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Jugendgottesdienst-Komplettentwürfe >> Powerpack >> Entwurf online

»...weil Du es Gott wert bist.«
Ein Jugendgottesdienst beim Landesjugendcamp in Verden



Überblick:

Musik zum Ankommen und Einstimmen und Einsingen

Eröffnung des Gottesdienstes

Lied: »Sonne der Gerechtigkeit«

Kyrie

Zuspruch (Jes 43, 1ff)

Lob: »Halleluja«

Lied: »Da berühren sich Himmel und Erde«

Lesung (Psalm 23 mit Kommentaren)

Lied

Aktion: Erfrischendes Wasser

Aktion: Reinigendes Wasser

Lied: »Du bist meine Zuflucht«

Ansprache

Lied: »Vergiß es nie«

Aktion: Erinnerndes Wasser

Lied: »Du bist der Weg«

Einleitung zur Mahlfeier

Lied: »Wenn das Brot, das wir teilen«

Gemeinsames Abendmahlsgebet

Lied: »Sanna, sananina«

Einsetzungsworte

Lied: »Vater, unser Vater«

Friedensgruss

Mahlfeier

Lied

Segensworte, Präsentation der Gegenstände

Lied: »Gib mir deine Hand«

Aaronitischer Segen

Ansagen/Verabschiedung/Musik
Vorbereitung:
Motiv der Kampagne als Plakat oder für Projektor. Farbige Kleidung jeweils in Grün, Rot und Blau für die drei SprecherInnen. Kärtchen für jeden Teilnehmer. Text auf Gottesdienstzettel: »Du bist getauft und gehörst zu Gott. Du bist Gott unendlich viel wert«.

Material:
Mit sauberem, trinkbaren Wasser gefüllte Schüssel für je zehn bis zwölf Personen. Ein Glas oder Trinkbecher pro Person. Kleine Tische oder Tischdecke für jeweils eine Gruppe.


Ablauf:

Musik zum Ankommen und Einstimmen und Einsingen

Eröffnung des Gottesdienstes:
Heute wird in ganz vielen Gemeinden und Kirchenkreisen Gottesdienst gefeiert, für Jugendliche, von Jugendlichen gestaltet. Alle diese Gottesdienste sind Bestandteil der Kampagne der Evangelischen Jugend, die in diesem Jahr läuft. Mit dieser Kampagne soll aufmerksam gemacht werden auf den Wert und die Bedeutung der Jugendarbeit in unserer Landeskirche, in den Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. »...weil wir es wert sind« - das ist das Motto der Kampagne der Evangelischen Jugend. Unter diesem Motto finden seit Februar und bis in den November viele Veranstaltungen in der ganzen Landeskirche statt.

Heute morgen drehen wir das Thema der Kampagne um. Heute sagen wir nicht fordernd »...weil wir es wert sind« - heute und in diesem Gottesdienst lassen wir uns das zusagen, dass wir viel wert sind, dass du viel wert bist, dass du Gott viel wert bist. Weil du es Gott wert bist, darum feiern wir Gottesdienst.

Wir feiern diesen Gottesdienst als Fest des Lebens - im Namen Gottes, Quelle unseres Lebens - im Namen Jesu Christi, Grund unserer Hoffnung - im Namen des Heiligen Geistes, Kraft, die uns belebt und begeistert. Amen.

Lied: »Sonne der Gerechtigkeit«
Klage und Lob werden von drei Jugendlichen gesprochen. Das Motiv der Kampagne wird sichtbar im Raum aufgehängt/projiziert. Die drei SprecherInnen sind in den Farben Grün, Rot und Blau gekleidet und geschminkt und steigen »aus« dem Logo.

Kyrie:

Sprecher 1: Manchmal fühle ich mich ganz wertlos: Ich habe eine Klausur verpatzt, weil ich nicht richtig vorbereitet war. Ich habe 30 Bewerbungen für eine Lehrstelle geschrieben und erhalte nur Absagen. Mein Taschengeld reicht nicht, um mir das zu kaufen, was ich gerne hätte. Der Typ, den ich so gerne als Freund hätte, er beachtet mich gar nicht. Was bin ich schon wert?

