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»Echt cool - aber von Herzen«
Ein Jugendgottesdienst im Rahmen des BezirkskonfirmandInnentags in Ludwigsburg


Übersicht:

Intro der Band

Meditativer Einstieg

Szene I: Tanzszene
Text: »Echt cool...«

Trinitarischer Gruß mit Kerzenaktion/Liedvers: »Du bist da,...«

Gemeinsames Lied: »Gott gab uns Atem«

Gebetstexte/ruhige Musik

Szene II: Moderne Version des barmherzigen Samariters

Gemeinsames Lied: »Wo ein Mensch Vertrauen gibt«

Segenswunsch

Gemeinsames Lied: »Bewahre uns Gott...«

Einzug der Pfarrer und Mitarbeiter mit dem Essen

Agapemahl/Abendessen
Material:
Kerzen, Tücher, Nebelmaschine; vorbereitetes Essen für das Agapemahl


Ablauf:

Intro der Band (rhythmisches Stück)
Während des Vorspiels wird ein Standbild aufgebaut: Verschlossene Menschen, in kaltem Licht und eingenebelt, stehen abseits, den Kopf gesenkt, die Arme vor der Brust verschränkt, Gipsmasken vor dem Gesicht. TänzerInnen stellen sich auf die andere Seite des Altars. Sie stehen für die Liebe mit warmem, hellem Licht und bunten Chiffontücher.

Meditativer Einstieg

Szene I: Tanzszene
Ziel: Verschlossene, coole Menschen werden von der Liebe »aufgeschlossen«. Es folgt die Musikeinspielung mit fröhlichem Charakter. Die TänzerInnen beginnen sich zu drehen und tanzen auf die coolen Menschen zu, berühren sie immer wieder zärtlich mit ihren Strahlen (Tüchern), die Zuwendung steigert sich mit der Intensität der Musik. Licht durchdringt die Kälte und Finsternis, langsam kommt Bewegung in die erstarrte Gruppe. Die Menschen öffnen sich langsam und können sich dem Leben, der Liebe zuwenden.


Text: »Echt cool...«
Es folgt der Tanz der Gruppe zu entsprechender Musik und Lichteffekten.

Verschlossen für das Leben - cool - verschlossen für die Liebe - cool - verschlossen für Gott und den Mitmenschen. So erleben wir uns wieder, auch wenn wir es im Grunde nicht wollen. Verschlossenheit - coolness - die sich äußert in Rückzug oder in blinder Wut und Gewalt. Wo sind die wärmenden Strahlen, die die Einsamkeit und das Gefühl des Versagens zum Schmelzen bringen? Wo ist das Licht, das die Finsternis meiner eigenen Blindheit für das Leben und Gott erhellt? Wo ist die Hilfe, die mir ermöglicht, das Herz des anderen zu erblicken? - Alles nur cool!!! Wo ist die Sonne - das Licht des Lebens?

Trinitarischer Gruss mit Kerzenaktion
Es werden drei Kerzen angefertigt. Zu den Altarkerzen wird jeweils ein Motiv für den Vater/ Schöpfer ausgeschnitten - z.B. eine Sonne-, den Sohn - z.B. das Kreuz - und den Hl. Geist - z.B. eine Taube - und dann aufgeklebt oder an den Altar gehängt. Diese Kerzen stehen zum Beginn des Gottesdienstes bereit und sind noch nicht angezündet.

Sprecher 1: Wir erinnern uns: Wir sind nicht allein. Gott hat uns unser Leben geschenkt und will es auch bewahren. Wir feiern im Namen Gottes, des Vaters.
1. Kerze mit dem Symbol »Sonne« anzünden

Sprecher 1: Diese Kerze brennt für das Leben.

Liedvers: »Du bist da, wo Menschen leben«

Sprecher 2: Sein Sohn Jesus ist unser Bruder geworden, um unser Leben heil zu machen. Er hat uns die Liebe Gottes gezeigt und wir tragen sie weiter in die Welt. Wir feiern im Namen Gottes, des Sohnes.
2. Kerze mit dem Symbol »Kreuz« anzünden

Sprecher 2: Diese Kerze brennt für die Liebe.

