hunger nach Frieden stillen...«

1. Text: »Die Golfkriegsgeneration«

Gebet

Lied: »Ich habe Durst, ich hab' noch Träume.«

2. Text: »Hauptsache Spaß«

Gebet

Lied: »Lassen wir Platz an unsern Tischen«

3. Text: »Die ganzen Umstände«

Gebet

Lied: »Das könnte sein.«

4. Text: »Schluss mit lustig: Azubis sind keine Sparschweine«

Gebet

Lied: »Wo Menschen sich vergessen«

5. Text: »Wendepunkte«

Gebet

6. Text: »So richtig trist...«

Gebet

Lied: »Den Gefangenen sagt: Geht heraus!«

Evangelium

Lied: »Brich mit den Hungrigen dein Brot«

Ansprache

Abendmahl

Segen

Ablauf:

Begrüssung
Die Gäste werden zu ihren Plätzen gebracht. Die Lieder werden bekannt gemacht. Das Glockengeläut sammelt die Gäste; in der Stille kommen wir zur Ruhe. Die Mitwirkenden stellen sich vor.

Zum Eingang: Psalmgebet, Lieder

Biblische Geschichte zum Gottesdienst (Mt 25, 31-46):
»Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.«

Die Erzählung wird durch ein Schattenspiel ergänzt. Dabei werden die einzelnen Sätze durch Gesten dargestellt: Hungrig - nährende Geste/ Durstig - tränkende Geste/ Fremder - ausgebreitete Arme/ Nackt - bekleiden/ Krank - die Stirn abwischen, trösten/ Gefangen - besuchen, befreien. Auf zwei Spielflächen werden in schneller Folge die einzelnen Szenen dargestellt. Jedes Bild steht 20-30 Sekunden.

Lied: »In Ängsten die einen und die andern leben«

Lied: »Wer kann den Hunger nach Frieden stillen, wenn nicht der Friede selbst« (Hans-Jörg Netz/Christoph Lehmann)

1. Text: »Die Golfkriegsgeneration« (Shell Jugendstudie 1997, S.129)
»Da hat man wirklich zusammengesessen an der Schule, und während des Unterrichts lief das Radio. Und immer Punkt volle Stunde: totale Ruhe, Nachrichten lauter gemacht. Wenn zwischendurch was kam, auch wieder lauter gemacht. Damals waren ja die Raketenangriffe auf Jerusalem und Tel Aviv. Die deutschen Flieger wurden in die Türkei verlegt. Das war das einzige Mal, wo meine Mutter gesagt hat, es hat keinen Zweck, dass du heute in die Schule gehst. Du bist in Münster auf dem Prinzipalmarkt mit den anderen 10.000 besser aufgehoben. Ich hab unheimlich viel blau gemacht... Wir saßen mit ein paar Kumpels dann bei uns Zuhause. Wir haben uns dann den Atlas genommen und einen Zirkel und haben gesagt, die Rakete hat soundsoviele Kilometer Reichweite, wo kommt die denn überall hin? Das war auch eine Bedrohung, die wir so empfunden haben.« Christian, 24 Jahre

Gebet:
Guter Gott, wer kann den Hunger nach Frieden stillen? Die Nachrichten über Krieg und Gewalt lassen uns keine Ruhe. Auch bei uns ist kein Friede. Kinder und Frauen werden missachtet und missbraucht. Das Fernsehen ist voll von Gewalt. Selbst wir fragen uns oft, wie wir den Weg zum Frieden finden. Herr, erbarme dich. Phil 4, 7: »Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben.

Lied: »Ich habe Durst, ich hab' noch Träume« (aus: »Befreite Hände« von Hübner)

2. Text: »Hauptsache Spaß« (Shell Jugendstudie 1997, S. 116)
»Vielen Leuten reicht es zu wissen, wo sie heute Abend hingehen, ob sie einen Freund haben und dass sie ihre Schule schaffen. Mehr ist nicht wichtig. Die sagen: Hauptsache, ich habe Spaß in meinem Leben. Die fragen gar nicht nach mehr. Die sind irgendwie zufrieden mit dem, was ist. Früher scheint das nicht so krass gewesen zu sein, nach dem, was mir ältere Freunde erzählen. Früher war noch mehr die Suche da nach dem, was dein Leben ausfüllt. Ein Sinn. Heute habe ich das Gefühl, es ist nicht mehr wichtig, dass man einen wirklichen Sinn hat. Die meisten Leute in meinem Alter fragen nicht mehr nach einem Sinn. Sinn ist für die einfach, dass es ihnen jetzt gut geht, und dass man jetzt erst einmal Spaß hat. Was später kommt, das wird sich später entscheiden.« Jana, 19 Jahre