Sprecher 2: Manchmal fühle ich mich ganz wertlos: Sie haben mich nicht gefragt, ob ich bei der Freizeit mitarbeiten will. Sie haben über mich geredet, als ich nicht dabei war. Sie glauben wohl, dass ich zu nichts fähig bin. Und dann tun sie noch so, als ob sie mich schonen würden, wenn sie mir nichts zutrauen. Was bin ich schon wert?

Sprecher 3: Manchmal gibt es Tage, da wäre ich besser gar nicht aufgestanden. Ob überhaupt jemand gemerkt hätte, wenn ich nicht da gewesen wäre? Wäre überhaupt etwas anders, wenn es mich nicht gäbe? Ich glaube, niemand würde mich vermissen. Ich stehe auf, lebe in den Tag hinein und gehe abends wieder ins Bett. Manchmal bin ich neidisch auf die Menschen, die wirklich etwas verändern und bewegen. Aber eigentlich gibt es gar nichts, was ich richtig gut kann und womit ich andere beeindrucken kann. - Totaler Durchschnitt eben. Was bin ich schon wert?

Zuspruch (Jes 43, 1ff):
»Nun spricht Gott, der Herr, der dich gemacht hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du durch Feuer gehst, sollst du nicht brennen und die Flamme soll dich nicht versenen, weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch herrlich bist und weil ich dich lieb habe.«

Lob: »Halleluja«

Sprecher 1: Manchmal weiß ich, dass ich sehr wertvoll bin: Ein anderer Mensch sagt mir: Gut, dass du da bist - schön, dass es dich gibt. Ich bin geliebt, von meinen Eltern, von meinen Geschwistern, von Freundinnen und Freunden. Ich fühle mich angenommen und akzeptiert und andere Menschen brauchen mich. Ich freue mich und sage: Ich bin wertvoll!

Sprecher 2: Manchmal weiß ich, dass ich sehr wertvoll bin: Mir gelingt, was ich mir vorgenommen habe und andere sagen mir, dass ich gut bin. Ich kann gut zuhören und andere hören darauf, was ich sage. Ich engagiere mich in der Jugendgruppe und erlebe, dass ich wichtig bin für andere. Ich freue mich und sage: Ich bin wertvoll!

Sprecher 3: Ich kann singen und tanzen, spielen und arbeiten. Ich darf lachen und weinen und einfach so sein, wie ich bin. Ich weiß, dass ich wunderbar gemacht bin, mein Körper, meine Gedanken, meine Gefühle - ich darf leben und weiß, dass alles, was ich habe und was ich bin ein Geschenk Gottes ist. Er sagt mir zu: Du bist wertvoll!

Lied: »Da berühren sich Himmel und Erde«

Lesung (Psalm 23 mit Kommentaren):

Sprecher 1: Wir hören als Lesung den 23. Psalm, den sicherlich manche von uns noch aus der Zeit des Konfirmandenunterrichtes kennen. Wir hören die alten Worte und wir hören auf unsere Worte: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Sprecher 2: Warum sollte sich Gott ausgerechnet um mich kümmern? Was kann er schon von mir erwarten?

Sprecher 3: Gott - wie ein Hirte - einer, der sich um mich sorgt? Einer, dem ich etwas wert bin? Das ist stark.

Sprecher 1: Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele.

Sprecherin 2: Das wäre zu schön. - Und was erwartet er von mir, was muss ich dafür tun?

Sprecher 3: Wasser, das mich erfrischt. Wenn ich eintauche und wieder auftauche bin ich wie neugeboren. Klares Wasser.

Sprecher 1: Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Sprecher 2: Die meisten Straßen führen nirgendwo hin. Woher weiß ich, welcher Weg der richtige ist?

Sprecher 3: Das ist gut: Wenn ich keinen Weg mehr sehe, dann zeigt Gott mir Wege, die ich gehen kann. Wenn ich nicht mehr weiter weiß, sagt er mir, dass es weitergeht.

