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»Echt unterkühlt«
Ein ökumenischer Schülergottesdienst
Übersicht:
Begrüssung
Lied: »Morgenlicht leuchtet«
Einleitung Teil 1: Echt unterkühlt
Dialog: »Sollen wir uns verhauen?«
Zwischengedanken: Liebe statt Gewalt
Schüleräusserungen
Lied: »Wir haben Gottes Spuren festgestellt«
Einleitung Teil 2: Liebe ist schwer
Aktion: Szene vor Gericht
Zwischengedanken: Die Liebe Jesu
Schüleräusserungen
Lied: »Herr, gib uns deinen Frieden«
Einleitung Teil 3: Liebe ist was Schönes
Worte der Bibel (1.Kor 13,1-7 + 13)
Abschlussgedanken
Schlussgebet
Segensbitte: »Komm, Herr, segne uns«
Ablauf:
Begrüssung
Lied: »Morgenlicht leuchtet«
Einleitung Teil 1: Echt unterkühlt
»Die heutige Gesellschaft ist echt unterkühlt.«
So hat ein Schüler oder eine Schülerin der Berufsschule
Münsingen die Betrachtung zu dem Bibelwort Eph 5, 2 begonnen.
Es lautet: »Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt
hat.« Diesem Wort wollen wir ein wenig nachgehen und es in
unsere heutige Wirklichkeit zu übertragen versuchen. Die Schüleräußerungen
lassen sich - sucht man nach einem Schema - in drei Themenbereiche
gliedern und entsprechend ist unser Gottesdienst in drei Teile aufgebaut:
Liebe und Gewalt, die Liebe Jesu und die Liebe im persönlichen
Bereich. Als Einstieg möchte ich diese Schüleräußerung
lesen, aus der die Worte von der »unterkühlten Gesellschaft«
stammen:
Die heutige Gesellschaft ist echt unterkühlt,
das heißt, es fehlt an zwischenmenschlichen Beziehungen. Jeder
ist auf sein eigenes Wohl bedacht, leider oft auf Kosten anderer.
Kaum einer ist bereit, ohne Profit etwas zu tun; man lebt nicht
miteinander, sondern nebeneinander, was schlimmstenfalls noch gesteigert
wird in gegeneinander. Jeder lebt für sich alleine! Die Folgen
sind sichtbar: Drogen, Kriminalität usw. Lieben und geliebt
werden ist ein Grundbedürfnis. Ohne dies gibt es keine Weiterentwicklung
in höhere Stufen. Sekten haben hier leichten Einstieg. Da dieses
Gefühl ja oft unbewusst abläuft und sie keine anderen
Möglichkeiten sehen, dieses Gefühl zu befriedigen, schließen
sich die Suchenden Sekten an, die ihnen dann vorgaukeln, sie würden
endlich geliebt werden. Sie geben dafür alles, im wahrsten
Sinne des Wortes: Geld, opfern ihre Familie, die sie ja verlassen
müssen, Freunde, ihre Kumpels, ihr bisheriges Leben. Der Gegenwert,
den sie erhalten, ist letztlich das Gefühl, endlich geliebt
zu werden, angenommen zu sein. Dass es hier natürlich auch
nur um Profit geht, sehen diese Menschen in ihrer Suche oft gar
nicht oder zu spät.
Dialog: »Sollen wir uns verhauen?«
(nach Peter Härtling)
A: Geh mir mal aus dem Weg!
B: Warum?
A: Weil du mir im Weg stehst.
B: Aber du kannst doch an mir vorbeigehen. Da ist eine Menge Platz.
A: Das kann ich nicht.
B: Warum?
A: Weil du mir im Weg stehst.
B: Darum bin ich jetzt dein Feind?
A: Ja, darum.
B: Und wenn ich dir aus dem Weg gehe, bin ich dann auch noch dein
Feind?
A: Ja, weil du dann ein Feigling bist.
B: Was soll ich denn machen?
A: Am besten, wir verhauen uns.
B: Und wenn wir uns verhauen haben, bin ich dann auch noch dein
Feind?
A: Ich weiß nicht, kann sein.
B: Dann geh ich dir lieber aus dem Weg und bin ein Feigling.
Zwischengedanken: Liebe statt Gewalt
Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat. Bei vielen
Äußerungen der Schülerinnen und Schüler zu
diesem Vers spielte das Thema Gewalt eine große Rolle. Offensichtlich
spürten die Schülerinnen und Schüler, dass ein Leben
in der Liebe jede Form von Gewalt ausschließt. Sicher gibt
es Konflikte unter Menschen. Konflikte sind etwas Natürliches.