Gebet:
Herr, unser Gott, wer kann den Durst nach Leben stillen? Wir stehen vor einer Fülle von Angeboten und Möglichkeiten. Und oft sind wir enttäuscht, weil wir nachher mit leeren Händen dagestanden sind. Und wenn wir das Leben gefunden haben, sind wir manchmal zu bescheiden oder zu ängstlich, andere an unseren Erfahrungen teil haben zu lassen. Herr, erbarme dich.

Johannes 4, 10: »Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken! Du bätest ihn, und der gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!«

Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.

Lied: »Lassen wir Platz an unsern Tischen« (Michel Scournec/Joe Akepismas)

3. Text: »Die ganzen Umstände« (Shell Jugendstudie 1997, S. 206)
»Die ganzen Umstände. So vielen Deutschen geht es schlecht! Und da wird so viel Wind um die Ausländer gemacht! Es reicht ja, und da hab ich auch gar nichts dagegen, ein paar Spenden abdrücken und so was. Aber dass die gleich so viele noch hier reinholen! Dass sie damit die Kultur und die Rasse zerstören, das kann ja wohl nicht wahr sein... In so einem Land, da will ich nicht leben, dagegen kämpfe ich, ja, das ist mein Streben. Ein sauberes Land, frei von Dreck und Scherben, ja so ein Land soll'n unsre Kinder erben. Der Kampf hat begonnen: Sieg oder Tod. Mein Motto voll Stolz: Lieber Tod als Rot.« Udo, 20 Jahre

Gebet:
Herr, unser Gott, Fremde leben in unserem Land. Sie sind anders als wir. Und deshalb stoßen sie auf Ablehnung. Ihr Anderssein stellt uns in Frage, macht Angst. Und deshalb verweigern wir ihnen die Gastfreundschaft in unseren Städten und Häusern. Herr, zeige uns Wege, wie wir Brücken zur Verständigung bauen können, damit wir einander annehmen als deine Geschöpfe. Herr, erbarme dich.

Num 19, 33: »Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.«
Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet.

Lied: »Das könnte sein« (Eugen Eckert/Jürgen Kandiorza)

4. Text: »Schluss mit lustig: Azubis sind keine Sparschweine« (Shell Jugendstudie 1997, S. 133)
»Nicht nur dass Jugendliche sich auf immer weniger Ausbildungsplätze bewerben können, weil vor allem große Betriebe keinen Bock auf BerufseinsteigerInnen haben, ArbeitgeberInnen wollen den Azubis sogar am liebsten noch ihr Gehalt kürzen. Ein großer Teil der Unternehmen verbaut den Jugendlichen ihre Zukunft und läßt sie, wegen der Gewinnmaximierung, in die Arbeitslosigkeit laufen!«

Aktuelle Arbeitsmarktdaten aus dem Landkreis Esslingen

Gebet:
Herr, unser Gott, 70 Bewerbungen und noch keine Zusage. Immer weniger schaffen es, einen Ausbildungsplatz zu finden. Wir kommen uns so nutzlos vor. Wofür haben wir denn gelernt? Gibt es denn keinen Weg, um die Arbeit gerechter zu verteilen? Dass alle satt werden. Dass wir eine Zukunft haben? Herr, erbarme dich.

Mt 5, 40: »Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel.«

Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht.

Lied: »Wo Menschen sich vergessen«

5. Text: »Wendepunkte« (Shell Jugendstudie 1997, S. 229)
»Zehn Wochen lag ich im Gipsbett, saß anschließend im Rollstuhl und bin danach fast drei Monate an Krücken gelaufen. Diese Erlebnisse haben mein Leben stark beeinflusst. Ein halbes Jahr war ich von anderen Menschen und von meinem Körper abhängig. Ich konnte nicht vom Kopf her steuern, dass ich wieder laufen kann und dies ausgerechnet in einem Alter, in dem man nicht den ganzen Tag Zuhause sitzt oder liegt. [...] Wenn ich heute zurück denke, fällt mir außer den Schmerzen und Ängsten auch viel Positives ein. Ich habe ein ganz anderes Verständnis für behinderte und kranke Menschen entwickelt. Insgesamt war es eine Zeit, in der ich viel über mich nachdenken musste, konnte und durfte.« Hanna, 18 Jahre, Rollstuhlfahrerin