Sprecher 1: Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Sprecher 2: Ich habe Angst, wenn ich allein und verlassen bin. Um mich kümmert sich keiner, wenn ich verzweifelt bin.

Sprecher 3: Du bist da, Gott, auch wenn ich allein bin und voller Angst. Du bist da, Gott, auch wenn der Tod das Leben bedroht. - Du bist ein Licht, Gott, in meiner Dunkelheit!

Sprecher 1: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Sprecher 2: Mir hilft keiner, wenn ich mir nicht selbst helfe, wenn ich mich nicht auf mich selbst verlasse, bin ich verlassen.

Sprecher 3: Ich kann ganz gelassen bleiben, ich brauche mich nicht provozieren zu lassen, bei Gott bin ich gut aufgehoben.

Sprecher 1: Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.

Sprecher 2: Das klingt, als ob das Leben ein Fest wäre - ich kann es mir kaum vorstellen.

Sprecher 3: Und doch: So ist es. Ich erfahre Gutes bei Gott. Ich bin von ihm ausgezeichnet, weil ich ihm viel wert bin. Unendlich viel wert.

Sprecher 1: Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang.

Sprecher 2: Das möchte ich gerne glauben - aber es fällt mir schwer.

Sprecher 3: Das darf ich glauben, und ich werde es erfahren: Gutes tut mir Gott - und macht mein Leben wertvoll.

Sprecher 1: Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Sprecher 2: Das wäre zu schön: Mit guten Gedanken und Gefühlen gehen und bleiben, mich zu Hause fühlen - für immer?

Sprecher 3: Ich bin es Gott wert - darum verspricht er mir seine Treue. In seiner Treue darf ich bleiben, heute, morgen, für immer. Amen.

Lied

Aktion: Erfrischendes Wasser
Für die folgenden drei Wasser-Aktionen werden jeweils für zehn bis zwölf Personen eine mit sauberem, trinkbarem Wasser gefüllte Schüssel und für jede Person ein Trinkbecher oder ein Glas gebraucht. Kleine Tische sind so platziert, dass sich um diese Tische herum jeweils eine Gruppe setzen kann. Die gesprochenen Texte und auch die Aktionen werden von leiser Musik begleitet.

Wenn ich eine lange Wanderung gemacht habe und völlig ausgedörrt bin, dann ist ein Schluck Wasser ein Genuss. Der Mensch braucht nicht viel zum Leben. Auf vieles, was wir tagtäglich zu uns nehmen, können wir gut verzichten. Ohne Wasser kann kein Mensch leben.

Wasser und Brot - das sichert das Überleben. Zu mehr als der Hälfte besteht unser menschlicher Körper aus Wasser. Immer wieder Wasser. »Er führet mich zum frischen Wasser« - so heißt es in dem Psalm, den wir vorhin gehört haben. Wenn ich diesen Psalm bete, weiß ich, dass Gott mir das gibt, was ich zum Leben brauche. Er gibt mir nicht immer das, was ich mir wünsche. Nicht alle meine Gebete erhört er - aber er gibt mir das, was ich brauche. »Er führet mich zum frischen Wasser - er erquickt meine Seele«.

Gott gibt mir das, was ich brauche. Ein Symbol dafür, ein Zeichen, ist das Wasser. Frisches, erquickendes Wasser - Wasser, das den Durst stillt, Wasser, das Leben erhält, Wasser des Lebens. »Wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.«, so heißt es in der Bibel. Für jeden von Euch steht ein Becher bereit. Vor Euch steht frisches, kühles Wasser. Nehmt mit einem Becher einen Schluck dieses Wassers und gebt ihn an eure Nachbarin, an euren Nachbarn weiter. Trinkt dieses Wasser und denkt daran, dass Gott uns das gibt, was wir zum Leben brauchen - Wasser des Lebens.