Sie gehören zum Leben, auch zum Leben einer Schulklasse. Konflikte
sind nichts Negatives, sondern etwas Natürliches. Sie können
als Möglichkeit begriffen werden, Meinungsverschiedenheiten
und Beziehungen zu klären. Problematisch wird es dann, wenn
es darum geht, Macht auszuüben. Denn dann werden andere unterdrückt,
beleidigt, gedemütigt. Und das steht dem eigentlichen Sinn
von Liebe entgegen. Die Schülerinnen und Schüler sind
sich darüber im Klaren: Konflikte in Liebe ausgetragen enden
niemals in Gewalt. Gewalt ist keine Lösung, sondern ein Ausdruck
von Schwäche, Hilflosigkeit, geistiger Leere. Zu diesen Fragen
um Liebe und Gewalt hören wir nun Gedanken von Schülerinnen
und Schülern.
Schüleräusserungen:
»Heute könnte das Bibelwort uns sagen, dass man mit den
Kriegen aufhören soll und die Probleme eines Staates friedlich
lösen soll und nicht mit Atom- oder sonstigen Waffen. Darunter
fällt auch, dass man es bei Schlägereien an unserer Schule
mit einer Aussprache versuchen sollte.«
»Dass wir miteinander leben sollten und
nicht jeder unbedingt das Gegenteil des anderen macht. Es kann alles
zu unnötigen Konflikten führen, die dann nur schwer aus
der Welt zu schaffen sind. Man sollte auch schneller verzeihen und
nicht immer streiten bis zum bitteren Ende.«
»Wir sollten aufhören, uns gegenseitig
zu beschimpfen. Man sollte sich gegenseitig respektieren, auch wenn
man sich nicht besonders leiden kann.«
»Dass wir nicht nur die guten Seiten eines
Menschen sehen, sondern auch seine schlechten. Auch seine Schwächen
akzeptieren, ihn nicht verurteilen. Ihn akzeptieren, wie er ist.
Dass es keinen Hass, keine Kriege und Morde gibt. Dass die Welt
in Frieden miteinander lebt. Jeder den anderen annimmt, egal ob
arm oder reich, schwarz oder weiß. Alle Menschen sind gleich.«
»Jesus liebt alle Menschen, gleich ob
schwarz oder weiß, ob arm oder reich, ob klein oder groß.
Er macht keine Unterschiede. Wir sollen genauso wie Jesus alle Menschen
gleich lieben, ob wir sie kennen oder nicht, oder ob sie eine andere
Hautfarbe haben. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, man
sollte auch andere Menschen lieben und nicht nur an sich selbst
denken. In der heutigen Zeit könnte es besagen, dass man politische
oder private Probleme friedlich lösen soll und nicht gleich
den Konflikt mit Waffen lösen muss. An den Schulen heutzutage
entsteht aus jedem kleinen Problem eine Schlägerei. Wenn bei
solchen Prügeleien die Betroffenen mit dieser Losung vertraut
gemacht würden und diese sich das ans Herz nehmen, könnte
der nächste Konflikt vielleicht friedlich gelöst werden.«
»Was will dieser Spruch uns heute sagen?
Er fordert uns auf, unser Verhalten zu unseren Mitmenschen zu ändern.
Wir sollen andere so akzeptieren, wie sie sind, in ihren Schwächen
und Stärken. Gott liebt uns auch, er verdammt uns nicht. Es
ist eine Aufforderung an uns, mit Liebe anderen Menschen zu begegnen.
Wir können nicht so lange warten, bis andere Menschen uns mit
Liebe begegnen. Aber es ist nicht immer einfach, in der heutigen
Welt, dem Hass entgegenzuwirken. Aber Gott hilft uns dabei.«
Lied: »Wir haben Gottes Spuren festgestellt«
Einleitung Teil 2: Liebe ist schwer
Dass es nicht immer leicht ist, mit solchen Menschen in Liebe zu
leben, die anders sind und die es einem schwer machen, haben viele
Schülerinnen und Schüler in feinsinniger Weise erkannt.