Liedvers: »Du bist da, wo Menschen lieben«

Sprecher 3: Gott gibt uns die Kraft des Heiligen Geistes. Mit ihr ist er bei uns und gibt uns Hoffnung ins Herz, damit wir nicht mutlos werden und die Freude am Leben behalten. Wir feiern im Namen Gottes, des Heiligen Geistes.
3. Kerze mit dem Symbol »Taube« anzünden

Sprecher 3: Diese Kerze brennt für die Hoffnung.

Liedvers: »Du bist da, wo Menschen hoffen.«

Sprecher 1: Gottes Atem durchströme dich. Gottes Liebe bewege dich. Gottes Geist erhebe dich. Gottes gute Schöpfung belebe dich. Alles, was Atem hat, lobe GOTT! Halleluja!

Gemeinsames Lied: »Gott gab uns Atem«

Gebetstexte/ruhige Musik
Sprecher 1: Gott, ich danke dir, dass ich für dich keine Nummer bin, kein Abziehbild, kein Poster für 13,99 Euro, sondern dein Geschöpf, dein Original, erstmalig, einmalig, letztmalig - echt cool:
Du stehst zu mir. Du beschützt mich. Vor dir kann ich sein, wie ich wirklich bin.

Sprecher 2: Doch wenn ich ungeschminkt auf mein Leben schaue, dann kann ich vieles nicht fassen: Da muss ich immer wieder Rollen spielen, da muss ich Fehler und Schwächen verdecken, da muss ich manches aus meiner Vergangenheit überspielen - da habe ich so viele Gesichter und trage viele Masken - oft bin ich zu einer Salzsäule erstarrt, kalt, lieblos - mit verschlossenem Herzen.

Sprecher 3: Das bitte ich jetzt für mich: Lass dein Angesicht leuchten über mir: Überstrahle du auch mein Gesicht und mein Leben. Dann kann ich zu mir stehen. Dann kann ich offen und fröhlich auf andere Menschen zugehen.

Sprecher 1: Gott, gib mir, gib uns allen, was wir wirklich und nötig zum Leben brauchen: Lebensfreude, Mut und Kraft, Sinn für Gemeinschaft - heute, an unserem Konfitag und an allen Tagen unseres Lebens. So soll es geschehen!
Musik ausklingen lassen

Szene II: Moderne Version des barmherzigen Samariters (Eine Szene frei nach Lk 10 und »Das kalte Herz« (W. Hauff))
1. Schuhe und Jacke abziehen. Ein Jugendlicher tritt auf mit neuen teuren Markenturnschuhen. Man sieht den Stolz des Besitzers. Er trifft mit einer Gruppe Jugendlicher zusammen. »Na, schicke Schuhe..., lass doch mal anprobieren!« - ,,Ihr spinnt wohl.« Die Gruppe hält den Jungen fest, zwei ziehen blitzschnell die Schuhe ab, die anderen lassen los und schubsen, so dass der Jugendliche hinfällt. Einer tritt nach, alle rennen davon: »Und Tschüss!«

2. Eine Schülerlnnengruppe kommt vorbei. Der Überfallene liegt noch am Boden. Die Schülerinnen stolpern fast über ihn. Sie unterhalten sich gerade darüber, dass sie nicht zu spät zum Nachmittagsunterricht kommen dürfen, weil es sonst wieder Strafarbeiten gibt. Erst als sie vorbei sind, merken sie, dass da einer am Boden lag. Sie schauen sich um und bekommen Angst, auch überfallen zu werden. Sie rennen weg. Im Lauf wird die Nebelmaschine eingeschaltet. Die Schülerinnen erstarren zu Eisklötzen.

3. Ein Liebespärchen kommt vorbei. Sie gehen Arm in Arm, besprechen ob sie ins Kino oder Essen gehen sollen. Der Überfallene bittet um Hilfe, weil er sich den Knöchel verstaucht hat und auf Strümpfen nicht alleine laufen kann. Das Pärchen schaut nicht hin und geht vorbei. Sie haben nur Augen füreinander. Als die beiden ein paar Schritte entfernt sind, setzt die Nebelmaschine ein und das Pärchen erstarrt zu Eis.