Aktion: Reinigendes Wasser
Wenn ich so richtig ins Schwitzen geraten bin, dann ist eine anschließende Dusche etwas Wunderbares. Wenn meine Hände dreckverschmiert sind, dann hilft alleine Wasser. Wenn mir etwas Schlimmes widerfahren ist, wenn ich mich beschmutzt fühle, dann gibt mir Wasser das Gefühl der Reinigung. Ins Wasser hineinsteigen und wieder herauskommen. Nach einem Bad habe ich manchmal das Gefühl, wie neugeboren zu sein. Das ist das Zeichen des Wassers bei der Taufe: Die Taufe ist eigentlich ein Bad im Wasser, ein Eintauchen, ein Untertauchen und dann das Auftauchen aus dem Wasser. Als die ersten Menschen getauft wurden, wurden sie in einem Fluss, in einem See ganz eingetaucht in das Wasser und dann wieder aus dem Wasser herausgehoben. Ein Zeichen dafür, dass sie im Glauben ein neues Leben anfingen. Alles Alte, alles Belastende und Bedrückende ist wie abgewaschen, etwas Neues fängt an.

Manchmal wünsche ich mir, noch einmal von vorne anfangen zu können, das, was geschehen ist, wieder ungeschehen zu machen. Manchmal möchte ich gerne sein wie neugeboren, wie nach einem reinigenden Bad in sauberem Wasser. Das Wasser ist ein Symbol, ein Zeichen für den Neuanfang. Vor euch steht eine Schüssel mit Wasser. Geht jeweils zu zweit zu dieser Schüssel. Einer von euch hält die Hände über das Wasser, der andere schöpft einige Male Wasser über die Hände. Nehmt das als Zeichen, dass wir bei Gott neu anfangen können. Tut das schweigend. Denkt daran, was ihr abgeben möchtet, was ihr hinter euch lassen möchtet. Wer mag, bittet Gott dabei um Vergebung, für alles, was belastet.

Lied: »Du bist meine Zuflucht«

Ansprache:
Weil wir es wert sind...
Seitdem die Kampagne der Evangelischen Jugend begonnen hat, reden wir davon, dass Jugendarbeit wertvoll ist, für euch Jugendliche, für unsere Kirche, für die Gesellschaft. Heute, in diesem Gottesdienst, müssen wir uns das nicht sagen, hier müssen wir niemanden überzeugen. Wir wissen es. Wissen wir es tatsächlich? Sind wir davon überzeugt? Behaupten wir das aus uns selber heraus? Oder wer hat uns das eigentlich gesagt, dass wir wertvoll sind?

Ich möchte von einem Schaufenster erzählen, an dem ich oft vorübergehe. Ein Juweliergeschäft. Dort liegen sie nebeneinander ausgestellt, Schmuckstücke aller Art. Oft stehen Menschen davor und schauen sie an: goldene Ringe, leuchtende Diamanten, kleine Ketten, schillernde Perlen, Trauringe und vieles mehr. Es müssen wertvolle Stücke sein, denn abends wird ein Eisengitter heruntergelassen, mit dem die ohnehin schon dicke Scheibe gesichert wird. Ich stelle mir vor, dass die Schmuckstücke eines Abends, als keine neugierigen Augen mehr durch das Schaufenster schauen, miteinander ins Gespräch kommen. »Bin ich eigentlich wertvoll?«, fragt ein schmaler Silberring. »Schau doch auf das Preisschild, das vor dir steht«, gibt eine protzige Kette zurück. Im Spiegel des Fensterglases liest der kleine Silberring die Zahlen, die angeblich seinen Wert bezeichneten: 99,- steht da. Hinter dem Ring kichert eine kunstvolle Brosche, in der mehrere Diamanten eingearbeitet sind. »Weißt du jetzt, was du wert bist?« fragt sie spöttisch. Auf ihrem Preiszettel kann man eine vierstellige Summe lesen. »Wer legt eigentlich unseren Wert fest?« fragt die Silberkette ein wenig schüchtern zurück. Das Reden unter den Trauringen und den Ketten und den Herrenringen links außen verstummt - und man kann spüren, dass alle plötzlich mit dieser Frage beschäftigt sind: »Wie wertvoll bin ich eigentlich - und wer legt das fest?« Die Diamantbrosche, das teuerste Stück im Fenster, ist die erste, die das Schweigen durchbricht. Sie bemerkt herablassend: »Der Juwelier legt den Preis fest, und damit auch unseren Wert«. - »Aber wie kann er wissen, was ein jeder und eine jede von uns wert ist«, wollen die Trauringe wissen. »Er versteht was von seinem Geschäft«, entgegnet die Brosche, »denn er richtet sich nach Angebot und Nachfrage.« Die Trauringe denken eine Weile nach. Dann meinen sie: »Irgend etwas stimmt da nicht. Du sagst, unser Wert hängt von Angebot und Nachfrage ab, je nach dem, was Menschen für uns bezahlen. Aber das würde doch bedeuten, dass unser Wert schwankt, dass wir mal mehr und mal weniger wert sind. Aber Wert bedeutet doch etwas Festes, etwas Unveränderliches, so wie die Treue, für die wir Trauringe ein Symbol sind. Wenn es so ist, wie Du sagst, dann wäre ja der Preis identisch mit dem Wert.« Für diese lange Rede ernten die Trauringe viele zustimmende Blicke. Die Diamantbrosche, überrascht von den Einwänden, fragt etwas unsicher: »Was könnte denn sonst den Wert bestimmen, wenn nicht der Preis?« Ein langes Schweigen breitet sich aus. Gibt es überhaupt die eine richtige Antwort? Oder muss sich jeder eine eigene Antwort suchen? Der Silberring ahnt jedenfalls, dass er eine ganz wichtige Frage gestellt hat: »Wer sagt mir, dass ich wertvoll bin?« Viel später, es wurde schon dunkel, melden sich noch einmal die Trauringe zu Wort: »Unser Wert zeigt sich darin, dass wir ein Zeichen der Liebe sind. Wir werden dann erst richtig wertvoll, wenn Menschen, die sich lieben, uns tragen.« - Darüber haben die anderen Schmuckstücke in dem Fenster wohl noch lange nachgedacht...