Wie gehe ich mit solchen Menschen um, die mir überhaupt nicht
liegen, die mir unsympathisch, ja unangenehm sind? Eine Äußerung
dazu lautete: »Ja, lebt in der Liebe, wie auch Christus geliebt
hat.« Es ist wirklich schwer, diese Liebe zu leben, denn es
fängt an, ob mir jemand sympathisch ist, da fällt es mir
nicht schwer, ihn anzunehmen wie er ist, mit Fehlern, mit seinen
Vorzügen. Ist aber jemand unsympathisch, fast jede Bewegung
stört, und trotzdem finde ich persönlich wenn jeder sich
Mühe geben würde, den anderen so anzunehmen wie er ist,
und ihn ein bisschen unterstützen bei seinen Schwächen,
würde das Leben viel leichter sein, und für jeden das
Leben ein bisschen erträglicher. Denn das Leben ist des öfteren
schwer genug und die Mitmenschen machen es noch schwerer.
Aktion: Die Szene vor Gericht
Sechs Mädchen sitzen im Saal 388 des Hamburger Strafjustizgebäudes
auf der Anklagebank, und es ist nicht gerade die feine Art, wie
sie sich benehmen. Eine will sich gleich eine Zigarette drehen,
und als der Richter ihr das verbietet, sagt sie gereizt: »So
ein Scheiß. Warum darf denn hier nicht geraucht werden?«
Eine andere döst während der Verhandlung mit geschlossenen
Augen vor sich hin. »Interessiert Sie der Prozess nicht?«
fragt der Richter. »Nee«, sagt sie, »überhaupt
nicht.« Dafür stört eine dritte fortgesetzt. Sie
kichert oder schneidet Grimassen oder strampelt mit den Beinen oder
klatscht in die Hände oder pfeift eine Melodie. »Warum«,
will der Richter von einer der Angeklagten wissen, »haben
Sie sich denn Ihren Kopf kahlscheren lassen?« Patzig kommt
die Antwort: »Läuse... Wenn Sie wissen, was Läuse
sind«. Zwischendurch fährt dann mal, wie in der Schule,
ein Zeigefinger hoch: »Ich muss Pipi machen, Herr Richter«.
Da lachen sie dann alle. Sechzehn- und Siebzehnjährige mit
einer gemeinsamen Adresse: Erziehungsheim für Mädchen,
Feuerbergstraße. Gefährliche Körperverletzung, einfache
Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt - das sind
die Anklagepunkte. Der Staatsanwalt spricht von einer erschreckenden
Gewalttätigkeit. Alle, so erfährt man, haben schon früher
kriminelle Handlungen begangen, einzeln oder in der Gruppe: eine
Telefonzelle demoliert (Sachbeschädigung), einer Passantin
die Handtasche entrissen (Raub), aus einem Kaufhaus eine Dose Wurst
und einen Lippenstift entwendet (Diebstahl), eine Schlägerei
mitgemacht (Körperverletzung).
Zwischengedanken: Die Liebe Jesu
Jesus Christus hat uns vorgelebt, was Liebe ist. Liebe ist so etwas
wie ein Schlüsselwort des Neuen Testaments; da tut sich die
ganze Botschaft auf: Wir erkennen die Liebe, die Jesus Christus
durch sein Leben und seine Botschaft in diese Welt gebracht hat.
Jesus hat gezeigt: Wo die Liebe wohnt, da ist Gott. Die Bibel ist
nicht ein Buch, das bei Ermahnungen und Belehrungen stehen bleibt,
nach dem Motto: Seid halt ein wenig nett zueinander. Ermahnungen
und Belehrungen bewirken gewöhnlich nicht viel. Vor allem bei
jungen Menschen bewirken sie oft das Gegenteil. Ein erhobener Zeigefinger
hat noch nie eine Umkehr zu einem neuen Leben bewirkt. Neues Leben
kommt nicht aus Ermahnungen, sondern aus Vorbildern, aus konkreten
Geschichten der Liebe, aus einem guten Beispiel. Deshalb erzählt
die Bibel viele Geschichten; sie erzählt die konkrete Lebensgeschichte
des Jesus von Nazareth, gleich viermal die gleiche Geschichte in
den vier Evangelien. Einmal ist nicht genug. Die Liebe ist konkret
und lebensnah geworden, Begriffe werden mit Leben gefüllt,
mit dem Leben Jesu Christi. Er hat Kranke geheilt. Schwermütige
und Verzweifelte hat er zu sich gerufen: Kommet her zu mir. An den
Rand Gedrängte hat er nicht verstoßen. Menschen, die
in ihren eigenen Augen - weil in den Augen der anderen - unwert
und verloren waren und sich auch dementsprechend verhielten, wie
etwa die Mädchen aus der vorher gehörten Gerichtsverhandlung,
auch diese Menschen dieser Art akzeptierte er, verachtete sie nicht,
wurde ihnen Bruder, ihnen solidarisch, schenkte ihnen seine Liebe.