Gebet:
Lieber Gott, schön, wenn man Krankheiten so annehmen kann wie Hanna. Aber den meisten fällt das schwer. Die Gesunden geben bei uns den Ton an. Als Behinderte haben wir es schwer. Immer mehr werden ausgegrenzt - aus den Schulen, aus dem Beruf, aus der Freizeit. Rücke unsere Maßstäbe zurecht. Lass uns einander annehmen - weil du uns das Leben gegeben hast: den Gesunden und den Kranken, den Beweglichen und den Behinderten.
Joh 5, 8: »Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber an dem Tag Sabbat.«

Ich bin im Gefängnis gesessen und ihr seid zu mir gekommen.

6. Text: »So richtig trist« (Shell Jugendstudie 1997, S. 150f.)
»Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen... Jedes Krümelchen in unserer Familie ist christlich. Der Opa Lorenz ist ein Christ, wie ich ihn mir vorstelle. Er ist ruhig, tut keiner Seele was und redet nicht hinter dem Rücken der anderen Leute. Er lebt Christentum. Der Vater meiner Mutter ist total dickköpfig, ist aber auch ein recht guter Christ. Seine Frau Esther, die ist wie meine Mutter: putze, putze, putze. [...] Mit Sauberkeit, das ist bei uns ganz extrem. Nicht rauchen, nicht saufen. So richtig trist! Früher mussten wir immer zum Essen zu Hause sein. Zu jeder Mahlzeit wurde eine kleine Zeremonie namens Gebet abgezogen. Und abends kam dann das Abendgebet: »Lieber Gott, beschütze meinen Sohn« und all so Gerümpel. Schon damals konnte ich die Kirche oft nicht leiden. Wenn ich sonntags morgens mit meinem Vater mit meinem Matchbox-Auto spielen wollte und mein Vater drauf bestand, dass wir in die Kirche gehen. Da hat sich schon eine Menge Frust aufgebaut gegen die Kirche.« Daniel, 18 Jahre

Gebet:
Ja, Herr, auch unser Glaube kann zu einem Gefängnis werden. Unser Vertrauen zu dir wird erschüttert durch Christen, die unglaubwürdig leben, und durch Menschen, für die das ganze Christsein nur aus Geboten und Gesetzen besteht. Gib allen die Einsicht, dass wir auf dem Weg zu dir sind und dass es viele Möglichkeiten gibt, den Glauben an dich auszudrücken, dich zu loben und dich zu feiern. Zeige uns, wo wir Weggefährtinnen und Weggefährten finden, die mit unterwegs sind, dich zu suchen. Herr, erbarme dich.

Lied: »Den Gefangenen sagt: Geht heraus!« (in: Die Fontäne in blau)

Evangelium (Lk 4, 18):
»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«

Lied: »Brich mit den Hungrigen dein Brot«

Ansprache
Die Ansprache nimmt die Statements von oben auf. Sie versucht, deutlich zu machen, was Gott uns in Jesus Christus schenkt. Als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu gehen wir seinen Spuren nach und setzen Zeichen seiner Liebe unter uns.
Abendmahl

Segen


Anmerkungen:
Dies sind Bausteine für einen Jugendgottesdienst. Die Werke der Barmherzigkeit, die im Gleichnis vom Weltgericht in Matthäus 25 genannt werden, werden durch Zitate aus der aktuellen Shell Jugendstudie kommentiert und aktualisiert. Biblische Texte bilden den Kontrast zu den Aussagen Jugendlicher. Lieder kommentieren die einzelnen Szenen. Die einzelnen Szenen lassen sich optisch eindrucksvoll durch Schattenbilder darstellen, zu denen die Zitate Jugendlicher vorgelesen werden können. Die einzelnen Stationen können auch auf dem Hintergrund der örtlichen Situation konkretisiert werden.

Kontakt:
Jugendpfarrer Wolfgang Sönning
Lindenfelsstr. 36
70327 Stuttgart
Telefon 0711/330659
pfarramt.untertuerkheim.wallmerkirche@elk-wue.de


Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:
Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
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