Wer sagt uns, dass wir wertvoll sind, wer sagt dir, dass du ein wertvoller Mensch bist? Es gibt viele Gründe, warum andere dich mögen, dich bewundern, dich schätzen: Du bist gut anzusehen, ein freundliches Gesicht, eine attraktive Figur, schöne Haare - und das gilt nicht nur für Mädchen. Du hast ein tolles Outfit. Deine Klamotten passen zu dir und sie sind aktuell. Du bist einfach cool. Du weißt das und die anderen wissen es auch. Du bist gut - im Fußball, beim Skaten, beim Musikmachen, in der Disco. Du hast einen Freund, eine Freundin - du liebst und wirst geliebt. Du setzt dich für andere ein: in der Schule oder im Betrieb, in der Jugendgruppe und im Verein.

Aber macht dich das schon wertvoll? - Kannst du davon ausgehen, dass das in einem Jahr auch noch gilt oder in fünf Jahren? Und wenn andere das von dir nicht sagen können: Du bist in ihren Augen nicht gut aussehend, hast nicht das richtige Outfit, keine herausragenden Fähigkeiten, keine Freundin, keinen Freund - dann geht es dir sicher manchmal nicht gut, aber bist du deshalb weniger oder gar nichts wert? Und kann sich auch das nicht ändern - vielleicht kannst du es sogar selber ändern? Wenn alles, was andere Menschen von mir denken und sagen schon den Wert meines Lebens ausmachen würde, dann regelt es sich tatsächlich nach Angebot und Nachfrage. Mein Wert, dein Wert wechselt, unterliegt Schwankungen und kann auch völlig in den Keller gehen. »Wert ist doch etwas Festes, etwas Unveränderliches, so wie die Treue«, das hatten die Trauringe in dem Schaufenstergespräch festgestellt. Es ist für mich und für dich ganz wichtig, dass es Menschen gibt, die mir und dir die Treue halten, Menschen, die ihre Liebe und ihre Treue nicht davon abhängig machen, wie es mir geht und wie ich drauf bin. Und es gibt noch mehr. Es gibt eine Anerkennung, eine Treue, eine Liebe, die geht aller anderen Wertschätzung weit voraus. Es ist die Anerkennung, die Treue, die Liebe Gottes für dich und für mich.