- So lebte Jesus, das war das Gesetz seines Lebens. So lebte er
die Liebe und erfüllte diese oft so leeren Worte mit Leben,
mit seinem Leben. Die Schülerinnen und Schüler haben dazu
folgendes geschrieben:
Schüleräusserungen:
»Wir sollen nicht nur an uns denken, sondern auch an andere.
Jesus hat den Menschen geholfen und sie geliebt. Er hat uns seine
Liebe erfahren lassen. Nun sollen wir die Liebe weitergeben. Wir
sollen uns nicht durch Vorurteile und Gerüchte von anderen
abschirmen, sondern sie kennen lernen, um sie zu verstehen. Er sagte
nicht umsonst, dass die Nächstenliebe alle Gebote in sich hat.«
»Mit diesem Spruch wird ausgedrückt,
dass man alle Menschen, egal wie alt, reich, arm, ... ohne Vorurteil
lieben soll. So wie es Jesus getan hat. Doch heutzutage haben die
meisten Menschen nur noch eine Freundschaft untereinander. Wenn
man von Liebe spricht, meint man die Beziehung zwischen zwei Menschen.«
»Christus möchte sagen, wir sollen
uns alle lieben, uns verstehen und miteinander gut auskommen. Keine
Vorurteile gegenüber andern haben. Die Liebe untereinander
sollte größer sein. Es sollte auch mehr Hilfsbereitschaft
unter den Menschen geben. Die anderen akzeptieren wie sie sind,
mit allen Fehlern, die sie haben, wie es auch in einer Liebe der
Fall sein sollte. Christus liebt uns mehr als wir denken, doch nicht
die Liebe in dem Sinne, sondern als Freunde bzw. Freundschaft. Jeder
soll so lieben, wie er denkt und fühlt.«
»Was will dieser Spruch uns heute sagen?
Ich denke, dass dieser Spruch unsere Aufmerksamkeit wecken soll.
Wir sollten mal darüber nachdenken, wie wir mit unseren Mitmenschen
umgehen, wie wir sie behandeln. Wir sollten mehr aufeinander zugehen,
miteinander sprechen, über Probleme der anderen reden und versuchen,
ihnen zu helfen wie man kann. Genauso wie Jesus es tat. Er half
jedem, ob er arm oder reich, schön oder hässlich, schlecht
oder gut war, er versuchte jedem zu helfen, nur um zu erreichen,
dass der andere es besser hat, als er es früher hatte. Man
sollte es versuchen, ein besseres Leben zu führen als bisher.«
»Liebe ist in uns allen. Man kann unterschiedliche
Sachen verschieden lieben. Man liebt seinen Freund mit leidenschaftlicher
Liebe, seine Eltern aber anders. Die Liebe Christi, so denke ich,
hat uns Menschen geprägt. Durch ihn haben wir gelernt zu lieben
und Liebe weiterzugeben. Wenn Christus nicht gewesen wäre,
dann hätten wir wahrscheinlich niemals gelernt, was Liebe heißt
oder ist.«
»Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung,
sowie Zwischenmenschlichkeit ist ein lebensnotwendiges Gefühl.
Ohne Nächstenliebe stellt sich die menschliche Existenz in
Frage, was heutzutage sich überall in der Welt bemerkbar macht.
Gleichgültigkeit, Egoismus und Hass sind Grundgefühle
des Menschen geworden. Kriege beherrschen die Welt und die Unterschiede
zwischen arm und reich werden immer größer und stärker.
Die Aufforderung »Lebt in der Liebe, wie auch Christus uns
geliebt hat«, möchte uns meiner Meinung nach dazu bewegen,
sich Gedanken zu machen, ob es überhaupt eine Zukunft für
uns Menschen geben kann, wenn jeder von uns nur sich selbst liebt
und andere hasst oder mit Gleichgültigkeit das Elend und den
Schmerz um sich herum beobachtet.«
Lied: »Herr gib uns deinen Frieden«
Einleitung Teil 3: Liebe ist was Schönes
Natürlich verbinden wir mit dem Begriff Liebe auch die persönliche
Liebe zwischen zwei Menschen. Die Schüleräußerungen
sind sich alle darin einig: Wenn sich zwei Menschen lieben, dann
ist das etwas Schönes. Einschränkungen sollte es nicht
geben. Moralische Bedenken gegen gleichgeschlechtliche Liebe werden
nicht verstanden. Wo eine Liebe zwischen zwei Menschen vorhanden
ist, wird alles andere unwichtig. So heißt es in einer Schüleräußerung:
»Liebe ist was schönes, was prickelndes.