4. Eine ältere Frau mit Fahrrad kommt, sieht den Jungen, hält an: »Du siehst ja ganz schön angeschlagen aus. Ich bringe dich nach Hause.« Sie fährt mit dem Jungen auf dem Gepäckträger davon.

5. Eis taut. Der überfallene Jugendliche kommt wieder, mit anderen Schuhen. An der ersten Eissäulengruppe hält er an, umrundet die Schülergruppe und schaut die Gesichter an. Dann zieht er einen Fön aus der Tasche und fönt die Eisgruppe warm, die sich langsam zu bewegen beginnt. Die Schüler kommen, geben die Hand: »Danke! Und entschuldige! Wir waren blöd und hatten Angst!« Sie gehen zusammen weiter zu dem Eispärchen. Die Szene mit dem Fön wiederholt sich: »Danke! Und entschuldige, wir haben nur auf uns selbst gesehen.« Gemeinsamer Abzug mit Musik

Gemeinsames Lied: »Wo ein Mensch Vertrauen gibt«
Gemeindepfarrer und Mitarbeiter ziehen aus, um die vorbereitete Pizza zum Abendessen für ihre Konfirmandengruppen zu holen.

Segenswunsch
Sprecher 1: Gott, segne und behüte uns, dass wir in guten und in schlechten Zeiten festhalten an unseren Träumen.

Sprecher 2: Gott, lass deine Augen liebevoll auf uns schauen, wenn wir spielend, lernend und arbeitend unseren Lebensweg suchen.

Sprecher 3: Gott, lass uns dein Angesicht erkennen in den Gesichtern der Menschen, die uns begegnen, mit denen wir auf diesem Konfitag zusammen sind. Das wird es uns leichter machen, den Frieden zu ergreifen, den du schenkst.

Gemeinsames Lied: »Bewahre uns Gott«

Einzug der Pfarrer und Mitarbeiter mit dem Essen (mit Musik begleitet)

Agapemahl/Abendessen


Anmerkungen:
Das Thema des Jugendgottesdienstes setzt an bei der Begeisterungsäußerung Jugendlicher - »echt cool« - und versucht, den lebensfreundlichen Umgang miteinander ebenfalls als eine besondere Qualität hervorzuheben. »Echt cool - aber von Herzen!«

»Echt cool« war das Motto, unter dem der gesamte Tag mit allen Programmpunkten stand, insbesondere aber auch der Jugendgottesdienst. Ziel war es zu verdeutlichen, dass Spiel und Spaß, Ernst und Engagement sich gegenseitig nicht ausschließen, vielmehr bedingen. »Echt cool«, das ist in der Jugendsprache Ausdruck der Lebensfreude und Begeisterung. Diesem positiven Aspekt kontrastierten wir im Gottesdienst das kalte, herzlose Verhalten im Miteinander.
Im ersten Teil des Konfitags gab es eine Vielzahl von Workshops (Bierkistenstapeln, Tensing-Tänze, Mambotanz, Bodypainting, Gipsmasken herstellen, Dekoration), sowie ein großes Indiacaturnier. Verschiedene »Produkte« fanden dann Eingang in den Jugendgottesdienst (z.B. die Tänze und die Gipsmasken). Auch die Dekoration für den Jugendgottesdienst wurde durch einen Workshop vorbereitet. Dadurch war eine optimale Vernetzung des Gottesdienstes zu den anderen Aktivitäten des Konfitags gewährt.

Ca. 350 Konfirmanden aus verschiedenen Kirchengemeinden waren anwesend. Zum Agape-mahl: Am Ende des Gottesdienstes gingen alle Gemeindepfarrer an die Theke, um die vorbereitete Pizza für ihre Gruppe abzuholen. Dabei kleideten sie sich als Kellner oder waren zumindest als Kellner erkennbar. Es gab beim Segenslied einen festlichen Einzug der PfarrerInnen - und das Mahl fand in einer sehr schönen Atmosphäre statt.

Kontakt:
Ev. Jugendpfarramt Bezirk Ludwigsburg
Jugendpfarrer Jürgen Spohn
Gartenstr. 17
71638 Ludwigsburg



 

 




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Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
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