Wir haben vorhin in der Lesung die alten Worte gehört, die der Prophet Jesaja aufgeschrieben hat: »Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein« - du gehörst zu mir, »weil du in meinen Augen so wert geachtet bist«. In Gottes Augen bist du, bin ich viel wert. Das ist nicht einfach ein altes Bibelwort. Ich bin mir sicher, dass viele von uns das in ihrem Leben schon wahrgenommen haben. Denn das ist das Entscheidende: nicht dass das irgendwo schwarz auf weiß steht, sondern dass ich das erlebe und mich daran erinnere. Dann werde ich es auch glauben, selbst wenn es auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist. Doch viele von uns haben das Gefühl, dass die Erinnerung und der Glaube doch recht wackelige Angelegenheiten sind - das ist noch nichts Festes, nichts Unveränderliches, auf das ich mich ganz und gar verlassen kann. Das mag ja allgemein gelten - aber gilt das auch für mich? Ich glaube, dass jeder und jede von uns einen solchen Punkt im Leben hat, wo deutlich wird, dass Gottes Wertschätzung dir und mir ganz persönlich gilt - und das hat etwas mit Wasser zu tun. Ich meine die Taufe. Ich gehe davon aus, dass fast jede und jeder heute morgen hier getauft ist. Wahrscheinlich schon vor langer Zeit. Vielleicht ist das so lange her, dass du dich gar nicht erinnern kannst. Vielleicht konntest du damals noch gar nichts wahrnehmen. Und trotzdem: Du bist getauft, ganz unabhängig davon, was Du dazu tun konntest.

Die Taufe ist das Zeichen, die Bestätigung, dass alles, was von Gott ausgesagt ist, dir gilt. Mit deiner Taufe gilt, dass Gott dir zuspricht: »Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir, weil du in meinen Augen so wert geachtet bist.« Das kannst du nicht wieder verlieren, das gilt, dein ganzes Leben lang. Das kannst du auch nicht ungültig machen - Gott steht dazu, fest, unveränderlich. Damit ist dein Wert festgelegt. Du bist Gott viel wert. Und wenn du das von Zeit zu Zeit nicht spürst, wenn du es von Zeit zu Zeit nicht glauben kannst, dann lass dich an deine Taufe erinnern. Als du getauft wurdest, da ist es dir mit dem Zeichen des Wassers - auf den Kopf - zugesagt: Du bist Gott viel wert. Amen.

Lied: »Vergiß es nie« (in: Fontäne blau)

Aktion: Erinnerndes Wasser
Für die folgende Aktion wird für jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein kleines Kärtchen verteilt, auf dem nachfolgender Text abgedruckt ist: Du bist getauft und gehörst zu Gott. Du bist Gott unendlich viel wert.
»Du bist Gott viel wert«.

Und wenn du das von Zeit zu Zeit nicht spürst, wenn du es von Zeit zu Zeit nicht glauben kannst, dann lass dich an deine Taufe erinnern. Da ist es dir mit dem Zeichen des Wassers - auf den Kopf - zugesagt: Du bist Gott viel wert - so habe ich vorhin gesagt. Lass dich an deine Taufe erinnern. Bei uns geschieht die Taufe nicht mehr durch Untertauchen, sondern Menschen, meistens kleinen Kindern, wird ein wenig Wasser über den Kopf geschöpft als Zeichen dafür, dass bei Gott und mit Gott etwas Neues beginnt. Und dann wird über den Menschen, der getauft wird, das Zeichen des Kreuzes geschlagen. Das will sagen: Du gehörst zu Jesus Christus, du gehörst zu Gott. Wir erinnern uns an die Taufe, an unsere Taufe. Wir haben Wasser und wir haben das Zeichen des Kreuzes. Tut euch zusammen, jeweils zu zweit. Ihr habt noch Wasser in den Schüsseln oder in den Bechern.