Man bekommt von jedem Liebe und man sollte Liebe weitergeben. Denn
wer liebt, der will geliebt werden. Das Wort Liebe muss nicht immer
auf sexuelle Basis gehen, es kann auch auf Freundschaft gehen. Natürlich
kann man Liebe auch genauso mit einem Gleichgeschlechtlichen wie
mit einem nicht Gleichgeschlechtlichen genießen, denn es kommt
nicht aufs Geschlecht an, sondern auf das Herz.«
Worte der Bibel (1. Kor 13, 1-7.13):
Es gibt viele Bibeltexte, die die Liebe zum Inhalt haben, die Liebe
in verschiedenen Lebensbereichen, wie wir gehört haben. Eines
der schönsten und bewegendsten Kapitel zur Liebe ist das »Hohelied
der Liebe« des Apostels Paulus. Es steht in 1. Kor 13:
»Wenn ich die Sprachen aller Menschen
spräche und sogar die Sprache der Engel kennte, aber ich hätte
keine Liebe -, dann wäre ich doch nur ein dröhnender Gong,
nicht mehr als eine lärmende Pauke. Auch wenn ich göttliche
Eingebungen hätte und alle Geheimnisse Gottes wüsste und
hätte den Glauben, der Berge versetzt, aber ich wäre ohne
Liebe -, dann hätte das alles keinen Wert. Und wenn ich all
meinen Besitz verteilte und nähme den Tod in den Flammen auf
mich, aber ich hätte keine Liebe -, dann wäre es alles
umsonst. Wer liebt, ist geduldig und gütig. Wer liebt, der
ereifert sich nicht, er prahlt nicht und spielt sich nicht auf.
Wer liebt, der verhält sich nicht taktlos, er sucht nicht den
eigenen Vorteil und lässt sich nicht zum Zorn erregen. Wer
liebt, der trägt keinem etwas nach; es freut ihn nicht, wenn
einer Fehler macht, sondern wenn er das Rechte tut. Wer liebt, der
gibt niemals jemand auf, in allem vertraut er und hofft er für
ihn; alles erträgt er mit großer Geduld. Auch wenn alles
einmal aufhört - Glaube, Hoffnung und Liebe nicht. Diese drei
werden immer bleiben; doch am höchsten steht die Liebe.«
Abschlussgedanken:
Nach dem Schöpfungsbericht der Bibel hat Gott den Menschen
als Mann und Frau geschaffen. In der Liebe zwischen Mann und Frau
entspricht der Mensch dem, nach dessen Ebenbild er geschaffen ist.
Kann es eine positivere Einschätzung von Liebe und Sexualität
geben? Liebe und Sexualität dürfen also nicht schlecht
gemacht werden. Sie sind als Gabe Gottes gut. Sie dürfen allerdings
auch nicht vergöttlicht werden, wie es in manchen Naturreligionen
oder in Filmen oder in Zeitschriften geschieht. Liebe und Sexualität
sind eine gute Gabe Gottes für den Menschen. In einer der Schüleräußerungen
kommt dies schön zum Ausdruck, und damit möchte ich schließen:
»Man soll die anderen lieben wie Christus
auch uns geliebt hat. Jeder soll seine Liebe an andere weitergeben.
Man soll auch die lieben, die eine andere Religion, Rasse und Farbe
haben. Zur Liebe gehört auch Vertrauen, Eifersucht und Sexualität.
Man sollte auch die Homosexualität akzeptieren. Die, die sich
lieben, sollten so ein Vertrauen zueinander haben, dass man mit
ihnen durch dick und dünn gehen kann.«
Schlussgebet:
Gott, unser Vater, du liebst uns alle, ob wir geachtet sind von
den anderen oder übersehen werden, ob wir erfolgreich sind
oder versagen. Wie wir uns auch fühlen, Herr, du übersiehst
in deiner Liebe niemanden. So lass uns deine Liebe in die Welt tragen,
in unsere Familien, Klassenzimmer und Häuser. Bleibe bei uns,
wenn wir deine Nähe nicht mehr spüren; lass keinen von
uns los. Gib uns den Glauben, der niemanden aufgibt; gib uns die
Hoffnung, die sich nicht erschüttern lässt; gib uns die
Liebe, die keine Grenzen kennt. Amen.
Segensbitte: »Komm Herr, segne uns«
Anmerkungen:
Der Gottesdienst basiert auf Äußerungen von Schülerinnen
und Schülern zur Jahreslosung.
Kontakt:
Bezirksjugendpfarrer Martin Dürr
Pfarrgasse 7
72829 Engstingen-Kohlstetten
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