Bezeichnet einander mit einem Wasserkreuz, ganz vorsichtig. Macht einen Finger nass und malt Eurem Gegenüber ein Wasserkreuz in die Hand, auf den Handrücken, auf die Stirn, so wir Ihr es mögt. Und sagt euch dabei zu, so wie es im Programm steht: »Du bist getauft und gehörst zu Gott. Du bist Gott unendlich viel wert.« Und wenn Ihr mögt, dann antwortet: »Ich bin getauft und gehöre zu Gott. Ich bin Gott unendlich viel wert«. Seid vorsichtig und behutsam miteinander - lasst Euch Zeit.

Lied : »Du bist der Weg« (in: EC Liederbuch)

Einleitung zur Mahlfeier:
Die Taufe ist etwas Einmaliges - aber wir erleben sie auch nur einmal im Leben. Die Meisten von uns können sich nicht an ihre Taufe erinnern - heute haben wir uns daran erinnern lassen. Wir brauchen solche Erinnerungen für unseren Glauben, damit uns der Glaube nicht verloren geht. Während die Taufe einmalig ist, feiern wir das Abendmahl immer wieder. Es ist geradezu das Mahl der Erinnerung: Wir erinnern uns daran, dass Jesus in seinem Leben alle an einen Tisch geladen hat, die Einsamen und Ausgestoßenen und die Außenseiter, aber auch die Zufriedenen und die Glücklichen. So wie sie sind auch wir eingeladen. Wir erinnern uns daran, dass er gestorben ist, weil er festgehalten hat an der Liebe zu den Menschen und an der Liebe zu Gott. Wir sind eingeladen, weil auch wir es ihm wert sind. Wir erinnern uns daran, dass er auferstanden ist und lebt - und bei uns ist - und keinen von uns allein läßt.

Wenn wir das Mahl feiern, ist er mitten unter uns. Wenn wir ein Fest feiern, laden wir Menschen ein, die uns etwas wert sind, die wir bei uns haben möchten. Wenn wir von Jesus Christus eingeladen sind zum Abendmahl, dann dürfen wir wissen, dass wir ihm etwas wert sind - er will uns bei sich haben.

Lied: »Wenn das Brot, das wir teilen«

Gemeinsames Abendmahlsgebet:
Gepriesen seist du, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Lass es zum Brot des Lebens werden.

Gepriesen seist du, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Laß ihn zum Wein des ewigen Reiches werden.

Wie die Körner einst verstreut in den Feldern, und die Beeren einst zerstreut auf den Bergen, jetzt auf diesem Tisch vereint sind in Brot und Wein, so laß deine Kirche bald versammelt werden von den Enden der Erde in deinem Reich.

Gepriesen seist du, unser Gott, Schöpfer der Welt, mit denen, die nach uns kommen, mit vielen Stimmen aus der einen Menschheit.

Lied: »Sanna, sannanina«

Einsetzungsworte

Lied: »Vater, unser Vater«

Friedensgruss
Wenn Jesus seinen Freundinnen und Freunden begegnete, sagte er: Friede sei mit dir - Friede sei mit euch. Auf hebräisch heißt das: Schalom. Wenn wir das Abendmahl miteinander feiern, dürfen wir uns als Freundinnen und Freunde von Jesus ebenso grüßen. Wenn wir einander mit Jesu Worten begegnen, ist er mitten unter uns. Sagt einander: Friede sei mit Dir! Sagt einander: Schalom!

Mahlfeier

Lied

Segensworte, Präsentation der Gegenstände:

Sprecher 1: Als die Kampagne der Evangelischen Jugend im Februar dieses Jahres eröffnet wurde, hat die Landesjugendkammer sieben Thesen zur Jugendarbeit vorgestellt. Zu jeder dieser sieben Thesen gehört ein symbolischer Gegenstand, der zum Ausdruck bringt, warum Evangelische Jugend wertvoll ist. Wir nehmen diese sieben Gegenstände noch einmal auf und wünschen euch Gottes Segen und Begleitung auf eurem Weg nach Hause.

Sprecher 2 (mit Kerze): Geht im Zeichen des Lichtes. »Jesus ist das Licht der Welt« und »Ihr seid Kinder des Lichtes«. Tragt sein Licht in euch, dann wird Euch die Dunkelheit nicht besiegen. Seid ein Licht für andere, wenn es um sie herum dunkel ist. Geht im Zeichen des Lichtes.

Sprecher 1 (mit großem Fragezeichen aus Pappe): Euch begleite das Fragezeichen. Geht hin und stellt eure Fragen. Stellt das in Frage, was fragwürdig ist. Stellt denen unbequeme Fragen, die fertige Antworten haben. Lasst euch fragen nach Eurem Glauben an Jesus Christus und orientiert euch an seinen Antworten.

Sprecher 2 (mit einem großen Herz): Geht im Zeichen der Liebe. Ihr seid Gott soviel wert, dass er euch liebt. Gebt diese Liebe weiter an die Menschen, die euch begegnen. Lebt in der Liebe und gebt dem Hass keinen Raum, denn Gott liebt uns und unsere Welt.
Sprecher 1 (mit einem Kompass): Geht mit dem Zeichen des Kompasses. Damit ihr den richtigen Weg für euch und Euer Leben findet und Orientierung habt in den Fragen, die euch bewegen. Geht und verliert das Ziel nicht aus den Augen: das Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Sprecher 2 (mit einem Schirm): Geht mit dem Zeichen des Schirms. Seid bewahrt vor verletzenden Worten, die über euch kommen wie ein kalter Schauer. Seid bewahrt vor der Hitze des Streites, die euch lähmen kann. Gottes Treue sei über euch wie ein schützender Schirm.

Sprecher 1 (mit einem Salzsack aus Stoff): Geht mit dem Zeichen des Salzes. So wie das Salz die Suppe würzt, so leistet ihr euren Beitrag an dem Ort, wo ihr lebt, wo ihr arbeitet, wo ihr euch einbringt. »Ihr seid das Salz der Erde«, spricht Jesus euch zu. Geht und lebt so, wie Jesus es haben will.

Sprecher 2 (mit einem großen Kreuz auf der Weltkugel): Geht im Zeichen des Kreuzes auf der Weltkugel. Über dieser Erde und über einem jeden von uns steht das Zeichen des Kreuzes und sagt uns: Du bist Gott viel wert! Diese Welt, unsere Erde und die ganze Schöpfung: Gott wird sie bewahren. Tragt das Kreuz auf der Weltkugel als Menschen, die zu Gott gehören. Amen.

Lied: »Gib mir deine Hand«

Aaronitischer Segen

Ansagen/Verabschiedung/Musik

Anmerkungen:
Leitgedanke ist der Zuspruch Gottes, durch den wir um unseren Wert wissen. Dieser Zuspruch ist bei den meisten Menschen schon ganz zu Beginn ihres Lebens in der Taufe zum Ausdruck gekommen. Infolgedessen ist ein wesentliches Element dieses Gottesdienstes die Erinnerung an die Taufe. Leitgedanke ist der Zuspruch Gottes, durch den wir um unseren Wert wissen. In den Texten zu Kyrie und Gloria kommen Wert- und Unwert-Erfahrungen von Jugendlichen zum Ausdruck, in der kommentierten Lesung von Psalm 23 reden eine hoffnungsvolle und eine zweifelnde Stimme von Jugendlichen. Die drei »Wasser-Aktionen« vermitteln auf der symbolischen Erfahrungsebene die Zuwendung Gottes zu uns Menschen in einem erfrischenden, einem reinigenden und einem zusprechenden Aspekt. In dem abschließenden Segen werden die symbolischen Gegenstände angesprochen und verwandt, die bei der Eröffnung der Kampagne den »Sieben Thesen zur Kampagne 98« zugeordnet wurden. Sie können auf dem Gottesdienstzettel abgedruckt werden.

Kontakt:
Landessuperintendentur Nienburg
Landessuperintendent Arend de Vries
Arend.deVries@evlka.de



Diesen Jugendgottesdienst-Komplettentwurf und weitere findet ihr in:
Timo Rieg (Hrsg.)
Jugendgottesdienst Powerpack
40 Komplettentwürfe für die Gestaltung von Gottesdiensten, Andachten und Events mit Jugendlichen

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